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Im Konzerthaus
ertönt Mozart

Nordwestdeutsche Philharmonie begeistert die Besucher

Die Nordwestdeutsche Philharmonie begeisterte das Publikum Foto: Wolff

Die Nord­west­deut­sche Phil­har­mo­nie be­geis­terte das Pu­bli­kum Fo­to: Wolff

Bad Sal­zu­flen (g­w). Ein opu­len­ter, akus­tisch meis­ter­haf­ter Abend er­war­tete die Be­su­cher im Sal­zu­fler Kon­zert­haus beim Pro­gramm der Nord­west­deut­schen Phil­har­mo­nie. Zum Bes­ten ge­ge­ben wur­den Igor Stra­wins­kys Pul­ci­nella-Sui­te, das Kla­vier­kon­zert Nr. 21. C.-Dur von Mo­zart so­wie die Sin­fo­nie Nr. 40 des "­Salz­bur­ger Wun­der­kin­des". Di­ri­gent Yves Abel ver­stand es mit sei­nem ein­fühl­sa­men Di­ri­gat das Or­che­s­ter zu ei­nem wohl­klin­gen­den Klang­kör­per zu for­men. Auch Pia­nist Leo­nardo Pier­do­me­nico ließ das Kla­vier­kon­zert in ei­ner Weise er­klin­gen als säße Mo­zart selbst am Flü­gel und prä­sen­tierte seine Kom­po­si­tion. Mo­zarts Kla­vier­kon­zert fügte sich mit sei­nem be­schwing­ten Cha­rak­ter naht­los an die Pu­ci­nella-Suite an. Mit schö­ner, kul­ti­vier­ter Ge­stal­tung und mar­kan­ten Ak­zen­ten der Blä­ser ge­stal­tete das Or­che­s­ter das Tutti ein­drucks­voll, be­vor das Kla­vier ein­setz­te, erst leise und zurück­hal­tend, dann mit glo­cken­klar per­len­den Läu­fen. Es war ein ge­gen­sei­ti­ges Um­spie­len in mu­si­ka­li­schen Mo­ti­ven, das der Pia­nist und Di­ri­gent mit sei­nem Or­che­s­ter als bes­tens ein­ge­spiel­tes Team sou­ver­än und ü­beraus an­re­gend in Szene setz­ten. Klar und prä­zi­se, mit zurück­hal­ten­der Fi­nesse schien das be­kannte Thema des lang­sa­men zwei­ten Sat­zes in den ers­ten Gei­gen durch die Kon­zert­halle zu schwe­ben und wurde dann auf be­zau­bernd fein­füh­lige Weise von Pier­do­me­nico am Kla­vier auf­ge­grif­fen, wei­ter­ge­spon­nen und ließ da­mit die In­ter­pre­ta­tion die­ses Sat­zes zu ei­nem Höhe­punkt des Kon­zertabends wer­den. To­sen­der Bei­fall des Pu­bli­kums brachte Leo­nardo Do­me­nico da­zu, noch vor der Pause eine Zu­gabe zu ge­ben. Im An­schluss dann er­tönte die Mut­ter al­ler Sin­fo­ni­en. Diese gilt als eine der größten sym­pho­ni­schen Werke der Mu­sik­ge­schich­te, die zum Höhe­punkt des mu­si­ka­li­schen Schaf­fens des großen Mo­zarts avan­cier­te. Be­mer­kens­wert ar­bei­te­ten die Mu­si­ker das Thema der Kom­po­si­tion her­aus, die in ei­ner sehr prekären Lage der Fa­mi­lie Mo­zart ent­stan­den war, was auch in der dunklen Grund­stim­mung hör­bar wur­de. Dis­so­nan­zen, das Zer­spren­gen von Har­mo­nien und Me­lo­dien er­zeugte bei den Zuhö­rern das Ge­fühl, sich mit Mo­zart in Wien zu be­fin­den, wo die­ser das Werk er­schaf­fen ha­ben soll.

vom 02.02.2019 | Ausgabe-Nr. 5B

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