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Mit rätselhafter Vergangenheit

Messingfernrohr restauriert

Bad Sal­zu­flen. Das Stadt­ar­chiv Bad Sal­zu­flen be­treut ne­ben den Ar­chiv­bestän­den auch die Samm­lungs­ob­jekte des frühe­ren Stadt- und Bä­der­mu­se­ums. Ein Ge­gen­stand aus dem Alt­be­stand der Samm­lung er­fuhr nun neue Auf­merk­sam­keit. Ein Mes­sing­fern­rohr aus der Zeit um 1810, das laut Ar­chiv­lei­ter Ar­nold Beuke zum frühe­s­ten Samm­lungs­be­stand zu rech­nen ist und, weil leicht ram­po­niert, lange un­be­ach­tet ge­blie­ben war, wurde jüngst ei­ner gründ­li­chen Re­stau­rie­rung un­ter­zo­gen.

Fachre­stau­ra­to­rin Do­ro­thee Brück aus Pa­der­born war von dem Ob­jekt be­geis­tert: "Das auf­fal­lend auf­wän­dig ge­ar­bei­tete Fern­rohr stammt laut Ein­gra­vie­rung von ei­ner nam­haf­ten Adresse in Lon­don und dürfte in sei­ner Zeit zu den Spit­zen­pro­duk­ten der op­ti­schen Tech­nik gehört ha­ben. Ein Be­sit­zer­ver­merk auf dem Fut­te­ral weist nach, dass es vor 1816 ent­stan­den sein muss." Beuke freut sich ü­ber die­ses Kleinod sei­nes Be­stan­des, das sei­nen his­to­ri­schen For­scher­drang weckt: "Ein tol­ler Fund im Ma­ga­zin­be­stand. Der in­di­vi­du­el­len Ge­schichte und Her­kunft des Fern­rohrs müs­sen wir noch ge­nauer nach­ge­hen. Als Prä­zi­si­ons­gerät sei­ner Zeit passt es her­vor­ra­gend zum Be­stand des berühm­ten Apo­the­kers und Na­tur­for­schers Ru­dolph Bran­des, des­sen Nach­lass wir im Stadt­ar­chiv ver­wah­ren. Dort wol­len wir nun auch das Fern­rohr im Zu­sam­men­hang mit der wis­sen­schaft­li­chen Bi­blio­thek von Bran­des prä­sen­tie­ren." Der Hei­mat- und Ver­schö­ne­rungs­ver­ein Bad Sal­zu­flen hat die Re­stau­rie­rung fi­nan­zi­ell un­ter­stützt. Auch des­sen Vor­sit­zen­der Dr. Ste­fan Wie­se­kop­sie­ker ist von dem Fern­rohr und dem Re­stau­rie­rungs­er­geb­nis be­ein­druckt. "Frau Brück hat ein Glanz­stück wie­der her­ge­stellt. Die Sal­zu­fler Mu­se­ums­samm­lung steckt vol­ler un­ge­ho­be­ner Schät­ze, die zum Glück auf­merk­sam ver­wahrt wer­den." So hofft der Ver­ein, dass sich für die Mu­se­umsstü­cke künf­tig wie­der eine an­ge­mes­sene und neue, zeit­gemäße Form der Prä­sen­ta­tion fin­den wird. "Un­ser Ver­ein steht zu ei­ner Un­ter­stüt­zung un­ver­än­dert be­reit."

vom 13.12.2017 | Ausgabe-Nr. 50A

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