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Im Keller schlummern viele Patente und jede Menge Geschichten

Staatsbad-Mitarbeiter stolpern über spannende Zeitzeugnisse

 

Bad Sal­zu­flen (n­r). Was pas­siert, wenn sich Kar­tons und Klad­den vol­ler wie­der­ent­deck­ter al­ter Do­ku­men­te, Bil­der und Zeit­zeug­nisse ei­nes Kur­ba­des in ei­nem Raum mit drei Ar­chi­va­ren, ei­nem Kurdi­rek­tor und ei­ner Stadt­füh­re­rin be­fin­den? Rich­tig, es schwappt Be­geis­te­rung hoch – und zwar jede Men­ge. Dass, was Staats­ba­d– Mit­ar­bei­ter im Kel­ler des Kur­gast­zen­trums jetzt an die Ober­fläche ge­holt ha­ben, sind "alte Schät­ze"; Schrift­stü­cke und Ab­bil­der ver­gan­ge­ner Zei­ten des Kur­ba­des, dar­un­ter so­gar ei­nige Pa­ten­te, wie "­Sal­zu­fler Mi­ne­ral­pa­stil­len".

Würde nicht das Ju­biläum "200 Jahre So­le­ba­d" in greif­ba­rer Nähe ge­stan­den ha­ben, wür­den die al­ten Do­ku­mente wohl auch wei­ter­hin ih­ren Dorn­rö­schen­schlaf in den Kel­lerräu­men des Kur­gast­zen­trums fris­ten. "A­ber natür­lich woll­ten wir vor un­se­rem großen Ju­biläum wis­sen, was zum 150. oder 175. Ju­biläum so al­les auf die Beine ge­stellt wor­den ist", erzählt Kurdi­rek­tor Ste­fan Krie­ger. Dass sie bei Re­cher­che­ar­bei­ten ge­ra­dezu alte Schätze wie­der ent­de­cken wür­den, hätte wohl nie­mand ge­ahnt. Dar­un­ter sind Ori­gi­nal­pa­ten­te, Zu­las­sun­gen und Wa­ren­schutz­zei­chen; Un­men­gen Fo­tos von öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, wie Kon­zer­ten oder Tanz­tees; Per­so­nal­ak­ten; Ver­si­che­rungs­pro­zes­se; Kur­nach­rich­ten und et­li­ches mehr. "Das sind Do­ku­men­te, die ein Stück Ge­schichte des Heil­ba­des kon­ser­vie­ren", freut sich Ste­fan Krie­ger. Aber nicht nur er strahlt, denn auch Stadt­ar­chi­var Ar­nold Beuke und Dr. Jo­han­nes Burk­hardt und Wolf­gang Ben­der als Ver­tre­ter des Lan­des­ar­chivs, rei­ben sich die Hände und freuen sich auf viele schöne Fund­stücke.A­ber nicht al­les, was ge­fun­den wur­de, ist es wert, ar­chi­viert zu wer­den. "Da gibt es eine Menge Doublet­ten und von man­chem Foto zig Ab­zü­ge", weiß Stadt­füh­rern Sa­bine Mir­bach zu be­rich­ten. Sie war im wahrs­ten Sinne des Wor­tes ü­ber einen die­ser Kar­tons mit In­halt aus ver­gan­ge­nen Zei­ten, ge­stol­pert. Was von Be­deu­tung ist, wird sich nach der Sich­tung durch die Ex­per­ten zei­gen. Alle Ver­wal­tungs­vor­gänge des So­le­ba­des, die noch vor 2003 ab­ge­schlos­sen wur­den und so­mit noch in den Zu­stän­dig­keits­be­reich des Lan­des­ver­ban­des ge­fal­len sind, gehören ins Lan­des­ar­chiv. Erst seit­dem das Staats­bad eine hun­dert­pro­zen­tige Toch­ter der Stadt Bad Sal­zu­flen wur­de, gehört al­les was da­nach ge­schicht­lich re­le­vant ist, ins Stadt­ar­chiv. Dass das Ma­te­rial ir­gend­wann in ver­schie­de­nen Ar­chi­ven la­gern wird, sei bei den be­ste­hen­den Netz­wer­ken und der fort­schrei­ten­den Di­gi­ta­li­sie­rung der Ar­chi­vie­rung kein Pro­blem, sind sich die Ar­chi­vare ei­nig. Vor­her müs­sen die Do­ku­mente je­doch erst ein­mal ar­chi­viert wer­den – und das braucht Zeit. Kurdi­rek­tor Ste­fan Krie­ger konnte den Ar­chi­va­ren aber noch eine wei­tere Fach­kraft ver­spre­chen, die bei der Ar­chi­vie­rung hel­fen wird. Eine Aus­stel­lung könne zum jet­zi­gen Zeit­punkt si­cher­lich noch nicht ins Auge ge­fasst wer­den, so der Kurdi­rek­tor auf Nach­fra­ge, al­ler­dings würde man auch zukünf­tig im­mer wie­der den Fo­kus auf sol­che ge­schicht­li­chen Hin­ter­gründe le­gen und zu ge­ge­be­ner Zeit auch zugäng­lich ma­chen kön­nen. Be­reits ar­chi­vierte Do­ku­mente könn­ten ja auch je­der­zeit im Stadt­ar­chiv ein­ge­se­hen wer­den. Viele der Fund­stü­cke seien nicht nur für das So­le­bad von großer Be­deu­tung, wür­den sie doch auch die Ge­schichte der Stadt im Wan­del der Zeit do­ku­men­tie­ren, so Dr. Burk­hardt. Stadt­ar­chi­var Ar­nold Beuke fügte hin­zu, dass das Staats­bad einst nur ein Ne­ben­pro­dukt der Salz­ge­win­nung ge­we­sen sei. Erst Mitte des 18. Jahr­hun­derts hät­ten Ärzte die Sole me­di­zi­nisch nutz­bar ge­macht. Es sei ganz wun­der­bar, dass sich das Heil­bad auch auf seine Ge­schichte be­sin­ne. Das be­kräf­tigte auch der Kurdi­rek­tor: "Wir fühlen uns der Tra­di­tion stark ver­pflich­tet und sind uns der Strahl­kraft des Staats­ba­des be­wusst. Wir wa­ren einst eins der führen­den Kur- und Heilbä­der in Deutsch­land und das wer­den wir auch wie­der­."

vom 14.04.2018 | Ausgabe-Nr. 15B

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