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» Bad Salzuflen

Aktion »Stolpersteine«

Stellungnahme des HVV

»Das in­di­vi­du­elle Ge­den­ken an das ein­zelne Op­fer des Ho­lo­causts tritt nicht zu­letzt durch die völ­lig stan­dar­di­sier­te, vom Künst­ler vor­ge­ge­bene Be­schrif­tung auf dem je­wei­li­gen Stein in den Hin­ter­grund; das Lei­den hat aber mehr Da­ten als Ge­burt und To­d!«, heißt es in dem Schrei­ben. In Bad Sal­zu­flen gebe es zahl­rei­che be­währte Orte und For­men des Ge­den­kens und Er­in­nerns, die sich in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren un­ter di­rek­ter Mit­wir­kung der Bür­ger ent­wi­ckelt ha­ben. »Jede Stadt hat ihre ei­gene Ge­schichte und ar­bei­tet sie un­ter­schied­lich auf, dar­auf sollte auch wei­ter­hin Wert ge­legt wer­den«. In­ner­halb der letz­ten zwei Jahr­zehnte sei die Zeit des NS-Re­gi­mes für Bad Sal­zu­flen sehr de­tail­liert auf­ge­ar­bei­tet wor­den. Be­acht­lich sei die For­schungs­ar­beit, die zu die­sen The­men von Stadt­ar­chi­var Franz Meyer und an­de­ren im hie­si­gen Stadt­ar­chiv ge­leis­tet wor­den ist.

Ein wei­te­rer Kri­tik­punkt: Die »­Stol­per­stei­ne« wer­den im Straßen­pflas­ter ver­legt, und man könne ins­be­son­dere in großen Städ­ten, wie z.B. Lü­beck oder Müns­ter, Tag für Tag er­le­ben, wie Tau­sende und Aber­tau­sende diese Steine mit Füßen tre­ten. Nie­mand hält dort in­ne, rei­nigt den Stein vom Straßen­staub und ge­denkt des Op­fers, von dem er so­wieso nicht viel mehr als den Na­men und ei­nige dürre Zah­len­an­ga­ben mit­ge­teilt bekä­me.

­Statt viel Geld für die Steine aus­zu­ge­ben solle man die ei­gent­li­che For­schung, die Ver­brei­tung der Er­geb­nisse oder die ver­mehrte Durch­führung von Stadt­rund­gän­gen zum Thema för­dern. Der HVV weist in die­sem Zu­sam­men­hang auch auf das Hin­ter­haus der Schloßstraße 19 in Schöt­mar hin, das ein ein­ma­li­ges Zeug­nis jü­di­schen Le­bens bil­de. »Wären die 95 Eu­ro, die ein ‘­Stol­per­stein’ kos­tet, nicht bes­ser in den Er­halt die­ses Hau­ses in­ves­tiert? Wäre hier nicht der ideale Ort für eine Dau­er­aus­stel­lung zum Thema ‘Jü­di­sches Le­ben in Bad Sal­zu­flen und Schöt­mar’?«, so ein Vor­schlag.

vom 13.01.2010 | Ausgabe-Nr. 2A

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