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Konzert der Nordwestdeutschen Philharmonie mit Sol Gabetta als Solistin

»Auf vier Saiten singen und erzählen«

Bad Sal­zu­flen. Chef­di­ri­gent An­dris Nel­sons steht am Pult des Or­che­s­ters, wenn das letzte Sin­fo­nie­kon­zert der Nord­west­deut­schen Phil­har­mo­nie in der städ­ti­schen Reihe in die­sem Jahr am Sams­tag, 6. De­zem­ber, um 19.30 Uhr in der Kon­zert­halle im Kur­park von Bad Sal­zu­flen ver­an­stal­tet wird. Er­klin­gen wer­den Werke von Lud­wig van Beetho­ven (Ou­ver­türe zu »Eg­mont« f-Moll opus 84), Bo­hus­lav Mar­tinu (Cel­lo­kon­zert Num­mer eins) und Ser­gej Pro­kof­jew (S­in­fo­nie Num­mer fünf in B-Dur opus 100). Für das Cello-Kon­zert konnte Sol Ga­betta als So­lis­tin ver­pflich­tet wer­den, die – so heißt es – »auf vier Sai­ten sin­gen, le­ben­dig erzählen, dra­ma­tisch auf­trump­fen und spiel­tech­nisch glän­zen« kann. Kar­ten im Vor­ver­kauf gibt es an der Thea­ter­kasse der Kur­ver­wal­tung, Te­le­fon 05222/183200, und bei der Bür­ger­be­ra­tung im Rat­haus.

Drei Be­son­der­hei­ten ma­chen die­ses Kon­zert zu ei­nem High­light der Sin­fo­nie-Reihe zum Jah­res­en­de: Die erste be­trifft den Chef­di­ri­gen­ten, des­sen Gast­spiele im­mer Höhe­punkte sind, die zweite die außer­ge­wöhn­li­che So­lis­tin und die

dritte das Pro­gramm mit dem sel­ten zu hören­den Cel­lo­kon­zert des tsche­chi­schen Kom­po­nis­ten.

­Die Po­pu­la­ritäts­kurve von Chef­di­ri­gent An­dris Nel­sons zeigt un­ver­min­dert wei­ter nach oben. Nicht nur in Bad Sal­zu­flen oder der Re­gion ins­ge­samt hat er sich die Her­zen der Mu­sik­freunde ge­ra­dezu im Sturm er­obert und sorgt für volle Kon­zertsäle, auch von je­dem an­de­ren Or­che­s­ter, bei dem er spiel­te, hat er eine er­neute Ein­la­dung be­kom­men. Seit der Spiel­zeit 2006/2007 ist er Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor der Nord­west­deut­schen Phil­har­mo­nie, dazu ist er neu­er­dings zu­dem Chef­di­ri­gent beim City of Bir­ming­ham Sym­phony Or­che­stra.

Sie gilt als »hoch­be­gab­te, in­spi­rier­te, tech­nisch ver­sierte Mu­si­ke­rin«, bei der »je­der Klang­zu­sam­men­hang, je­des me­lo­di­sche De­tail ge­naues­tens kal­ku­liert zu sein scheint«: Sol Ga­bet­ta. Die 26-jäh­rige ge­bür­tige Ar­gen­ti­nie­rin be­gann als Drei­jäh­rige mit dem Gei­gen­spiel und wech­selte dann mit vier­ein­halb Jah­ren zum Cel­lo, als das erste Kin­der­cello nach Cor­doba kam. Für ih­ren Un­ter­richt bei Chris­tina Wa­lew­ska hatte sie alle ein bis zwei Wo­chen ins 800 Ki­lo­me­ter ent­fernte Bue­nos Ai­res zu fah­ren. Mit zehn Jah­ren ge­wann sie ih­ren ers­ten Wett­be­werb und wurde bei Ivan Mo­nig­hetti in Ma­drid als Stu­den­tin an­ge­nom­men. Ihre Stu­dien schloss sie schließ­lich bei Da­vid Ge­ringas in Ber­lin mit dem Kon­zer­te­x­amen ab und lebt heute in Ba­sel, wo sie ihr Kam­mer­mu­sik­fes­ti­val »­Sols­ber­g« ge­grün­det hat und als Pro­fes­so­rin un­ter­rich­tet. Ihr In­stru­ment, eine kost­bare Gua­da­g­nini aus dem Jahr 1759, hat sie his­to­risch ge­treu um­gerüs­tet und spielt auf Darm- statt auf Stahl­sai­ten.

vom 03.12.2008 | Ausgabe-Nr. 49A

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