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»Ping Pong« von Michael Frayn im Grabbe-Haus

Wenn die Technik uns überrollt ...

 

Det­mold (as). Wie gut sich das Grabbe-Thea­ter für Komö­dien chao­ti­scher Art eig­net, be­weist wie­der ein­mal die In­sze­nie­rung von Jes­sica So­nia Cre­mer »Ping Pong«, ein aus ver­schie­de­nen Sket­chen be­ste­hen­des Büh­nenstück von Mi­chael Frayn. »Ping«, der erste der Sket­che han­delt von den Tü­cken der Tech­nik und den tech­nik­ver­lieb­ten Zeit­ge­nos­sen, die Ge­brauchs­an­wei­sun­gen der Geräte sam­meln und in Kis­ten hor­ten, auch wenn die da­zu­gehö­ri­gen Ma­schi­nen schon längst das Zeit­li­che ge­seg­net ha­ben.

So wird aus dem ver­gnüg­li­chen Abend ein Hor­ror­trip für die bei­den be­freun­de­ten Paa­re, dem »er­folg­rei­chen« ü­ber seine Ver­hält­nisse le­ben­den John (Phil­ipp Wegg­ler) und des­sen schi­cker Frau Jo­casta (Re­nate Re­gel) und den Al­thip­pies Ni­cho­las und Nancy (Mar­kus Hott­gen­roth und Ka­tinka Maché). Stän­di­ges, durch elek­tro­ni­sche Geräte be­ding­tes, Ge­tute und Ge­pie­pe, bringt die Prot­ago­nis­ten an den Rand des Ner­ven­zu­sam­men­bruchs. Eine vor­züg­li­che Leis­tung der vier Schau­spie­ler, die das komö­di­an­ten­hafte Genre per­fekt be­herr­schen! Als zwei­ten Sketch hat Jes­sica So­nia Cre­mer in ih­rer In­sze­nie­rung das ei­gent­li­che ori­gi­nale »­Dop­pel« in ei­nem Zeit­sprung ü­ber elf Jahre zurück­ver­setzt. Die Hand­lung spielt in ei­nem der uni­for­men Ho­tel­zim­mer ohne je­den Wohl­fühl­cha­rak­ter, die die Mög­lich­keit bie­ten, den Zim­mer­nach­barn zu be­lau­schen und ü­ber ihn her­zu­zie­hen.

Eine zau­ber­haft ge­spielte Komö­die mit ober­fläch­li­chem, viel pseu­doin­tel­lek­tu­el­lem Ge­plau­der be­son­ders im letz­ten Sketch »Auf­bruch« mit of­fe­nem En­de. Ein ra­san­tes Stück mit viel tech­ni­schem Schnick­schnack, die Geräu­sche be­stim­men das Tem­po. Die Kostüme von Tors­ten Rau­er, die die Le­bens­phi­lo­so­phie der Fi­gu­ren spie­geln, und die Büh­nen­aus­stat­tung von Hans-Güther Sä­bel pas­sen zum Auf­tritt der han­deln­den Per­so­nen. Und wenn nicht Schluss ge­we­sen wäre, wür­den sie im­mer noch plau­dern ...

vom 30.03.2011 | Ausgabe-Nr. 13A

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