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Silvesternachmittag ist »Dinner for one«-Zeit in der Elbrinxer Marktscheune

»The same procedure as every year ...«

 

El­brin­xen (af­k). »­Good eve­ning, Miss So­phie, good eve­ning« – so be­ginnt der Kult-Sketch »­Din­ner for one«, den die El­brinxer Dorf­bühne am Sil­ves­ter­nach­mit­tag, 31. De­zem­ber, auf die Bühne bringt. Um 14 Uhr und um 16 Uhr schlüp­fen Det­lef von der Heide und Rein­hild Blum in die Rol­len von But­ler Ja­mes und Miss So­phie. In den letz­ten Jah­ren (wie auch in die­sem Jahr trotz ver­än­der­ten Vor­ver­kaufs­mo­dus) wa­ren die Kar­ten für die­sen außer­ge­wöhn­li­chen Jah­res­ab­schluss schon nach we­ni­gen Stun­den aus­ver­kauft. Vor ei­ner fan­tas­ti­schen Ko­pie der Ori­gi­nalbühne wer­den sich Miss So­phie und But­ler Ja­mes durch das berühmte Vier-Gang-Menü mit Mul­li­ga­tawny-Sup­pe, Nord­see-Schell­fisch, Mais­huhn­brust und ei­nem ori­en­ta­li­schen Obst­sa­lat es­sen. Und dazu gibt es natür­lich Sher­ry, Weißwein, Cham­pa­gner und Port­wein. Für die Zu­schauer wird eine wär­mende Feu­er­zan­gen­bowle ge­reicht! Prost Neu­jahr!

Und das ist die Ge­schichte von »­Din­ner for one«, des­sen In­halt wohl je­der mitt­ler­weile ken­nen dürf­te: Zum ers­ten Mal war der Kult-Sketch gar nicht am Sil­ves­ter­abend son­dern am 8. März 1963 in der Fern­seh­sen­dung »­Gu­ten Abend, Pe­ter Fran­ken­feld« zu se­hen. Der deut­sche En­ter­tai­ner war es auch, der den But­ler-Dar­stel­ler Fred­die Frin­ton im eng­li­schen See­bad Black­pool ent­deck­te. Seit mehr als zehn Jah­ren spielte Frin­ton »­Din­ner for One« be­reits in ei­nem Va­rieté. Nach dem Fern­se­her­folg in Deutsch­land lud der NDR Frin­ton und May War­den alias Miss So­phie noch ein­mal nach Ham­burg ein. Dies­mal zu ei­ner Stu­dio-Auf­zeich­nung des Sket­ches. Frin­ton und War­den er­hiel­ten für den Auf­tritt vor Pu­bli­kum im »­Thea­ter am Be­sen­bin­der­hof« da­mals 4.150 Mark. Da­von gin­gen noch 622 Mark ans Fi­nanz­amt. Tan­tie­men für Wie­der­ho­lun­gen wur­den nicht ver­ein­bart; das war da­mals nicht üb­lich.

­Seit 1972 wird »­Din­ner for One« re­gel­mäßig an Sil­ves­ter aus­ge­strahlt. Und auch in 20 an­de­ren Län­dern ist der Sketch ein Er­folg – zum Bei­spiel Süd­afri­ka, Po­len und Nor­we­gen. Im Hei­mat­land Frin­tons, in Eng­land, ist er da­ge­gen fast völ­lig un­be­kannt. Ins­ge­samt ist der Sketch in Deutsch­land schon mehr als 230 Mal aus­ge­strahlt wor­den. Be­reits 1988 ver­diente er sich da­mit einen Ein­trag ins Guin­ness-Buch der Re­korde als am häu­figs­ten wie­der­holte TV-Pro­duk­tion.

Ende der 60er-Jahre sollte der Sketch ei­gent­lich in Farbe auf­ge­nom­men wer­den. Doch das Pro­jekt schei­ter­te, da Fred­die Frin­ton ü­ber­ra­schend starb. Zur Jahr­tau­send­wende ließ der NDR al­ler­dings eine nachträg­lich ko­lo­rierte Fas­sung er­stel­len. Im glei­chen Jahr ent­stand »­Din­ner for One« up Platt. Das Stück wurde an der Fritz-Reu­ter-Bühne in Schwe­rin auf­ge­zeich­net. Fred­die Frin­ton hatte sich Zeit sei­nes Le­bens ge­wehrt, den Sketch in Deutsch auf­zu­führen.

vom 29.12.2007 | Ausgabe-Nr. 52B

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