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Klassentreffen zum Goldenen Abitur

Zeitsprung über Jahrzehnte

Bad Sal­zu­flen. Vor 50 Jah­ren ha­ben 17 junge Män­ner am Ma­the­ma­tisch-Na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Gym­na­sium zu Bad Sal­zu­flen ihre Rei­fe­prü­fung be­stan­den. Neun von ih­nen wa­ren ge­kom­men, um mit­ein­an­der in Ge­dan­ken noch mal 50 bis 63 Jahre zurück­zu­sprin­gen und aus ih­rem Le­ben da­nach zu erzählen. Aber auch an­dere frühere Schul­ka­me­ra­den wa­ren ein­ge­la­den und ge­kom­men; sol­che, die lange Jahre da­bei wa­ren, aber die es noch ein Jahr län­ger auf der Schul­bank hielt und sol­che, die schon früher das eine Heft aus der Hand ge­legt hat­ten und ein an­de­res dafür um so früher in die Hand ge­nom­men ha­ben. 25 woll­ten und 18 wa­ren schließ­lich ge­kom­men, ei­nige von weit her.

Ers­ter Treff­punkt war vor dem al­ten Rat­haus. Nach kur­zem Er­stau­nen und Zwei­fel, ob man diese oder jede Per­son je­mals ge­se­hen ha­be, folgte doch bald ein freu­di­ges Wie­der­er­ken­nen.

Dann be­gann um 14 Uhr eine in­for­ma­tive Führung durch die Stadt. Alte Er­in­ne­run­gen wur­den wie­der wach, Straßen und Win­kel, die die Ehe­ma­li­gen vor Jah­ren viele tau­send Male ge­gan­gen wa­ren, ließen un­zäh­lige Er­in­ne­run­gen wie­der auf­stei­gen. Trotz un­ver­meid­li­cher Nost­al­gie bei ei­nem sol­chen An­lass war der ü­ber­wie­gende Ein­druck, dass die Stadt ih­rer Ju­gend fast ü­ber­all schö­ner, ge­pfleg­ter und freund­li­cher ge­wor­den sei.

Während der Führung war auch Ge­le­gen­heit, die alte Schule in der Her­mann­straße von außen und in­nen zu be­su­chen; ein Be­such vol­ler Emo­tio­nen: »Weißt Du noch hier …?«, »Weißt Du noch da …?« Vie­len schien es, als wehte noch der Geist der Schul­zeit ein we­nig durch das von Mo­der­ni­sie­rern weit­ge­hend ver­schonte Trep­pen­haus. Die Hap­tik des Trep­pen­gelän­ders war 50 Jahre ver­ges­sen und die Berührung in­itia­li­sierte einen Zeit­sprung ü­ber Jahr­zehnte und sie er­weckte längst ver­schüt­tete Bil­der und Ge­fühle.

Nach ei­ner kur­zen Ver­schnauf­pause in ei­nem ge­pfleg­ten Café war­tete im Stadt­ar­chiv Dr. Ste­fan Wie­se­kop­sie­ker, um den ehe­ma­li­gen Schü­lern einen klei­nen Teil des Ar­chivs zu zei­gen. Sie wa­ren be­ein­druckt, mit wel­cher Pro­fes­sio­na­lität und wel­chem En­ga­ge­ment dort die Ge­schichte der Stadt in den Do­ku­men­ten ge­si­chert und aus­ge­wer­tet wird und wa­ren gerührt, dort auch Spu­ren ih­res Wir­kens »für die Ewig­keit« si­cher ver­wahrt zu se­hen. So gab es die Ge­le­gen­heit, in ei­nige der Klas­sen­bücher zu bli­cken. Der Blick auf die er­teil­ten No­ten rief ü­ber­wie­gend ab­ge­klärte Emp­fin­dun­gen her­vor, der Blick auf die Ru­brik »­Be­mer­kun­gen« mit Ein­tra­gun­gen von Rü­gen und Ta­deln wurde meis­tens mit un­ge­bühr­li­cher Hei­ter­keit quit­tiert.

Der Tag klang aus mit ei­nem gemüt­li­chen Zu­sam­men­sein in ei­ner Sal­zu­fler Gast­stät­te, bei dem die Ge­le­gen­heit ge­nutzt wur­de, un­be­schwert Rück­bli­cke und Aus­bli­cke aus­zu­lo­ten. Beim Ab­schied war es mehr­heit­li­cher Wunsch, sich in drei Jah­ren wie­der­zu­tref­fen. Lei­der konn­ten nicht alle Freunde aus ver­gan­ge­nen Ta­gen auf­ge­spürt wer­den. Wenn sie diese Zei­len le­sen, sind sie herz­lich ein­ge­la­den, sich bei Dr. Klaus Höth­ker un­ter der Te­le­fon­num­mer 02461/7443, zu mel­den.

vom 29.07.2009 | Ausgabe-Nr. 31A

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