LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Detmold

Erfahrungen und Hoffnungen

40 Jahre Selbsthilfe der Anonymen Alkoholiker in Detmold

Det­mold. Die Ge­mein­schaft der An­ony­men Al­ko­ho­li­ker – kurz AA ge­nannt – gehört zu den äl­tes­ten Selbst­hil­fe­grup­pen welt­weit. Im ver­gan­ge­nen Jahr wurde das 80-jäh­rige Be­ste­hen ge­fei­ert. Auch die Det­mol­der AA hat in die­sem Jahr Grund zu fei­ern: Seit 40 Jah­ren gibt es die Gruppe be­reits. Trotz strö­men­den Re­gens tra­fen sich Ende Juni zwölf Grup­pen­mit­glie­der der Det­mol­der AA im Flug­platz­re­stau­rant "Check in­" in Oer­ling­hau­sen, um das vier­zig­jäh­rige Be­ste­hen ih­rer Gruppe zu fei­ern.

Es war am 14. Mai 1976, als zwei AA-Freunde aus Bie­le­feld zum ers­ten Mee­ting in Det­mold ein­lu­den. Eine Hand­voll Be­trof­fe­ner bil­dete den Grund­stock. Zunächst traf man sich re­gel­mäßig frei­tags, von den Bie­le­fel­dern be­glei­tet, um die­ses zarte AA-Pflänz­chen beim Wach­sen zu un­ter­stüt­zen. Die ers­ten Det­mol­der Mee­tings fan­den in der Al­ten­be­geg­nungs­stätte an der Fritz-Reu­ter-Straße statt. Da die Gruppe schnell wuchs, wur­den die Räume dort bald zu eng. Zum Glück stellte die Evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­meinde Det­mold-West Räum­lich­kei­ten im Ge­mein­de­haus Mar­tin-Lu­ther-Straße 39 zur Ver­fü­gung, die bis heute je­den Mon­tag von 20 bis 22 Uhr kos­ten­frei ge­nutzt wer­den dür­fen. Zeit­gleich wurde für An­gehö­rige und Freunde der Be­trof­fe­nen eine so­ge­nannte AL-ANON-Gruppe ins Le­ben ge­ru­fen. Sie bie­tet um­fang­reich Hilfe und Un­ter­stüt­zung, wenn Part­ner, Kin­der oder El­tern trin­ken oder ge­trun­ken ha­ben. Denn Al­ko­ho­lis­mus ist eine "Fa­mi­li­en­krank­heit", oft mit schwe­ren geis­ti­gen, kör­per­li­chen und so­zia­len Schä­den für die ganze Fa­mi­lie. Der Zu­spruch in bei­den Grup­pen war so groß, dass 1989 die Auf­tei­lung in je­weils zwei ei­genstän­dige Grup­pen nötig wur­de. Pas­sende Räum­lich­kei­ten fand man im Ge­mein­de­haus an der Bergstraße 44, wo je­den Mitt­wo­ch, eben­falls um 20 Uhr, AA- und AL-ANON-Mee­tings an­ge­bo­ten wer­den. Seit der Grup­pen­grün­dung ha­ben in Det­mold rund 3.500 AA- und fast ebenso viele AL-ANON-Mee­tings statt­ge­fun­den. Laut AA-Gruppe schwin­det aber auch in Det­mold das In­ter­esse und der Zu­spruch an An­gehö­ri­gen­grup­pen. "In al­len un­se­ren Grup­pen tref­fen sich die Freun­din­nen und Freunde um ge­mein­sam Er­fah­rung, Kraft und Hoff­nung zu tei­len", heißt es in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung der Det­mol­der AA. Auf die Frage nach dem per­sön­li­chen Ge­winn aus der AA-Zu­gehö­rig­keit habe es viele un­ter­schied­li­che po­si­tive Ant­wor­ten ge­ge­ben. In be­son­de­rer Er­in­ne­rung blei­ben die star­ken Aus­sa­gen: "Ich danke AA dafür, dass ich mich nicht um­ge­bracht ha­be!", "Ich konnte nach dem Un­fall mei­ner Frau zu Hause al­les Not­wen­dige mit un­se­ren klei­nen Kin­dern re­geln, was zu re­geln war. Zu­vor un­denk­bar!" Oder: "Ich habe durch AA wie­der Tan­zen und La­chen ge­lernt!" Die Grup­pen, so die Ein­schät­zung der Det­mol­der AA, be­fin­den sich ge­nau dort, wo sie hin­gehören: Mit­ten im Le­ben.

vom 17.08.2016 | Ausgabe-Nr. 33A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten