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» Horn-Bad Meinberg

Wiederbelebung der Lachmuskeln

Freilichtbühne Bellenberg startet mit Komödie in die Spielzeit

Alina Hetland

Alina Het­land

Horn Bad-Mein­berg (ah). To­sen­der Ap­plaus und ste­hende Ova­tio­nen gab es beim Auf­takt der Spiel­sai­son der Frei­licht­bühne Bel­len­berg. Das Stück "Ein Schlüs­sel für Zwei" be­geis­terte die Zu­schauer mit sei­nen Ver­wechs­lun­gen und Tur­bu­len­zen. Auf der Bühne ging es um die mo­ra­lisch eher frag­li­che Hal­tung ei­ner Da­me, die es mit der An­zahl ih­rer Lieb­ha­ber nicht so ge­nau nimmt. 
­Spiel­lei­ter Ben­ja­min Oehls und seine sie­ben Prot­ago­nis­ten zeig­ten ne­ben dem "­ge­wohnt ho­hen Ni­veau der schau­spie­le­ri­schen Leis­tung", so Zu­schauer Frank Zie­gen­bein, auch lei­den­schaft­li­che De­tail­ver­liebt­heit bei der In­sze­nie­rung. So ist die Bett­li­te­ra­tur von Un­fallop­fer und Zweit-Lieb­ha­ber "Gor­don", ein Ori­gi­nal Play­boy aus den Acht­zi­gern und das für die Hand­lung nicht un­er­heb­li­che, hart ge­kochte Ei wird mit ei­ner Prise Salz ver­speist. 
Noch ent­schei­den­der für den Ver­lauf der ab­surd ko­mi­schen und ver­dreh­ten Ge­schichte ist al­ler­dings die üp­pig ge­füllte Mi­ni­bar und de­ren Aus­wir­kun­gen. Schal­len­des Geläch­ter vom Pu­bli­kum be­glei­tet den Auf­tritt des be­trun­ke­nen Tier­arz­tes "Ri­chard", der das ge­samte Lü­gen­kon­strukt der Prot­ago­nis­tin "Har­riet" fast zum Einstür­zen bringt, als er in der spon­tan er­fun­de­nen "Pri­vat­kli­ni­k" auf­taucht. Ge­grün­det und er­baut mit freund­li­cher Un­ter­stüt­zung des wohl­täti­gen... ähm... "­Johnny Wal­ker!". Am Ende gab es für fast alle Be­tei­lig­ten ein – wenn auch außer­ge­wöhn­li­ches - Happy End, wel­ches dem ab­surd ko­mi­schem Hu­mor der Ge­schichte bes­tens ge­recht wird. Ein­zig für den ar­men Pa­ti­en­ten des be­trun­ke­nen Tier­arz­tes kam jede Hilfe zu spät. Trotz in­ten­si­ver Wie­der­be­le­bungs­ver­su­che ge­lang es dem Ve­te­rinär nicht, die Fuchss­tola der ver­wirr­ten "­Mild­re­d" zu ret­ten. 
Für viele Horn-Bad­mein­ber­ger ist die Bühne des Frei­licht­thea­ters An­lauf­punkt re­gel­mäßi­ger Be­su­che. "Wir kom­men je­des Jahr her. Es ist herr­lich un­kom­pli­ziert und die At­mo­s­phäre ein­fach toll", fin­det Me­la­nie Plaß. Sie schätzt die lo­ckere Stim­mung im Ge­gen­satz zum klas­si­schen Thea­ter. 
Auch Bür­ger­meis­ter Ste­phan Ro­ther hat sich vor­ge­nom­men in die­sem Som­mer alle drei Stü­cke an­zu­se­hen: "Auf das Kin­der­stück freue ich mich am meis­ten", gibt er zu und lacht. Die Ar­beit der Bühne sei von un­schätz­ba­rem Wert für die Dorf­ge­mein­schaft und den Zu­sam­men­halt im Ort, lobt er. Das bestäti­gen auch die Bel­len­ber­ger selbst. Frank Zie­gen­bein zum Bei­spiel, wohnt di­rekt ne­ben "Gor­don" aus dem Stück. "Es ist schon lus­tig, wenn man sich sonst nur je­den Mor­gen am Gar­ten­zaun sieht. Ich finde es sehr be­ein­dru­ckend, was hier auf kom­plett eh­ren­amt­li­cher Ba­sis für qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Pro­duk­tio­nen ent­ste­hen". Außer­dem sei man im­mer wie­der ge­spannt auf die neuen Büh­nen­bil­der, fügt seine Frau Tina hin­zu. Frank Zie­gen­bein ist ü­ber­zeugt, dass be­son­ders die Kin­der­stü­cke einen idea­len Be­geg­nungs­ort für Kin­der- und Ju­gend­li­che dar­stel­len. 
­Die­sen Ein­druck kann auch die Schü­le­rin Romy Töte­meier aus Horn-Bad Mein­berg bestäti­gen. Ei­nige ih­rer Freunde en­ga­gie­ren sich bei der Frei­licht­büh­ne. Heute ist sie als Zu­schaue­rin mit ih­rem Va­ter da. "Ich habe auch schon öf­ter mal ü­ber­legt bei ei­nem Stück mitz­u­ma­chen", erzählt sie, "a­ber lei­der habe ich zu we­nig Zeit". Das dies­jäh­rige Er­wach­se­nenstück ge­falle bei­den sehr gut, "lus­tig, leicht und amüsant", fasst Nils Töte­meier zu­sam­men.

vom 19.05.2018 | Ausgabe-Nr. 20B

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