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Spezialisten nehmen Arbeit auf

Pädagogen absolvieren 13-monatige Ausbildung zur Begabtenförderung

Kreis Lip­pe/­Det­mold. Man­che Schul­kin­der lö­sen auch schwere Auf­ga­ben mit links. Der Stan­dard­un­ter­richt for­dert sie nur sel­ten voll her­aus. 18 Lehr­kräfte wis­sen nun, wie sie diese Kin­der ef­fek­tiv be­schäf­ti­gen. Sie sind ost­west­fa­len­weit­weit die ers­ten Spe­zia­lis­ten für Be­gab­ten­för­de­rung.

Ex­tra­auf­ga­ben oder Kno­bel­kis­ten für den Un­ter­richt, Work­shops und Ar­beits­ge­mein­schaf­ten für die Frei­zeit – die Päd­ago­gen er­ar­bei­te­ten in 750 Stun­den am In­ter­na­tio­na­len Cen­trum für Be­gab­ten­för­de­rung (ICBF) in Müns­ter die pas­sen­den In­stru­men­te. Sie dis­ku­tier­ten Raum­kon­zepte zur in­di­vi­du­el­len För­de­rung, in­for­mier­ten sich zu Lern­coa­chings so ge­nann­ter Un­der­a­chie­ver oder the­ma­ti­sier­ten, wie sich der Be­darf für Be­ga­bungs­för­de­rung an ei­ner Schule fest­stel­len lässt. Sie ver­tief­ten sich bei fünf Kurs­mo­du­len in Grund­la­gen, bei min­des­tens vier Hos­pi­ta­tio­nen an Schu­len lern­ten sie die Pra­xis ken­nen. Klau­sur und Di­plom­ar­beit schlos­sen die 13-mo­na­tige Aus­bil­dung ab. Ko­or­di­niert wurde die Aus­bil­dung durch die Be­zirks­re­gie­rung Det­mold. Die Stif­tung Bil­dung zur För­de­rung Hoch­be­gab­ter mit Vor­stands­vor­sit­zen­der In­grid Pie­per von Hei­den ü­ber­nahm die Kos­ten. "In Deutsch­land gibt es etwa eine Mil­lio­nen Kin­der und Ju­gend­li­che, die ü­ber­durch­schnitt­li­che Be­ga­bun­gen ha­ben. Be­ga­bung oder Hoch­be­ga­bung ist je­doch kein Ga­rant für Schu­ler­fol­g", sagt In­grid Pie­per von Hei­den. Die Stif­tung un­ter­stütze die Lehr­kräfte und helfe auf die­sem Weg ge­nau die­sen Kin­dern, die op­ti­male För­de­rung zu be­kom­men. In­grid Pie­per von Hei­den: "Je­des Mal, wenn ein Kind sei­nen Fähig­kei­ten ent­spre­chend ge­för­dert wird, fühlt es sich wohl und ist zu­frie­den. Das ist das Ziel un­se­rer Ar­beit." Haupt­de­zer­nen­tin­nen Rita Be­rens und Ge­trud Pan­nek von der Be­zirks­re­gie­rung lo­ben das En­ga­ge­ment der Lehr­kräf­te. "­Die Aus­bil­dung zum Spe­zia­lis­ten für Be­gab­ten­för­de­rung er­for­dert sehr viel Ein­satz, Dis­zi­plin und Mo­ti­va­tion – zu­sätz­lich zu den an­de­ren schu­li­schen Auf­ga­ben." Das Re­sul­tat ent­schä­dige je­doch den Auf­wand: Die Leh­rer könn­ten der schu­li­schen Her­aus­for­de­rung "Hoch­be­ga­bung" an­sch­ließend an­ge­mes­sen be­geg­nen. Und nicht nur die Leh­rer pro­fi­tier­ten: "Auch die Schu­len ge­win­nen außer­or­dent­lich durch die große Fach­kom­pe­tenz, ü­ber die sie dann zu­sätz­lich ver­fü­gen", sa­gen die Mit­ar­bei­te­rin­nen der Be­zirks­re­gie­rung. Eu­ro­pa­weit ha­ben nach An­ga­ben des ICBF mitt­ler­weile mehr als 4.000 Päd­ago­gen das ECHA-Di­plom er­wor­ben. Es er­for­dert pro Teil­neh­mer einen fi­nan­zi­el­len Auf­wand von 2.500 Eu­ro. Der Aus­bil­dungs­gang zum "Spe­cia­list in Gif­ted Edu­ca­tion" wurde in Ko­ope­ra­tion mit dem Eu­ro­pean Coun­cil for High Abili­tiy (ECHA) an der Uni­ver­sität Nij­me­gen ent­wi­ckelt. Für das deut­sche Bil­dungs­sys­tem wurde das ECHA-Di­plom vom ICBF an der Uni­ver­sität Müns­ter in­stal­lier­t.­Beim ak­tu­el­len, zwei­ten Aus­bil­dungs­kur­sus be­tei­li­gen sich vier Teil­neh­mer von Grund­schu­len, 13 von Gym­na­si­en, fünf von Ge­samt­schu­len und ei­ner ei­nes Ober­stu­fen­kol­legs aus der Re­gion. Am ers­ten Aus­bil­dungs­gang hat­ten sich aus Lippe das Gym­na­sium Horn-Bad Mein­berg, das Ma­ri­anne We­ber-Gym­na­sium in Lem­go, das Her­mann Vöchting-Gym­na­sium in Blom­berg und die Grund­schule Kirch­hide be­tei­ligt.

vom 09.04.2016 | Ausgabe-Nr. 14B

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