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Stadtverwaltungsdirektor Udo Zantow mit Festakt aus Dienst verabschiedet

Geübter »Spezialist der letzten Minute«

 

Lage (lam). »Je­der an­dere hätte sein Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis da­durch aus­klin­gen las­sen, dass ein paar Re­st­ur­laubs­tage den glei­ten­den Ü­ber­gang in den Ru­he­stand bil­den, nicht so Udo Zan­tow, der bis zum letz­ten Tag des Mo­nats März in Voll­zeit pflicht­gemäß sei­nen Dienst für die Stadt Lage ab­ge­leis­tet hat«, be­tonte Bür­ger­meis­ter Chris­tian Lieb­recht bei der Ver­ab­schie­dung des Stadt­ver­wal­tungs­di­rek­tors und all­ge­mei­nen Stell­ver­tre­ters des Bür­ger­meis­ters im Tech­ni­kum. 41 Jahre und fünf Mo­nate war Udo Zan­tow als Be­am­ter der Stadt Lage tätig — und hat da­bei Spu­ren hin­ter­las­sen.

So prägte Zan­tow in sei­ner Funk­tion als Per­so­nal- und Aus­bil­dungs­lei­ter ü­ber Jahr­zehnte die Per­so­nalland­schaft der Stadt­ver­wal­tung La­ge. Zu­sam­men mit der Per­so­nal­ver­tre­tung führt er seit mehr als 30 Jah­ren Be­wer­bungs- und Ein­stel­lungs­ge­spräche. Un­ter sei­ner Per­so­nal­lei­tung star­te­ten mehr als 900 Aus­zu­bil­dende der ver­schie­de­nen Be­rufs­zweige und Be­am­tenan­wär­te­rin­nen und –an­wär­ter al­ler Lauf­bah­nen ih­ren Be­rufs­weg bei der Stadt La­ge, ei­nem der größten ört­li­chen Aus­bil­dungs­be­trie­be. Zu­dem betätigte sich Udo Zan­tow ne­ben­amt­lich als Do­zent für das Hand­werks­bil­dungs­zen­trum in Lem­go.

Udo Zan­tow gilt auch als Ak­tiv­pos­ten im Be­reich Part­ner­schaf­ten und Pa­ten­schaf­ten, war in die Pla­nung und Durch­führung von Groß­ver­an­stal­tun­gen ein­ge­bun­den und fun­gierte als Bin­de­glied zwi­schen Ver­wal­tung und Po­li­ti­k.

­Die »Ära Zan­tow« sei nun in eine neue Phase ü­ber­ge­gan­gen, so Lieb­recht. Al­ler­dings mar­kiere die Ver­ab­schie­dung nur einen »Drei­vier­tel-Schrit­t« in den Ru­he­stand, denn Udo Zan­tow stehe der Stadt­ver­wal­tung für wei­tere zwei Jahre »­mit ein paar Wo­chen­stun­den« zur Ver­fü­gung.

Er könne es sich sehr leicht ma­chen und zum Bei­spiel nur ü­ber einen be­gab­ten Pup­pen­spie­ler re­flek­tie­ren, der die Fä­den der Ma­rio­net­ten fest in der Hand hal­te, sagte 3. stell­ver­tre­ten­der Bür­ger­meis­ter Dr. Wer­ner Nier­le. »­Man leiht den Pup­pen seine Stimme und freut sich, wenn sie wie ge­wollt agie­ren.«

Als Na­tur­wis­sen­schaft­ler sei er es ge­wohnt, Ver­hal­tens­wei­sen in der Na­tur zu be­ob­ach­ten. Und Dr. Nierle be­schrieb den »S­pe­zia­lis­ten der letz­ten Mi­nu­te« vor der großen Gäs­te­schar, dar­un­ter auch die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gu­drun Kopp und Ca­jus Cae­sar und die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Hein­rich Kem­per und Man­fred Luckey, an­hand tie­ri­scher Ei­gen­schaf­ten. So sitze das Chamäleon ru­hig im Geäst, per­fekt ge­tarnt und von sei­ner Um­ge­bung nicht wahr­ge­nom­men, re­gis­triere jede Be­we­gung auf­merk­sam, bis die Zunge blitz­ar­tig her­vor­schnelle und die an­vi­sierte Beute packe. Dr. Nie­re: »Ein Oc­to­pus gilt als Meis­ter der Tar­nung und als hoch­in­tel­li­gent. Seine Fang­arme rei­chen in ver­schie­denste Be­rei­che sei­ner Um­ge­bung, wo Reize be­zie­hungs­weise In­for­ma­tio­nen emp­fan­gen wer­den. In die Enge ge­trie­ben von Pa­ra­gra­phen, un­ter­schied­li­chen Kom­men­ta­ren zum Ver­wal­tungs­recht oder po­li­ti­schen Ein­wür­fen wird das Um­feld mit ei­nem Tin­ten­strahl ver­ne­belt und trotz ,Re­den im Klar­tex­t’ die Klärung ei­nes Sach­ver­hal­tes er­schwer­t.«

Als ein im Stern­zei­chen der Fi­sche Ge­bo­re­ner weise Zan­tow ty­pi­sche Ei­gen­schaf­ten sei­nes Stern­zei­chens auf: Ein Fisch könne al­les und nichts, scheue im­mer den letz­ten Sprung und lasse meis­tens den an­de­ren den Vor­tritt. Dr. Nier­le: »Al­lein, ohne ver­läss­li­chen Part­ner, der ihm die Bühne be­rei­tet, wird er das Le­ben nicht meis­tern. So aber kann er eine Maske auf­set­zen, und die Rolle sei­nes Le­bens zu spie­len.« Fi­sche nehme man all­ge­mein als sehr emp­find­sam und har­mo­nie­be­dürf­tig, manch­mal ängst­lich und scheu wahr, als mit­fühlend selbst­los, sehr so­zial, in­tui­tiv, me­lan­cho­lisch und fan­ta­sie­voll. Sie be­sit­zen Im­pul­si­vität, Be­harr­lich­keit, Pe­dan­te­rie und in be­son­de­ren Fäl­len Gel­tungs­be­dürf­nis. Ein Fisch weiß durch­aus um seine Fähig­kei­ten, auch wenn er dies nicht nach außen zeigt. Zu­sam­men mit sei­ner Hilfs­be­reit­schaft macht ihn das zu ei­nem trös­ten­den und mit­fühlen­den Men­schen, der kaum rich­tige Fein­de, aber dafür mehr Freun­de, Skep­ti­ker, viel­leicht auch Nei­der hat.«

vom 19.04.2008 | Ausgabe-Nr. 16B

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