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Wie schön, dass man nie auslernt

"Seniorenuni" in Horn-Bad Meinberg feiert 10-jähriges Bestehen

Horn-Bad Mein­berg (b­c). Seit ei­nem Jahr­zehnt wer­den am Eu­ropäi­schen Zen­trum für uni­ver­sitäre Stu­dien der Se­nio­ren in OWL (E­ZUS) be­reits wis­sen­schaft­li­che Wei­ter­bil­dungs­pro­gramme für die Ziel­gruppe 50plus in Bad Mein­berg an­ge­bo­ten. Was deutsch­land­weit ein­zig­ar­tig ist, hat in Lippe Tra­di­tion. 90 Pro­zent der Stu­den­ten der "­Se­nio­renu­ni" kom­men aus der Re­gion.

Muss­ten bil­dungs­freu­dige Se­nio­ren sich bis­her mit "nor­ma­len" Stu­den­ten in den ein­zel­nen Lehr­ver­an­stal­tun­gen die Hör­säle tei­len und dafür schon mal einen schrä­gen Blick kas­sie­ren, bie­tet die "­Se­nio­renu­ni" in Bad Mein­berg für die äl­te­ren Se­mes­ter die op­ti­male Ler­num­ge­bung. Der Grund für das späte Stu­dium ist oft­mals die Er­fül­lung un­ge­still­ter Ju­gend­wün­sche. So hört man von vie­len Stu­den­ten: Wir hat­ten da­mals kein Geld um zu stu­die­ren, ich musste früh eine Fa­mi­lie ernähren, ich konnte zum Stu­dium nicht in eine an­dere Stadt fah­ren. Ebenso we­sent­lich scheint der Wunsch nach in­ter­essan­ten Kon­tak­ten zu sein, die Be­frie­di­gung von Neu­gier­de, das sinn­volle Nut­zen der – oft reich­lich vor­han­de­nen – Zeit und der Er­werb von nütz­li­chem Wis­sen, das das Le­ben leich­ter und an­ge­neh­mer wer­den lässt, auch wenn da­mit kein Gel­d­er­werb mehr ver­bun­den ist. Das sagt auch Achim de Vries, 62 Jahre alt und seit 2015 Stu­dent am EZUS: "Das Her­an­führen an The­men ü­ber ein Ba­sis­wis­sen hin­aus, hat bei mir so­fort et­was aus­gelöst. Es gibt mei­nem Le­ben einen be­acht­li­chen Mehr­wert. Ich er­lebe eine un­ge­ahnte Tie­fe, eine an­dere Sicht." Seine Kom­mi­li­to­nen Yvonne und Johan van der Kruk, das ein­zige Ehe­paar an der Bad Mein­ber­ger Se­nio­renu­ni, bestäti­gen dies: "Und es hält natür­lich geis­tig fit." Und auch Do­zen­ten sind von ih­ren äl­te­ren Stu­den­ten an­ge­tan: "­Sie tu­scheln nicht oder tip­pen ins Smart­pho­ne, sie hören auf­merk­sam zu und schrei­ben fleißig mit, sie sind hoch­mo­ti­viert und brin­gen ihre Le­bens­er­fah­rung mit ein." Das eta­blierte Grund­la­gen­stu­dium "­Stu­dium Ge­ne­ra­le" um­fasst The­men un­se­res Le­bens: Deut­sche Ge­schich­te, Ent­ste­hung Eu­ro­pas, Re­li­gion in den Kon­flik­ten der glo­ba­li­sier­ten Welt, Ge­sund­heits­po­li­tik, Phi­lo­so­phie, Li­te­ra­tur, Kunst und Mu­sik, Psy­cho­lo­gie, Um­welt. In­ner­halb ei­nes Jah­res sind für das Stu­dium 39 Stu­dien­tage an­ge­setzt. Dazu kom­men Zei­ten frei­wil­li­ger Vor- und Nach­be­rei­tung der The­men. So wird eine breite All­ge­mein­bil­dung ver­mit­telt. Ein großer Teil der Stu­den­ten setzt das Stu­dium im ver­tie­fen­den "­Stu­dium Spe­cia­le" fort, das auf Wunsch der Stu­die­ren­den als Auf­bau­stu­dium kon­zi­piert wur­de. Das jah­re­lan­ge, ge­mein­same Ler­nen führt auch zu en­gen so­zia­len Kon­tak­ten. Mit dem "Schnup­per-Stu­dien­tag für In­ter­es­sier­te" bie­tet das EZUS die Mög­lich­keit, sich un­ver­bind­lich einen um­fas­sen­den Ein­druck von den Stu­di­en­an­ge­bo­ten zu ver­schaf­fen. Stu­dien­in­ter­es­sierte ler­nen die Do­zen­ten und die Qua­lität der An­ge­bote un­ter rea­len Be­din­gun­gen ken­nen, in­dem sie einen re­gulären Stu­dien­tag von 10 bis 17 Uhr be­su­chen. Teil­neh­mer kön­nen den "U­ni­all­tag" ken­nen­ler­nen, einen Blick hin­ter die Ku­lis­sen wer­fen und im Aus­tausch mit den Stu­den­ten per­sön­li­che Fra­gen stel­len. Das ak­tu­elle Pro­gramme fin­det sich un­ter "ww­w.e­zu­s.or­g", wei­tere In­fos und eine Stu­dien­be­ra­tung gibt es auch bei EZUS-Lei­te­rin Bet­tina Zo­drow un­ter (05261) 2889296.

vom 18.05.2016 | Ausgabe-Nr. 20A

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