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Faszinierendes Konzert des Don-Kosaken-Chor Wanja Hlibka in Kirche Bega

Sturm aus Russland statt eines Hauchs

 

Dören­trup-Bega (da). In dem wür­di­gen Rah­men der Kir­che von Bega gab kurz vor Weih­nach­ten der in­ter­na­tio­nal re­nom­mierte Don-Ko­sa­ken-Chor Wanja Hlibka ein Son­der­gast­spiel. In dem gut ge­füll­ten Got­tes­haus wurde schnell deut­lich, dass hier 17 Sän­ger der Ex­tra­klasse eine Kost­probe ih­res brei­ten Kön­nens of­fe­rier­ten. Das Pro­gramm des So­lis­ten­chors um­fasste zum einen li­tur­gi­sche Ge­sänge und sa­krale Werke der rus­sisch-or­tho­do­xen Kir­che. Zum an­de­ren be­geis­ter­ten die Sän­ger mit klas­si­schen geis­ti­gen Chor­wer­ken un­ter an­de­rem von Bach-Gou­nod, Bort­ni­jans­kij und Tschai­kow­skij, aber auch von Rach­ma­ni­noff, Glinka so­wie Rims­kij-Kor­sa­kow. Er­gänzt wurde der ab­wechs­lungs­rei­che Vor­trag durch be­kannte rus­si­sche Volks­wei­sen wie »S­tenka Ra­sin« und natür­lich das be­liebte »­Ka­lin­ka«.

Der Chor geht zurück auf den welt­berühm­ten Ori­gi­nal Don-Ko­sa­ken-Chor Serge Jaroff. Als des­sen Schü­ler prägte Wanja Hlibka ü­ber zwölf Jahre den Chor ent­schei­dend mit. Nach Jaroffs Tod for­mierte das ehe­ma­lige Chor­mit­glied Hlibka 1991 den Chor neu. Er fühlt sich der Tra­di­tion des ur­sprüng­li­chen En­sem­bles ver­pflich­tet und führt das mu­si­ka­li­sche Erbe Jaroffs seit­her fort. Um den un­ver­gleich­li­chen Sound des Ori­gi­nal­chors zu er­hal­ten, ver­sam­melte er die bes­ten So­lis­ten von ver­schie­de­nen rus­si­schen Staats­o­pern um sich. Durch die Ver­ei­ni­gung die­ser Spit­zen­so­lis­ten wer­den nicht nur ein ful­mi­nan­ter Chor­klang, son­dern auch bril­lante So­lo­vor­träge ga­ran­tiert. Dies kam in Bega bei den Stü­cken »Eintö­nig klingt hell das Glöck­lein« mit dem So­lis­ten Gen­na­diy Bry­gi­nets und »­Die Zwölf Räu­ber« mit dem So­lis­ten Ser­giy Ya­ros­henko be­ein­dru­ckend zum Aus­druck.

Das Re­per­toire ori­en­tiert sich na­hezu vollstän­dig an dem Ur­sprungs­chor. Die Chor­sätze sind aus­sch­ließ­lich die hand­ge­schrie­be­nen Par­ti­tu­ren Serge Jaroffs aus des­sen pri­va­ter Mu­sik­bi­blio­thek. Als künst­le­ri­scher Lei­ter hat Wanja Hlibka die al­ten Werke für sei­nen Chor neu be­ar­bei­tet. So konnte der Chor auch in Bega auf un­nach­ahm­li­che Weise sein ein­zig­ar­ti­ges Spek­trum an Klang­far­ben prä­sen­tie­ren. Mal leise und mit der spie­le­ri­schen, in­stru­men­tal klin­gen­den Un­ter­ma­lung ei­nes So­lo­parts. Mal laut und mit ei­nem stimm­ge­wal­ti­gen or­che­s­tra­len Ge­samt­klang, der von sei­nem Vo­lu­men her einen weitaus größe­ren Chor ver­mu­ten lässt.

Ein Kon­zert ei­nes der­art hoch­karäti­gen Chors, der re­gel­mäßig in al­len großen Kon­zert­häu­sern und Ka­the­dra­len Eu­ro­pas auf­tritt, in der Kir­che im lip­pi­schen Bega ver­fol­gen zu kön­nen, war für die Zuhö­rer ein atem­be­rau­ben­des Hö­rer­leb­nis. Da wehte eine or­dent­li­che Prise der rus­si­schen Seele durch die Kir­chen­bän­ke. Mit ei­nem lang an­hal­ten­den Ap­plaus be­dankte sich das Pu­bli­kum für einen außer­ge­wöhn­li­chen Abend.

vom 24.12.2008 | Ausgabe-Nr. 52B

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