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Nordwestdeutsche Philharmonie spielt Werke von Brahms und Sibelius

Saisonauftakt mit Chefdirigent Nelsons

Bad Sal­zu­flen. Chef­di­ri­gent An­dris Nel­sons steht am Pult des Or­che­s­ters, wenn das erste Sin­fo­nie­kon­zert der Nord­west­deut­schen Phil­har­mo­nie in der neuen Sai­son der städ­ti­schen Reihe am Sams­tag, 13. Sep­tem­ber, um 19.30 Uhr in der Kon­zert­halle im Kur­park ver­an­stal­tet wird. Ge­spielt wird das zweite Kla­vier­kon­zert B-Dur (o­pus 83) von Jo­han­nes Brahms, bei dem sich der junge Pia­nist Ve­st­ard Shim­kus vor­stel­len wird, und die fünfte Sin­fo­nie Es-Dur (o­pus 82) von Jean Si­be­li­us. Kar­ten im Vor­ver­kauf gibt es an der Thea­ter­kasse der Kur­ver­wal­tung, Te­le­fon 05222/183200, und bei der Bür­ger­be­ra­tung im Rat­haus so­wie ü­ber das In­ter­net (ww­w.­bad-sal­zu­flen.­de, dann ü­ber Ver­an­stal­tungs­ka­len­der und Kon­zert zur Ticket­bu­chung). Die Reihe der ins­ge­samt acht Sin­fo­nie­kon­zerte in der Kon­zert­halle kann auch noch beim Kul­tur- und Stadt­mar­ke­ting­büro (Te­le­fon 05222/183605) im Abon­ne­ment mit er­heb­li­chen Preis­nach­läs­sen ge­bucht wer­den.

­Die Po­pu­la­ritäts­kurve von Chef­di­ri­gent An­dris Nel­sons zeigt wei­ter nach oben. Nicht nur in Bad Sal­zu­flen oder der Re­gion ins­ge­samt hat er sich die Her­zen der Mu­sik­freunde ge­ra­dezu im Sturm er­obert und sorgt für volle Kon­zertsäle, auch von je­dem an­de­ren Or­che­s­ter, bei dem er spiel­te, hat er eine er­neute Ein­la­dung er­hal­ten. Seit der Spiel­zeit 2006/2007 ist er Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor der Nord­west­deut­schen Phil­har­mo­nie, dazu ist er neu­er­dings zu­dem Chef­di­ri­gent beim City of Bir­ming­ham Sym­phony Or­che­stra. In­zwi­schen ist er ein ge­frag­ter Gast-Di­ri­gent welt­weit.

Ei­nige Be­son­der­hei­ten weist Brahms zwei­tes Kla­vier­kon­zert auf, das zum Start in die neue Kon­zert­sai­son ge­spielt wird. Völ­lig neu­ar­tig war 1882 der Be­ginn des Wer­kes: Ein Solo-Horn stellt das Thema vor und nur das Kla­vier un­ter­stützt es am Ende der je­wei­li­gen Phra­sen. Auf den großen Kopf­satz folgt ein Moll-Scherzo im Al­le­gro apas­sio­na­to, dann ein bei­nahe kam­mer­mu­si­ka­li­sches An­dante und ein sehr hei­te­res spie­le­ri­sches Fi­na­le. Brahms schrieb also die vier Sätze im Cha­rak­ter sehr ver­schie­den, aber gleich­be­rech­tigt, und er ver­zich­tete dar­auf, im Schluss noch ein­mal »auf­zu­trump­fen« – we­der Pau­ken noch Trom­pe­ten er­klin­gen.

­Bei die­sem Kon­zert wird sich der junge Pia­nist Ve­st­ard Shim­kus (Jahr­gang 1984) dem Bad Sal­zu­fler Pu­bli­kum vor­stel­len, der un­ter an­de­rem den ers­ten Preis 2001 bei der Stock­holm Per­for­ming Ar­tist Com­pe­ti­tion und 2002 bei der Liszt Piano Com­pe­ti­tion in Los An­ge­les so­wie dem »­Grand Mu­sic Pri­ce« von Lett­land und 2005 mit dem »Weißen Stern« von Est­land aus­ge­zeich­net wur­de. Er hat drei Solo-Al­ben auf CD ein­ge­spielt und ver­öf­fent­lichte be­reits ei­gene Kom­po­si­tio­nen.

Im zwei­ten Teil des Kon­zer­tes spielt das Or­che­s­ter die »Fünf­te« von Jean Si­be­li­us, die 1914/15 ent­stan­den und von der Krise im Schaf­fen des Kom­po­nis­ten ü­ber­schat­tet ist. Das Werk wurde nach der Uraufführung zwei­mal um­ge­ar­bei­tet und fand erst 1919 seine end­gül­tige Ge­stalt. Ob­gleich das Werk weit hel­le­re, op­ti­mis­ti­schere Züge trägt als das vor­auf­ge­gan­ge­ne, ist das kon­struk­tive Ver­fah­ren nicht min­der streng. Ne­ben der »Zwei­ten« ist die »Fünf­te« die mei­stauf­ge­führte des fin­ni­schen Kom­po­nis­ten.

vom 06.09.2008 | Ausgabe-Nr. 36B

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