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Zu groß für die Tonne! – Wohin mit dem Müll?

Sperrmüll richtig entsorgen

 

Det­mold (js). Wer schon ein­mal einen Kel­ler oder Dach­bo­den ent­rüm­pelt hat, oder einen Haus­halt auf­lö­sen muss­te, der kennt das Pro­blem: Wo­hin mit den Mö­belstü­cken, die nicht mehr ge­braucht wer­den? Was tun, wenn eine Ent­sor­gung per Müll­tonne we­gen der Menge oder Größe der Teile nicht mög­lich ist? Mit der Sperr­müll­ab­fuhr bie­tet die Lip­pi­sche Ab­fall­be­sei­ti­gungs­ge­sell­schaft eine prak­ti­sche, güns­tige und um­welt­freund­li­che Lö­sung! Mitte der 1990er Jahre wurde die Sperr­müll­ent­sor­gung im Kreis Lippe auf die Ar­beits­ge­mein­schaft Ar­beit (A­GA) ü­ber­tra­gen. Seit­dem ho­len die Mit­ar­bei­ter der AGA den Sperr­müll di­rekt bei den lip­pi­schen Bür­gern ab und trans­por­tie­ren ihn zum Det­mol­der Be­triebs­gelän­de, das ge­rade von der Orb­ker Straße in das In­dus­trie­ge­biet "Sky-Park" um­ge­zo­gen ist. Im Re­cy­cling­hof wird er sor­tiert und zer­legt, wo­bei die Tren­nung der ein­zel­nen Stoffe im Vor­der­grund der Bemühun­gen steht. "Sperr­müll ist un­ser Werk­zeug" er­läu­tert Ge­schäfts­füh­rer Jens Fil­lies. "­Denn durch das re­cy­celn von Sperr­müll schaf­fen wir hier Ar­beitsplät­ze. Die AGA ist eine ge­meinnüt­zige GmbH, die sich in die drei Be­triebs­be­rei­che Re­cy­cling, In­dus­trie­mon­ta­gen und Um­welt­pro­jekte auf­teilt. Das In­klu­si­ons­un­ter­neh­men wurde 1987 ge­grün­det und hat der­zeit eine Mit­ar­bei­ter­zahl von 120 Per­so­nen, da­von sind 40 Pro­zent der Men­schen mit Be­hin­de­rung. Der Re­cy­cling­hof be­schäf­tigt rund 50 Mit­ar­bei­ter und dient un­ter an­de­rem der Um­set­zung ar­beits­markt­po­li­ti­scher Maß­nah­men für Lang­zeit­ar­beits­lo­se. Doch was ge­nau zählt ei­gent­lich zum Sperr­müll und was nicht? Und wo und wie kann ich Sperr­müll ent­sor­gen? Lippe ak­tu­ell hat mit dem Ge­schäfts­füh­rer Jens Fil­lies und dem Be­triebs­lei­ter Frank Adolf ge­spro­chen, die zu al­len Fra­gen rund um den Sperr­müll Rede und Ant­wort stan­den. … Mehr auf Seite 2 Tonne oder Sperr­müll? Rich­tig ent­sor­gen in Lippe Was ge­nau gehört zum Sperr­müll und was nicht? Adolf: Die Faust­re­gel lau­tet: Al­les was man bei ei­nem Um­zug mit­nimmt und was nicht in die graue Tonne passt. Zum Bei­spiel: Mö­bel, Tru­hen, Bett­ge­stel­le, Ma­trat­zen, Bet­ten­lat­ten­ros­te, Tep­pi­che. Und al­les was einen Ste­cker hat. Also Elek­tro­geräte je­der Art. Wie geht man vor, wenn Sperr­müll ent­sorgt wer­den muss? Fil­lies: Wer sei­nen Sperr­müll ent­sor­gen will, kann die­sen ganz ein­fach on­line ü­ber un­sere Ho­me­page an­mel­den. Dort gibt es ein On­line-For­mu­lar, dass man aus­fül­len muss. Eine An­mel­dung per E-Mail ist eben­falls mög­lich. Die klas­si­sche Va­ri­ante per Te­le­fon ist aber