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Musikkabarett vom Feinsten: Christiane Weber und Timm Beckmann

Spiel aus Streit und Zuneigung

 

Det­mold (ms). Eine fan­tas­ti­sche Show prä­sen­tierte das Traum­duo We­ber und Beck­mann im Det­mol­der Som­mer­thea­ter: Mit ei­ner ge­lun­ge­nen Mi­schung aus Chan­son, Ka­ba­rett und Ne­cke­reien ge­wan­nen die bei­den Künst­ler be­reits nach we­ni­gen Mi­nu­ten die un­ein­ge­schränkte Auf­merk­sam­keit des Pu­bli­kums für sich. Die Show fand im Rah­men der Vor­trags­reihe »­be­kannt« statt und wurde ein­ge­lei­tet und mo­de­riert von der Sän­ge­rin Ul­rike Wah­ren.

Die Sän­ge­rin Chris­tiane We­ber stu­dierte Thea­ter­wis­sen­schaf­ten in Bo­chum, während Timm Beck­mann ein Kla­vier­stu­dium in Es­sen ab­sol­vier­te. 1997 lern­ten sie sich in Es­sen ken­nen, be­reits ein Jahr später tra­ten sie mit ih­rer ers­ten Show »Him­mel­hoch jauch­zend zu Tode ver­lieb­t« auf. Seit 2002 wur­den sie mehr­fach mit Prei­sen aus­ge­zeich­net, un­ter an­de­rem »Schwer­ter Klein­kunst­preis«, »Tutt­lin­ger Krähe« (Pu­bli­kums­preis), 1. Preis des »West­spit­zen«-Wett­be­werbs, »­Sprung­bret­t« (För­der­preis Han­dels­blat­t). Die Jury des »­Deut­schen Klein­kunst­prei­ses« schrieb ü­ber das Pro­gramm »Du mich auch«: Mit dem Duo Chris­tiane We­ber & Timm Beck­mann zeich­net die Jury ein Traum­paar der Ex­tra­klasse aus – ver­bun­den im Gren­zen aus­lo­ten­den Spiel aus Streit und Zu­nei­gung. Chris­tiane We­bers außer­ge­wöhn­li­che Tex­ti­deen und die bril­lan­ten Kom­po­si­tio­nen von Timm Beck­mann sind die Grund­lage für eine hu­mor­vol­le, aber manch­mal auch me­lan­cho­li­sche Be­zie­hungs­show. Da­bei be­ein­dru­cken und be­geis­tern die ex­pres­sive Stimme der Sän­ge­rin und das ex­zel­lente Kön­nen des Pia­nis­ten.«

Auch bei dem Det­mol­der Pu­bli­kum hin­ter­ließen We­ber und Beck­mann (so spre­chen sich die Künst­ler für ge­wöhn­lich an) durch die aus­ge­wo­gene Un­ter­halt­sam­keit ih­rer Show kei­nen Raum für jeg­li­che Zwei­fel an ih­rem Ta­lent: Sie bo­ten – ge­konnt vor­ge­tra­gen – Stü­cke ü­ber das Knut­schen in Ki­nos, Be­zie­hun­gen, Tun­fisch­bröt­chen, Ro­meo und Ju­lia (»S­ha­ke­s­pea­re, wir wis­sen wo dein Auto steht!«) und den Welt­frie­den. Selbst die tech­ni­schen Schwie­rig­kei­ten, die sich durch kurze Mi­kro­fon­aus­fälle be­merk­bar mach­ten, wur­den spon­tan von der Künst­le­rin zu ei­nem hu­mor­vol­len Ele­ment der Show um­funk­tio­niert: »Dann ma­che ich eben ein­fach so lange wei­ter, bis das Pro­blem so groß wird, dass es ir­gend­wann gar nicht mehr funk­tio­nier­t... Das ist im Ü­b­ri­gen auch die Lö­sung, die ich für mein Pri­vat­le­ben be­vor­zu­ge.«

Natür­lich ga­ben sie dem Pu­bli­kum noch ei­nige Denk­an­stöße mit auf den Weg: »Wenn ein Schi­zo­phre­ner mit Selbst­mord droht, ist das dann eine Gei­sel­nah­me? Warum hatte Noah von der Ar­che nicht den Mumm, die bei­den Mos­ki­tos platt zu ma­chen? Wel­che Farbe kriegt ein Schlumpf, wenn man ihn würg­t?« Auch an Ratschlä­gen für den All­tag man­gelte es nicht: »Wenn man un­ter De­pres­sio­nen lei­tet, sollte ein­mal eine vier Wo­chen alte Was­ser­lei­che in ei­nem Ta­tort­film spie­len. Dann würde man sich je­den Mor­gen freu­en, wenn man in den Spie­gel schaut.«

Am Ende der Show fand – mo­de­riert von Ul­rike Wah­ren – ein In­ter­view statt, bei dem sämt­li­che Ge­schenke ver­teilt wur­den und an Ap­plaus nicht ge­spart wur­de. Das Pu­bli­kum war so be­geis­tert, dass We­ber und Beck­mann zwei Zu­ga­ben zum Bes­ten ga­ben.

Wer sich diese Show nicht ent­ge­hen las­sen möch­te, kann sich das Pro­gramm am 3. Fe­bruar um 18 Uhr im Stadt­thea­ter in Min­den an­schau­en.

vom 30.01.2008 | Ausgabe-Nr. 5A

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