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» Horn-Bad Meinberg

195 mal zur Hilfe geeilt

Einsatzkräfte beklagen Behinderung durch Gaffer

Ehrungen für 25 Jahre und 35 Jahre aktive Mitgliedschaft: (von links) Feuerwehrleiter Stephan Beinker mit Oberbrandmeister Julian Liersch, Hauptbrandmeister Marco Plate, stellvertretender Feuerwehrleiter Thorsten Schäfer, Unterbrandmeister Jörg Schnake, Unterbrandmeister Markus Klare, Brandinspektor André Wissmann, Hauptfeuerwehrmann Marc Wüllner sowie der stellvertrende Feuerwehrleiter Rolf-Dieter Hanning und Bürgermeister Stefan Rother. Foto: Hetland

Eh­run­gen für 25 Jahre und 35 Jahre ak­tive Mit­glied­schaft: (von links) Feu­er­wehr­lei­ter Ste­phan Bein­ker mit Ober­brand­meis­ter Ju­lian Lier­sch, Haupt­brand­meis­ter Marco Pla­te, stell­ver­tre­ten­der Feu­er­wehr­lei­ter Thors­ten Schä­fer, Un­ter­brand­meis­ter Jörg Schna­ke, Un­ter­brand­meis­ter Mar­kus Kla­re, Brand­in­spek­tor An­dré Wiss­mann, Haupt­feu­er­wehr­mann Marc Wüll­ner so­wie der stell­ver­trende Feu­er­wehr­lei­ter Rolf-Die­ter Han­ning und Bür­ger­meis­ter Ste­fan Ro­ther. Fo­to: Het­land

Horn-Bad Mein­berg (ah). Das Sturm­tief Frie­de­rike hat das ver­gan­gene Jahr zah­len­mäßig or­dent­lich ge­sprengt, schlug in Lippe mit 880 Einsät­zen zu Bu­che. Al­lein 195 da­von stemmte die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Horn-Bad Mein­berg. "Das gab’s noch nie", kon­sta­tierte Thors­ten Schä­fer, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter der Wehr, bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung in der Burg­scheune Horn. Die ge­stie­ge­nen Ein­satz­zah­len aus­sch­ließ­lich auf die be­son­dere Be­las­tung im Jahr 2018 zurück­zu­führen, wäre aber an der Wahr­heit vor­bei­ge­rech­net. "­Die Ein­satz­zah­len stei­gen un­ab­hän­gig da­von kreis­weit", bestätigte Bür­ger­meis­ter Ste­fan Ro­ther die Ent­wick­lun­gen in Horn-Bad Mein­berg. Mit 70 bis 80 Einsät­zen im Jahr komme ein Eh­ren­amt­ler stun­den­tech­nisch mitt­ler­weile auf einen gan­zen Ar­beits­mo­nat, schlüs­selte Schä­fer auf – zu­sätz­lich zum nor­ma­len Job. Umso zy­ni­scher er­scheine es dann, wenn sol­chem En­ga­ge­ment von Bür­gern oder der Po­li­tik Steine in den Weg ge­legt wür­den. Nichts an­de­res aber wür­den die ak­tu­el­len Pro­ble­ma­ti­ken – ei­ner­seits der "­Gaf­fer"-Trends, an­de­rer­seits der Rechts­un­si­cher­hei­ten in der Be­steue­rung der Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen – zei­gen. Zwi­schen In­nen- und Fi­nanz­mi­nis­te­rium be­stehe näm­lich nach wie vor kein Kon­sens, was die So­zi­al­kas­sen an­ge­he. Nur weil sich zwei Mi­nis­te­rien nicht ei­ni­gen könn­ten, "darf dies nicht auf dem Rü­cken der Eh­ren­amt­li­chen aus­ge­tra­gen wer­den", for­derte Stadt­brand­in­spek­tor Ste­phan Bein­ker, Chef der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Horn-Bad Mein­berg, und ap­pel­lierte deut­lich an die Po­li­tik, eine Klärung vor­an­zu­trei­ben. Das an­dere große Thema be­trifft die Ar­beit vor Ort. Die Vor­fälle von Be­hin­de­run­gen, Pö­be­leien und Un­ein­sich­tig­kei­ten durch so ge­nannte "­Gaf­fer" wür­den sich häu­fen und in er­schre­cken­der Zahl zu­neh­men, be­tonte der stell­ver­tre­tende Kreis­brand­meis­ter Man­fred Beh­rens. Das re­spekt­lose Ver­hal­ten vie­ler Men­schen ge­genü­ber den Ein­satz­kräf­ten so­wie die Ge­fähr­dung al­ler durch Un­be­tei­lig­te, "­de­nen nichts wich­ti­ger ist, als das reiße­rischste und blu­tigste Foto für Ins­ta­gram oder Fa­ce­book zu schießen", so der Beh­rens, schalte of­fen­bar mehr und mehr jeg­li­ches Ge­fühl für das rich­tige Ver­hal­ten aus. "Ab­sper­run­gen wer­den durch­bro­chen, Wege blo­ckiert, Ret­tungs­maß­nah­men ver­zö­ger­t." So könne es nicht wei­ter­ge­hen. Auch hier sei die Po­li­tik ge­fragt, Maß­nah­men in Form ver­nünf­ti­ger Re­ge­lun­gen zu er­grei­fen, for­derte Bein­ker. Doch auch po­si­tive Nach­rich­ten konn­ten die Ver­ant­wort­li­chen der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr aus dem ver­gan­ge­nen Jahr be­rich­ten. So ha­ben die Koh­len­mon­oxid-Mel­der, die nun end­lich in je­der Ein­heit zum Stan­dard gehören, erst kürz­lich ei­ner Fa­mi­lie in From­hau­sen das Le­ben ret­ten kön­nen. Und auch die Auf­stel­lung der Ret­tungs­punkte ü­ber­all um Horn sei so gut wie ab­ge­schlos­sen, freute sich Schä­fer. Außer­dem fast fer­tig sei das Ober­ge­schoss des Ge­bäu­des am Stand­ort in Horn, für des­sen letz­ten Schliff der Bür­ger­meis­ter ein Glas Schot­ter mit­ge­bracht hat­te. Und natür­lich durfte bei die­ser Ge­le­gen­heit auch nicht ein "­biss­chen ge­pres­ster Schot­ter" feh­len – vom Stad­t­ober­haupt in Form ei­nes Brief­um­schla­ges ü­ber­reicht. Als krö­nen­der Ab­schluss wurde der Schlüs­sel des neuen Fahr­zeugs der Horn-Bad Mein­ber­ger Feu­er­wehr­flotte ü­ber­ge­ben: Ein gelän­de­taug­li­cher Ford Ran­ger un­ter­stützt nun die Ein­satz­kraft der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr.

vom 16.02.2019 | Ausgabe-Nr. 7B

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