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Am besten beobachten und gewähren lassen

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Kreis Lip­pe. Die letz­ten Som­mer­wo­chen des Jah­res ha­ben be­gon­nen. Die Men­schen nut­zen die ver­blei­ben­den war­men Tage gern für ein Kaf­fee­kränz­chen im Gar­ten oder ein Pick­nick im Park. Ne­ben Freun­den und Ver­wand­ten lockt man mit Zu­cker und Fleisch aber auch un­ge­be­tene Gäste an un­se­ren Tisch: die Wes­pen. 
­Was manch­mal wie eine In­va­sion wirkt, ist in Wirk­lich­keit nur ein klei­ner Aus­schnitt der Na­tur um uns her­um. "In der Re­gel trauen sich nur zwei der elf mit­tel­eu­ropäi­schen Wes­pen­ar­ten an un­sere ge­deck­ten Ta­feln, näm­lich die ‚­Ge­wöhn­li­che Wes­pe‘ und die ‚­Deut­sche Wes­pe‘", er­klärt Na­tur­schutz­ex­perte Ma­gnus Wes­sel vom Bund für Um­welt und Na­tur­schutz Deutsch­land (BUN­D). "Alle an­de­ren Wes­pen­ar­ten in­ter­es­sie­ren sich nicht für un­ser Es­sen. Viele Ar­ten ver­til­gen vor al­lem Flie­gen, Mü­cken, Rau­pen, Mot­ten oder Spin­nen." Wenn also bei­spiels­weise mal eine Hor­nisse an un­se­rem Kaf­fee­tisch vor­bei­kommt, ist sie mit Si­cher­heit nicht hin­ter un­se­rem Ku­chen, son­dern hin­ter den Wes­pen her. 
"Um keine Wes­pen an­zu­lo­cken kann man Spei­sen ab­de­cken, süße Ge­tränke ver­schließen und auf stark par­fü­mierte Kör­per­pfle­ge­pro­dukte ver­zich­ten", sagt der BUND-Ex­per­te. Wahr­schein­lich hel­fen je­doch all diese Maß­nah­men we­nig und die schwarz-gel­ben In­sek­ten ge­sel­len sich den­noch zu uns. Dann heißt es: Ruhe be­wah­ren! "Um-sich-Schla­gen ist äußerst kon­tra­pro­duk­ti­v", er­klärt Ma­gnus Wes­sel. Denn die Tiere neh­men un­sere Angst wahr und Angst­schweiß ver­setzt sie in Alarm­be­reit­schaft. Auch Weg­pus­ten hilft nicht wei­ter. Es zeigt sich, dass das aus­ge­at­mete CO2 Wes­pen ag­gres­si­ver macht. 
­Statt­des­sen emp­fiehlt der Na­tur­schüt­zer die Tiere im Auge zu be­hal­ten, wenn man isst, und ein­fach ganz ent­spannt wei­terzu­ma­chen. "­Ganz dreiste Ru­he­stö­rer las­sen sich mit Was­ser aus klei­nen Sprüh­fläsch­chen zur Rai­son brin­gen", ver­rät Wes­sel. "Oft­mals ha­ben sich auch Ab­lenk­füt­te­run­gen mit Tei­len des Es­sens be­währt, die die Tiere vom Tisch weg­lo­cken."
Wer die Wes­pen dort dann ge­währen lässt und ih­nen ein Stück vom ku­li­na­ri­schen Glück gönnt, hat in der Re­gel nichts zu be­fürch­ten. Der kann viel­leicht so­gar be­ob­ach­ten, wie sie ge­schickt ein klei­nes Stück aus ei­nem großen Gan­zen her­auso­pe­rie­ren und mit der Beute stolz da­von flie­gen. Es sei ih­nen gegönnt, denn was für uns nur die letz­ten Som­mer­wo­chen des Jah­res sind, sind für die Wes­pen die letz­ten Tage ih­res Le­bens. Nur die jun­gen be­fruch­te­ten Wes­pen­kö­ni­gin­nen ü­ber­win­tern. Erst im nächs­ten Som­mer schlüp­fen neue Wes­pen und hal­ten den Men­schen dann als In­sek­ten­ver­til­ger so man­che Fliege vom Leib. (LMH)

vom 31.08.2019 | Ausgabe-Nr. 35B

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