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Lyrik und Malerei im Dialog

Vernissage mit Lyrik und Musik in der Produzentengalerie

Det­mold (b­c). Wie es ist, wenn Poe­sie und Ma­le­rei auf­ein­an­der­tref­fen, satte Pin­sel­stri­che und kräf­tige Far­ben mit star­ken Wor­ten eine be­ein­dru­ckende Ver­bin­dung ein­ge­hen, zeigte die Eröff­nungs­ver­an­stal­tung ei­ner Aus­stel­lung in der Pro­du­zen­ten­ga­le­rie 13.14 in Det­mold. Be­tritt man die Ga­le­rie ist der erste Ein­druck ein Far­ben­leuch­ten: in­ten­sive Far­ben er­gießen sich flächig auf meist groß­for­ma­ti­gen Bildträ­gern. Ne­ben je­dem Bild ist ein Ge­dicht von Vera Lud­wig so plat­ziert, dass ein Zu­sam­men­hang ver­mu­tet wer­den kann. "Ut pic­tura poe­sis" - Eine Dich­tung ist wie ein Gemäl­de. Ein Satz, so ein­fach wie ge­nial, den der rö­mi­sche Dich­ter Ho­raz vor zwei­tau­send Jah­ren da kund­tat. Und es gilt bis heu­te, sin­niert man ü­ber das Ver­hält­nis von Dich­tung und Bil­den­der Kunst. Vera und Jo­hann Ge­org Lud­wig – Toch­ter und Va­ter - ge­hen zwar ver­schie­dene künst­le­ri­sche Wege und wählen un­ter­schied­li­che Spra­chen, Wort­spra­che und Bild­spra­che kom­men aber zu ei­nem ge­mein­sa­men Sein.

Vera Lud­wig, 1978 in Det­mold ge­bo­ren, hält ein­drucks­voll in ih­ren Ge­dich­ten Stim­mun­gen fest: Ihre Ge­dichte han­deln von der Lie­be, von der Er­leb­nis­fül­le, den Sin­nes­rei­zen, von der Na­tur - von der Dich­tung selbst. Die klei­ne, so sehr feine Le­sung ver­mit­telt dies tief berührend dem Zuhö­rer und nimmt in mit auf eine Reise in sein ei­ge­nes Ich. Denn die Deu­tung ei­nes mo­der­nen Ge­dich­tes sieht sich genötigt, sehr viel län­ger bei sei­ner Aus­sage zu ver­wei­len als bei sei­nen In­hal­ten, Mo­ti­ven, The­men. Die Kla­ri­net­tis­tin Ma­tan Da­vid stu­dierte an der Hoch­schule für Mu­sik Det­mold. Ihre Liebe gehört der Kam­mer­mu­sik, der Im­pro­vi­sa­tion. Mu­sik ist ver­tonte Poe­sie. Und so ge­hen Mu­sik und Wort eine Ver­bin­dung ein, die – wie man so schön sagt – mehr ist als die Summe der ein­zel­nen Be­stand­tei­le. Und im Zu­sam­men­klang mit den aus­ge­stell­ten Bil­dern von Jo­hann Ge­org Lud­wig ver­schmel­zen am Eröff­nungs­tag bil­dende Kunst, Ly­rik und Mu­sik mit­ein­an­der, ganz nach dem Motto "­die Kunst der Sinne – Sinne in der Kunst­". Nicht nur für un­sere zen­tra­len Sinne Au­gen und Oh­ren sind da­mit Tür und Tor geöff­net. Die Ver­nis­sage stieß auf eine er­freu­lich große Re­so­nanz. Da­her hat sich Jo­hann Ge­org Lud­wig, lang­jäh­ri­ger Mit­ar­bei­ter des SOS-Kin­der­dorf e.V., ent­schlos­sen, die Hälfte des Er­lö­ses aus Bil­der­ver­käu­fen an das SOS-Kin­der­dorf Mal­leco in Chile zu spen­den. Die Aus­stel­lung in der Pro­du­zen­ten­ga­le­rie (Richt­ho­fen­straße 16) ist bis zum 11. Ja­nuar je­weils mitt­wochs von 15 bis 18 Uhr und sams­tags von 11 bis 14 Uhr zu be­sich­ti­gen.

vom 07.12.2016 | Ausgabe-Nr. 49A

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