auch im­mer noch gern ge­se­hen. Eine Rück­mel­dung ü­ber den Ter­min er­hält man bin­nen vier Wo­chen. Je­doch spätes­tens eine Wo­che vor dem Ter­min. Wie­viel Ku­bik­me­ter Sperr­müll pro Jahr und Haus­halt sind kos­ten­frei und wie teuer sind Mehr­men­gen? Adolf: Pro Haus­halt kön­nen pro Jahr 2 Ku­bik­me­ter Sperr­müll kos­ten­frei ent­sorgt wer­den. Wer mehr Sperr­müll hat, zahlt dann pro Ku­bik­me­ter 22 Euro ex­tra. Die Ent­sor­gung von Elek­tro­geräten ist hin­ge­gen im­mer kos­ten­frei. Auch sie kön­nen bei der AGA ab­ge­ge­ben wer­den bzw. wer­den auch ab­ge­holt. Was pas­siert, wenn ein­fach mehr an die Straße ge­stellt wird, als zu­vor an­ge­ge­ben oder wenn die Nach­barn bei Nacht und Ne­bel noch et­was da­zu­stel­len? Adolf: Der Sperr­müll muss ja zunächst an­ge­mel­det wer­den. Bei die­ser An­mel­dung gibt der Bür­ger be­reits an, was er ge­nau ent­sor­gen will und wie­viel. Wenn die Menge die 2 Ku­bik­me­ter ü­ber­schrei­tet, dann wird man eine Mit­tei­lung er­hal­ten, dass man mehr be­zah­len muss. Was pas­siert im um­ge­kehr­ten Fall, wenn der Kunde ver­gisst, den Sperr­müll an die Straße zu stel­len? Fil­lies: Keine Sor­ge, der Kunde wird dann nicht gleich ge­ahn­det. Wir wer­den uns al­ler­dings auch nicht mel­den. Meist mel­det sich der Kunde dann von al­lei­ne. Wir neh­men das ein­fach als Leer­fahrt hin. Lo­gis­tisch sind wir ja im­mer so auf­ge­stellt, dass bei meh­re­ren Haus­hal­ten in ei­nem be­stimm­ten Be­zirk, an die­sem Tag der Sperr­müll ab­ge­holt wird. Ist es ge­setz­wid­rig, wenn am Abend vor der Ab­fuhr je­mand Sperr­müll nach brauch­ba­ren Din­gen durch­sucht und sich an den Sa­chen be­dient? Fil­lies: Je we­ni­ger ent­sorgt wer­den muss, umso bes­ser. Bei Elek­tromüll könnte es aber schon hei­kel wer­den. Das liegt aber auch an der Men­ge. Ge­gen einen mit­ge­nom­me­nen CD-Player wird schon kei­ner et­was ha­ben. Kön­nen ganze Schrän­ke, Sid­boards, Schreib­tisch etc. an die Straße ge­stellt wer­den, oder müs­sen größere Mö­belstü­cke zer­legt sein? Adolf: Die Mö­bel kön­nen so wie sie sind an die Straße ge­stellt wer­den und müs­sen nicht zer­legt wer­den. Was pas­siert nach der Ab­ho­lung mit dem Sperr­müll? Fil­lies: Der Sperr­müll wird zer­legt und nach Ma­te­ria­lien sor­tiert. Das meiste wird dann zur Wie­der­ver­wen­dung be­nutzt. Denn tatsäch­lich ist es so, dass wir ver­su­chen, dass so we­nig wie mög­lich end­gül­tig in der Müll­ver­bren­nungs­an­lage lan­det. Wird in al­len lip­pi­schen Ge­mein­den ent­sorgt? Fil­lies: Außer in Horn-Bad Mein­berg sind wir in ganz Lippe für die Ent­sor­gung des Sperr­mülls zu­stän­dig. Beim Elek­troschrott ist es dann aber tatsäch­lich der ganze Kreis. Das In­ter­view führte die LA-Vo­lontärin Ju­liana Sz­abo BUZ:

vom 06.02.2019 | Ausgabe-Nr. 6A

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