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Konzert für Helmut Kretschmar

Ständchen für den verehrten Lehrer

Det­mold (jus). Pro­gram­ma­tisch klang aus dem Mund des Ba­ri­ton Guido Baehr, die Arie des Gra­fen aus der Oper »­Der Wild­schütz« von Al­bert Lort­zing: »­Ge­sund­heit, lan­ges Le­ben .... doch wünsch ich mir da­ne­ben das Köst­lichs­te, das Bes­te: Hei­ter­keit und Fröh­lich­keit«. Denn es galt, Pro­fes­sor Hel­mut Kretschmar, den ge­schätz­ten Hoch­schul­leh­rer, zum 80. Ge­burts­tag zu eh­ren, der all jene Sän­ger und Sän­ge­rin­nen un­ter­rich­tet hat­te, die sich nun an­schick­ten, ihm aus ge­bühren­dem An­lass ein re­spek­ta­bles Kon­zert zu de­di­zie­ren.

Pro­fes­sor Mar­tin Chris­tian Vo­gel, Rek­tor der Hoch­schule für Mu­sik, hielt eine sehr per­sön­li­che, herz­li­che Lau­da­tio, die die sän­ge­ri­sche Lauf­bahn Hel­mut Kretschmars und seine päd­ago­gi­schen Ver­dienste wür­dig­te.

Hel­mut Kretschmar war ein ge­frag­ter Ora­to­rien- und Liedsän­ger; er war Leh­rer aus Lei­den­schaft, im­mer auf der Su­che nach der Wahr­heit ei­nes Wer­kes. Von sei­nen Schü­lern er­war­tete er ge­naue De­tail­kennt­nisse und darü­ber hin­aus das Ver­ständ­nis des Gan­zen.

Vie­les von dem, was Mar­tin Chris­tian Vo­gel in sei­ner Lau­da­tio am Ju­bi­lar Hel­mut Kretschmar rühm­te, konnte man dann, um­ge­setzt, in den sän­ge­ri­schen Bei­trä­gen des Kon­zerts er­le­ben. Durch­gän­gig auf­fäl­lig, na­hezu ein Mar­ken­zei­chen, war die klare Ar­ti­ku­la­tion sei­ner in­zwi­schen längst eta­blier­ten Ge­sangsele­ven.

Ur­sula Kunz, mit be­ein­dru­cken­der Alt­stim­me, eröff­nete das Eh­ren­kon­zert mit höchst an­spruchs­vol­ler Lied­li­te­ra­tur: So­lo­ge­sänge aus der »Turm zu Ba­bel« von Mau­ri­cio Ka­gel und drei Lie­der von Sa­muel Bar­ber nach Tex­ten von Ja­mes Joy­ce. Ebenso sel­ten zu hören sind die »­Bib­li­schen Lie­der« von An­to­nin Dvor­ak, die Cor­ne­lia Wul­kopf zu Gehör brach­te. Leich­ter, mit un­ge­heu­rer Prä­senz von Yvi Jä­ni­cke vor­ge­tra­gen, wa­ren »Ris­pet­ti« op. 11 und 12 des Kom­po­nis­ten Er­manno Wolf-Fer­ra­ri, und Guido Baehr wusste den »Chan­sons Vil­la­geoi­ses« von Fran­cis Pou­lenc sehr sprit­zig Aus­druck zu ver­lei­hen. An­dreas Jören, Ba­ri­ton, zur Zeit in ver­schie­de­nen Opern­pro­duk­tio­nen am Lan­des­thea­ter zu er­le­ben, ge­fiel vor al­lem mit der Arie des Wolf­ram »Blick ich um­her in die­sem ed­len Krei­se« aus Ri­chard Wag­ners »Tann­häu­ser«. Ganz aus­ge­zeich­net, mit großer Stim­me, ohne zu for­cie­ren, in­ter­pre­tierte Fion­nu­ala Mc­Car­thy das Lied »­Be­frei­t« von Ri­chard Strauss und die »Vo­ca­li­se« von Ser­gej Rach­ma­ni­noff – ein großer Ge­nuss. Yoko Na­ga­shima war es, die mit zwei Lie­dern von Ar­nold Schön­berg und drei Lie­dern von Hugo Wolf den Schluss­punkt die­ses be­son­de­ren Abends setz­te. Eine Hom­mage für einen großen Leh­rer.

Am Kla­vier be­glei­te­ten Ba­bette Dorn, Silke-Thora Matt­hies und Pe­ter Kreutz – es wa­ren nicht von un­ge­fähr drei ehe­ma­lige Schü­ler von Prof. Re­nate Kretschmar-Fi­scher.

vom 09.02.2008 | Ausgabe-Nr. 6B

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