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Rock’n’Roll unterstützt die Krebshilfe

"Rock gegen Krebs" begeistert mit den Schürzenjägern und Ireen Sheer

 

Oer­ling­hau­sen (k­d). Dr. Franz Kohl­hu­ber von der Deut­schen Krebs­hilfe war be­geis­tert. Zum wie­der­hol­ten Mal be­suchte er die Ver­an­stal­tung "­Rock ge­gen Krebs" und er war er­neut be­ein­druckt von der Aus­dauer der Oer­ling­hau­ser In­itia­ti­ve. Die Rock­nacht in der Aula des Schul­zen­trum fand be­reits zum 13. Mal statt. "Wir brau­chen auch einen lan­gen Atem, um neue Be­hand­lungs­me­tho­den zu er­pro­ben", sagte Kohl­hu­ber. "­Die Im­mun­the­ra­pie zum Bei­spiel wird seit den neun­zi­ger Jah­ren er­forscht, erst jetzt kann sie ein­ge­setzt wer­den." Auch der Schirm­herr, Oer­ling­hau­sens Bür­ger­meis­ter Dirk Becker, äußerte sich an­er­ken­nend ü­ber die lang­jäh­rige Ar­beit der Ver­eins­mit­glie­der. "We­ni­ger als 20 Men­schen or­ga­ni­sie­ren diese tolle Ver­an­stal­tung. Ich bin froh, dass ihr das eh­ren­amt­lich macht", sagte er. Für die 1.100 Be­su­cher stand oh­ne­hin zwei­fels­frei fest, dass der Abend un­ter dem Motto "Rock’n’Roll von der Wa­ter­kant bis ins Al­pen­lan­d" ein großes Fest sein wür­de. Die sechs Mu­si­ker aus dem Zil­ler­tal wur­den in Oer­ling­hau­sen herz­lich be­grüßt. Die "Schür­zen­jä­ger" zeig­ten, dass sich E-Gi­tarre und Stei­ri­sche Har­mo­ni­ka, trei­ben­der Beat und Pol­kaklänge sehr gut ver­tra­gen. Und ihr Dia­lekt kam auch im Nor­den an. "Heit´ ge­b´n ma uns den Wahn­sinn und sin­gen alle mit­ein­an­d", hieß es zum Bei­spiel im "­Zil­ler­ta­ler Hoch­zeits­blues". Und bei dem Ohr­wurm "­Si­erra Ma­dre" stimmte das ge­samte Pu­bli­kum ein. Mit "Es brennt" und "Heim­weh" hatte die Band mit Sän­ger Ste­fan "S­te­vy" Wil­helm aber auch neue Kom­po­si­tio­nen mit­ge­bracht. Sie seien gern zu Rock ge­gen Krebs ge­kom­men, be­tonte er. So eine eh­ren­amt­lich ge­führte In­itia­tive ge­gen die tücki­sche Krank­heit müsse man ein­fach un­ter­stüt­zen. Jörg Voss aus Ub­be­dis­sen ist ein be­ken­nen­der Schür­zen­jä­ger-Fan seit den 1990er Jah­ren. Al­ler­dings be­dau­erte er, dass die Band nicht mehr in der ur­sprüng­li­chen Be­set­zung exis­tiert, als noch Trach­ten­klei­dung dazu gehör­te. Für vier Ost­west­fa­len hin­ge­gen sind die jet­zi­gen Schüt­zen­jä­ger wür­dige Nach­fol­ger. "­Sonst muss­ten wir im­mer nach Ti­rol fah­ren, jetzt ha­ben wir ein Heim­spiel", mein­ten El­fie und Ralf Hindrak aus Oer­ling­hau­sen. Auch die El­tern Marg­ret und Pe­ter Hindrak hat­ten es von Pa­der­born nicht weit, um ihre Stars zu hören. Sie ha­ben schon zahl­rei­che Kon­zerte mit­er­lebt, "a­ber sie fas­zi­nie­ren im­mer wie­der und spre­chen alle Al­ters­grup­pen an", sagte Marg­ret Hindrak. Es sei an­er­ken­nens­wert, dass die Band nicht nur in großen Are­nen, son­dern häu­fig auch zu klei­nen Kon­zer­ten kommt. Den Abend eröff­nete die Sän­ge­rin Ireen Sheer. Da sie vor­nehm­lich mit Schla­gern ("Heut‘ Abend hab‘ ich Kopf­weh") be­kannt wur­de, ü­ber­raschte sie et­li­che Be­su­cher mit ih­rer aus­drucks­star­ken Stim­me, die sie un­ter an­de­rem bei "A­ma­zing Gra­ce" be­wies. Be­reits in sei­ner Ju­gend­zeit in den sieb­zi­ger Jah­ren hatte Klaus Büker einen Auf­tritt von Ralf Schupp­ner und sei­nen "Thun­der­birds" mit­er­lebt. Jetzt stand "­die ost­west­fä­li­sche Rock­le­gen­de" er­neut auf der Büh­ne. "Das ist wie beim Wein – je äl­ter de­sto qua­lität­vol­ler", meinte Schupp­ner und ü­ber­zeugte die Zuhö­rer mit kräf­ti­gen Klas­si­kern quer durch die Rock­ge­schichte der frühen Jah­re. Durch meh­rere Auf­tritte bei Rock ge­gen Krebs wa­ren "­The Ratt­les" eben­falls alte Be­kann­te. Bas­sist Her­bert Hil­de­brandt gehört der Band be­reits seit 1969 an. Als Ü­ber­ra­schung des Abends ent­puppte sich Neu­ein­stei­ger Max Kret­zen­ba­cher. Wie läs­sig, sou­ver­än und vir­tuos der junge Mu­si­ker die Soli auf sei­ner Gi­tarre hin­leg­te, vor al­lem bei "Whisky in the jar", brachte ihm einen Son­de­rap­plaus ein. Mit ei­ge­nen Kom­po­si­tio­nen und Tex­ten auf Deutsch hat er schon et­li­che auf­nah­men ver­öf­fent­licht. "­Rock n Roll be­deu­tet hung­rig zu sein", lau­tet sein Cre­do. "­Die Stim­mung ist hier im­mer gut, man ist nah an den Mu­si­kern und merkt dann, dass sie auch et­was von ih­rem Hand­werk ver­ste­hen", meinte An­ne­liese Ull­rich aus Bie­le­feld, die schon mehr­mals zu Gast war. Erst­ma­lig konnte sie auch ihre Freun­din Tina Os­ter­haus ü­ber­zeu­gen mit­zu­kom­men. Sie war be­geis­tert: "­Die Bands su­chen hier den di­rek­ten Kon­takt zum Pu­bli­kum und es wird deut­lich, die mei­nen es ehr­lich." Für das kom­mende Jahr ste­hen die meis­ten Künst­ler bei Rock ge­gen Krebs be­reits fest. So wer­den vor­aus­sicht­lich "Voo­doo Loun­ge", Dave Hill mit "S­la­de" und Steve Young mit den "­Beat­nights" auf­tre­ten, ver­riet In­itia­tor Klaus Büker.

vom 24.11.2018 | Ausgabe-Nr. 47B

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