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Integrative Begegnungsstätte entsteht in der Mittelstraße

»Haus der Vielfalt« nimmt Gestalt an

 

Lem­go. In der Lem­goer Mit­tel­straße 6 tut sich was. Die Um­bau­ar­bei­ten für die Be­geg­nungs­stätte für Men­schen mit und ohne Be­hin­de­run­gen ha­ben be­gon­nen Und hin­ter den Mau­ern des Fach­werk­hau­ses kreist der Vor­schlag­ham­mer, split­tern Bal­ken und wer­den Ta­pe­ten von den Wän­den ge­ris­sen. Nach den um­fang­rei­chen Sa­nie­rungs­ar­bei­tern ent­steht hier das »Haus der Viel­fal­t« der Stif­tung »E­ben-Ezer«.

Hier soll man bald Woh­nen, Ar­bei­ten, Ge­nießen, Kom­mu­ni­zie­ren, krea­tiv sein oder Kul­tur er­le­ben kön­nen – und zwar ge­mein­sam mit Men­schen mit Be­hin­de­run­gen.

»Nur so kann wirk­li­che In­te­gra­tion ge­sche­hen: In­dem Be­geg­nun­gen zwi­schen Men­schen mit und ohne Be­hin­de­rung mög­lich sind, und zwar an ei­nem ei­gens dafür ge­schaf­fe­nen Or­t«, er­klärt der Theo­lo­gi­sche Di­rek­tor der Stif­tung Pas­tor Her­mann Adam.

Das ehe­ma­lige Café Kneu­per und eine da­zu­gehö­rige Scheune aus dem 16. Jahr­hun­dert wer­den in an­dert­halb Jah­ren kom­plett aus­ge­baut und für ver­schie­dene Zwe­cke um­ge­stal­tet. Im obe­ren Stock­werk ent­ste­hen drei Woh­nun­gen für Men­schen mit Be­hin­de­run­gen. Die Scheune wird zu Ate­liers und zur Ga­le­rie der Kunst­werk­statt aus­ge­baut. Im Mit­tel­punkt steht aber die Be­geg­nungs­stätte im Erd­ge­schoss des Hau­ses. Sie bie­tet rund 70 Men­schen Platz und soll täg­lich geöff­net sein. Im in­te­grier­ten La­den sol­len Pro­dukte aus der Werk­statt und der ö­ko­lo­gi­schen Land­wirt­schaft der Stif­tung an­ge­bo­ten wer­den. Außer­dem sind Live-Mu­sik, Klein­kunst, Kino und wech­selnde Aus­stel­lun­gen der Kunst­werk­statt und an­de­rer Ga­le­rien ge­plant.

Das Haus wird bar­rie­re­frei ge­baut, auch ein Auf­zug soll in­stal­liert wer­den. Al­ler­dings passt die For­de­rung nach Bar­rie­re­frei­heit nicht im­mer zu den Auf­la­gen des Denk­mal­schut­zes, un­ter dem das alte Gemäuer steht. Ar­chi­tekt Ste­fan Brand si­gna­li­sierte je­doch, dass beide Sei­ten – Denk­mal­pfle­ger und Bau­herr – be­reit sei­en, Zu­ge­ständ­nisse zu ma­chen. »Sch­ließ­lich wol­len wir so weit es geht den Ur­zu­stand des Ge­bäu­des wie­der her­stel­len. Alle Re­likte und Ver­bau­un­gen aus dem 20. Jahr­hun­dert wer­den ent­fernt«, sagte Brand beim Orts­ter­min.

­Der Um­bau des »Hau­ses der Viel­fal­t« ist vom Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lippe und För­der­in­sti­tu­tio­nen wie der »Ak­tion Men­sch«, der Stif­tung »Wohl­fahrts­pflege NR­W« und der Woh­nungs­bauför­de­rung des Bau­mi­nis­te­ri­ums NRW als för­de­rungs­wür­dig an­er­kannt und wird von ih­nen un­ter­stützt. Den­noch muss die Stif­tung rund 500.000 Euro aus Ei­gen­mit­teln und Spen­den auf­brin­gen.

vom 03.11.2007 | Ausgabe-Nr. 44B

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