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Organspenden retten Leben

Selbsthilfegruppe für Dialyse- und Transplantation klärt auf

Kreis Lip­pe/­Det­mold (ck). Un­ter dem Mot­to: "Ein neues Le­ben kann man nicht be­gin­nen, aber täg­lich einen neuen Tag" ar­bei­ten und in­for­mie­ren die Mit­glie­der der Selbst­hil­fe­gruppe "­Dia­lyse und Trans­plan­ta­tion" in Det­mold. Ent­stan­den ist die Gruppe aus dem Ver­ein SDT Lip­pe. Die­ser wurde in die­sem Jahr auf­gelöst, die Mit­glie­der en­ga­gie­ren sich als Selbst­hil­fe­gruppe aber wei­ter für Or­gan­spen­de.

Der Ver­ein stand al­len Be­trof­fe­nen aus den Be­rei­chen Vor­dia­ly­se­sta­dium (Prä­dia­ly­se­pa­ti­en­ten), Dia­ly­se­pa­ti­en­ten (Hä­mo­dia­lyse und Pe­ri­to­neal­dia­ly­se) und trans­plan­tier­ten Pa­ti­en­ten un­ter­stüt­zend zur Seite – nach dem Mot­to: "­Be­trof­fene be­ra­ten Be­trof­fe­ne.""Lei­der sind in den letz­ten Jah­ren sechs un­se­rer Mit­glie­der ver­stor­ben, was uns dazu zwang den 2003 ge­grün­de­ten Ver­ein auf­zulö­sen", er­klärt Hans-Die­ter Roh­de, der sel­ber vor Jah­ren eine Spen­der­niere er­hal­ten hat und so wie­der ein nor­ma­les Le­ben le­ben kann. "Wir hier in der Selbst­hil­fe­gruppe sind alt­trans­plan­tiert, viele Pa­ti­en­ten müs­sen 8 bis 14 Jahre auf ein Spen­der­or­gan war­ten", so Man­fred Erichs­mei­er, der eben­falls im Vor­stand der Gruppe ak­tiv ist. Beide Or­gan­emp­fän­ger er­klären während ei­nes Pres­se­ge­sprächs in der Selbst­hilfe-Kon­takt­stelle in Det­mold wie wich­tig es ist, Un­ter­stüt­zung in­ner­halb der Fa­mi­lie, im Freun­des­kreis und im Job zu fin­den. "Auf­klärung ist enorm wich­tig, um den Men­schen die Angst vor ei­ner Or­gan­spende zu neh­men", sind sich beide ei­nig. "Ohne un­sere Fa­mi­lien hät­ten wir das so nicht ge­schafft."­Beide sind von dem Wunsch ge­tra­gen, auch an­de­ren Men­schen mit Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz die­selbe Chance zum Wei­ter­le­ben zu er­mög­li­chen. In dem Be­wusst­sein "Ich le­be, weil je­mand seine Or­gane ge­spen­det hat", ha­ben sie auf zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen ü­ber Or­gan­spende in­for­miert. Auch um den Men­schen die Angst zu neh­men, dass et­was ge­gen ih­ren Wil­len ge­schieht, wenn sie einen Spen­der­aus­weis ha­ben. Ka­rin Rohde ist Schrift­füh­re­rin und Ehe­frau. Sie plä­diert für eine Ge­set­zesän­de­rung, so dass je­der au­to­ma­tisch Spen­der ist, außer er trägt einen Aus­weis mit sich in dem es aus­drück­lich ab­ge­lehnt wird. "In Ös­ter­reich, Spa­nien und Frank­reich ist das gang und gä­be", sagt sie. Da Auf­klärung für die Mit­glie­der der Selbst­hil­fe­gruppe an ers­ter Stelle steht, be­tei­li­gen sie sich an je­dem lip­pi­schen Selbst­hil­fetag. Denn durch diese Gruppe sind die The­men "­Dia­ly­se, Trans­plan­ta­tion und Or­gan­spen­de" auch wei­ter­hin in Lippe ver­tre­ten. "Das ist wich­tig", meint So­zi­al­wis­sen­schaft­le­rin und so­zial-päd­ago­gi­sche Fach­kraft Ka­rin Mar­ci­niak von der Kon­takt­stel­le, "­denn je­der kann schwer er­kran­ken und ei­nes Ta­ges dar­auf an­ge­wie­sen sein, dass Men­schen mit ei­nem Spen­der­aus­weis im To­des­fall uns ein Wei­ter­le­ben schen­ken." Dank­bar ist sie auch ü­ber die großzü­gige Spende aus der Ver­ein­sauf­lö­sung. Von dem Geld wurde ein Be­a­mer an­ge­schafft, den Selbst­hil­fe­grup­pen sich aus­lei­hen kön­nen. 180 Selbst­hil­fe­grup­pen tref­fen sich re­gel­mäßig in den Räu­men an der Scho­ren­straße 12. "Hier ist der Grup­pen­raum in dem auch die Grup­pen­grün­dun­gen statt­fin­den. Wir in­for­mie­ren und un­ter­stütz­ten die Grup­pen in ih­rem En­ga­ge­ment und ver­net­zen sie un­ter­ein­an­der. Außer­dem ho­len wir Fach­leute und In­sti­tu­tio­nen zu den Tref­fen", er­klärt Mar­ci­niak. Die Mit­glie­der der ein­zel­nen Grup­pen be­tei­li­gen sich auch am "Qua­litäts­zir­kel Selbst­hil­fe­freund­lich­keit" im Kli­ni­kum Lippe und am Pro­jekt "In-Gang-Set­zer". "Außer­dem ar­bei­ten wir mit der Ver­kehrs­wacht zu­sam­men, die mit Fach­wis­sen un­ter­stützt und hilf­rei­che Tipps für ein selbst­be­stimm­tes Le­ben ge­ben kann", er­klärt Roh­de. Die Sprech­zei­ten der Selbst­hilfe-Kon­takt­stelle im Kreis Lippe an der Scho­ren­straße 12 sind Mon­tag, Diens­tag und Mitt­woch von 10 bis 13 Uhr und Don­ners­tag von 10 bis 17 Uhr. Te­le­fo­nisch ist die Kon­takt­stelle un­ter der Ruf­num­mer (05231) 561260 und per E-Mail an "­selbst­hilfe-lip­pe@pa­ri­taet-nr­w.or­g" zu er­rei­chen. Trä­ger ist die Pa­ri­So­zial ge­meinnüt­zige Ge­sell­schaft. In­fo­stand am 4. Juni Die Selbst­hil­fe­gruppe "­Dia­lyse und Trans­plan­ta­tion" prä­sen­tiert sich am Sams­tag, 4. Juni auf dem Det­mol­der Markt­platz von 8 bis 13 Uhr an ei­nem Stand vor der Spar­kas­se. Wei­tere Tref­fen wer­den recht­zei­tig an­gekün­digt.

vom 25.05.2016 | Ausgabe-Nr. 21A

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