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Der "Alte" wird noch gebraucht

"Computertruhe" bereitet ausgediente PC’s für Bedürftige auf

 

Lemgo (n­r). Zu lang­sam ge­wor­den, nicht mehr auf dem Stand der Tech­nik oder schlicht­weg ab­ge­liebt – so manch "al­tes" Com­pu­ter­schätz­chen düm­pelt in ir­gend­ei­ner Zim­me­r­e­cke vor sich hin und war­tet dar­auf, ent­sorgt zu wer­den. Dass es aber auch an­ders geht, zeigt die Com­pu­ter­truhe in Lem­go, die alte Rech­ner auf­be­rei­tet und kos­ten­los an Be­dürf­tige ab­gibt.

Als bun­des­weit erste Zweig­stelle des ge­meinnüt­zi­gen Ver­eins "­Com­pu­ter­truhe e.V." im Breis­gau, hatte die Lem­goer Com­pu­ter­truhe am ver­gan­ge­nen Wo­chen­ende im Frak­ti­ons­büro der GfL (Ge­mein­sam für Lem­go) zum ers­ten Mal ihre Türen geöff­net. Einen po­li­ti­schen Hin­ter­grund hat die In­itia­tive al­ler­dings nicht, wie Mit­i­ni­tia­tor Heiko Dross von den Pi­ra­ten be­tont. "Es geht aus­sch­ließ­lich um die Un­ter­stüt­zung von be­dürf­ti­gen Men­schen, wie Ar­beits­lose und Flücht­lin­ge. Sie dür­fen nicht von den Mög­lich­kei­ten mo­der­ner In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie ab­ge­schnit­ten wer­den", er­klärt er. "­Die No­te­books und Com­pu­ter, die bei uns lan­den, wären in ab­seh­ba­rer Zeit ein­fach ent­sorgt wor­den. Wie be­rei­ten sie auf. Dafür ver­wen­den wir eine spe­zi­elle Soft­wa­re, die vor­han­dene Da­ten un­le­ser­lich macht und ge­ben die Rech­ner dann an Be­dürf­tige ab." Wich­tig ist, dass die Be­dürf­tig­keit nach­ge­wie­sen wer­den muss; ent­we­der mit ei­ner Be­darfs­karte oder dem Be­scheid ü­ber Ar­beits­lo­sen­geld II. Das In­ter­esse an der In­itia­tive ist schon jetzt groß. 80 Com­pu­ter sind im Vor­feld be­reits in der Com­pu­ter­truhe ab­ge­ge­ben wor­den und auch die Nach­frage ist re­ge. "­Die Hemm­schwelle bei Be­dürf­ti­gen ist aber si­cher­lich noch groß", so Heiko Dross. "Ab März wer­den Flyer an ent­spre­chen­den An­lauf­stel­len aus­ge­leg­t." Aus Si­cher­heits­grün­den la­gern die Com­pu­ter nicht im Frak­ti­ons­büro der GfL. An­nahme und An­frage sol­len ent­we­der per­sön­lich in den Räu­men der GfL-Frak­tion statt­fin­den (Zei­ten wer­den ü­ber die Presse be­kannt ge­macht) oder per E-Mail an "lem­go@­com­pu­ter­tru­he.­de" ge­hen. Dann kön­nen die Com­pu­ter- und Netz­werk­s­pe­zia­lis­ten Ingo Wo­elk und Heiko Dross auch das An­ge­bot nach Nut­zungs­an­frage rich­ten. Die Rech­ner wer­den mit ei­nem Li­nux Be­triebs­sys­tem und ei­ner freien Soft­ware aus­ge­stat­tet. Gilt es doch, be­dürf­ti­gen Men­schen mit ei­ner Grund­aus­stat­tung so­wohl den Zu­gang zum In­ter­net, als auch die Mög­lich­keit ei­ner Text­bear bei­tung zu ge­ben. Jetzt müs­sen die Netz­werk­s­pe­zia­lis­ten erst ein­mal zu­se­hen, dass die an­ge­bo­te­nen Rech­ner auch tatsäch­lich noch ver­wend­bar sind. "Äl­ter als 10 Jahre soll­ten sie nicht sein", er­klärt Heiko Dross. "Noch äl­tere Mo­delle ma­chen dann kei­nen Sinn mehr." Am heu­ti­gen Sams­tag hat die Com­pu­ter­truhe in der Brei­ten Straße 60 von 10 bis 12 Uhr geöff­net.

vom 25.02.2017 | Ausgabe-Nr. 8B

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