LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Kultur

»Fisch zu viert« hat im Sommertheater Premiere

Kriminalkomödie mit schwarzem Humor

Det­mold (jus). Am Sams­tag, 16. Fe­bruar, fei­ert die Kri­mi­nal­komö­die »­Fisch zu vier­t« des re­nom­mier­ten Dreh­buch­au­tors Wolf­gang Kohl­haa­se, de­ren Vor­lage in Zu­sam­men­ar­beit mit Rita Zim­mer zunächst als Hör­spiel ent­stand, in der In­sze­nie­rung von Mar­cus Ever­ding im Som­mer­thea­ter Pre­mie­re.

Ein Quar­tett ist es, das sich hier zu­sam­men­fin­det – drei Schwes­tern und ein Mann. Der Mann, Die­ner die­ses il­lus­t­ren Trios – man lebt in ge­ord­ne­ten Ver­hält­nis­sen ge­ho­be­ner Mit­tel­schicht des 19. Jahr­hun­derts – er­füllt nicht nur seine üb­li­chen Auf­ga­ben, son­dern er ist al­len drei Da­men auf sehr per­sön­li­che Weise ver­bun­den. Er ist ih­nen auch beim Ein­schla­fen be­hilf­lich. Als er, von die­ser Tätig­keit er­schöpft, um ein vor­zei­tige Aus­zah­lung sei­nes Er­bes bit­tet, die drei Da­men ha­ben ihn alle tes­ta­men­ta­risch be­dacht, beißt er auf Gra­nit. Die Pi­kan­te­rie die­ser Ge­schichte aber liegt dar­in, dass die Schwes­tern, der Dis­kre­tion des Die­ners ge­schul­det, völ­lig ah­nungs­los ü­ber das Aus­maß der ero­ti­schen Ver­wick­lun­gen des Die­ners sind. Char­lot­te, Cä­ci­lie, Cle­men­tine – jede glaubt sich als die ein­zige In­tima des Die­ners Ru­dol­f.

Das Ganze spielt in ei­nem Som­mer­haus in der Nähe von Ber­lin. Außer sich mit Ru­dolf zu be­schäf­ti­gen, gibt es für die drei Schwes­tern we­nig zu tun. Jede zeich­net sich durch be­son­dere Ei­gen­ar­ten aus­.

Für das Büh­nen­bild, das Mi­chael En­gel ge­stal­tet, hat man sich vom Na­tu­ra­lis­mus be­freit. In ei­ner Mau­er, die dem Gan­zen als op­ti­sche Klam­mer dient, ist viel ver­steckt, so Mi­chael En­gel. Mar­cus Ever­ding be­ton­te, dass die­ses Stück aus­ge­zeich­net ge­baut und gut ge­schrie­ben ist, der Zeit und dem ge­sell­schaft­li­chen Ni­veau ent­spre­chend, ein we­nig al­ter­tü­meln­d.

­Die Kostüme sind his­to­risch – preußi­sche Schlicht­heit, Ord­nung, Ak­ku­ra­tesse spie­geln sich in der Aus­stat­tung wi­der.

Das Ende die­ser mit schwar­zem Hu­mor und Iro­nie ge­spick­ten Kri­mi­nal­komö­die in der es ei­gent­lich um Lüge und Wahr­heit geht, so Mar­cus Ever­ding, ist die Mahl­zeit, die dem Stück sei­nen Ti­tel gibt: »­Fisch zu vier­t«. Gu­ten Ap­pe­tit.

vom 16.02.2008 | Ausgabe-Nr. 7B

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten