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Premiere der Kriminalkomödie »Mörderkarussell«

Drei Mörder – keine Leiche

Det­mold (as). Von der Pla­nung ei­nes Mor­des bis zur »­fer­ti­gen« Lei­che ist stets ein wei­ter Weg. Folg­lich wer­den die Zu­schauer in der Kri­mi­nal­komö­die »Mör­der­ka­rus­sell« (Re­gie Esther Mu­schol, Dra­ma­tur­gie Dr. Chris­tian Katz­sch­mann) mit ei­ner ex­tragroßen Por­tion schwar­zen Hu­mors und ab­stru­ser Si­tua­tio­nen un­ter­hal­ten. Die­ses Stück von Sam Bo­brick und Ron Clark han­delt von Liebe und Tod in ei­nem Ho­tel­zim­mer der 70er Jah­re, ge­stal­tet von Mi­chael En­gel, in braun-bei­gen Far­ben und ebenso ver­que­ren For­men in Ta­pe­ten und Bet­tü­ber­wurf.

Die Kostüme von Tors­ten Rauer sind den 80er Jah­ren nach­emp­fun­den und ge­ben dem Gan­zen eine fröh­lich bunte No­te. Zu­sätz­lich hat Mi­chael En­gel eine in­ter­essante Büh­nen­an­sicht kon­zi­piert, die dem Zu­schauer das Ge­fühl gibt, in die Hand­lung in­te­griert zu sein – At­mo­s­phäre und Größe des Grabbe-Hau­ses un­ter­stüt­zen die­sen Ef­fekt maß­geb­lich.

Wenn dann noch drei Voll­blut­komö­di­an­ten wie Kers­tin Klin­der (Ar­lene Mil­ler«, Jür­gen Roth (Dr. Mit­chell Lovell) und Henry Klin­der (Paul Mil­ler) auf das Ka­rus­sell auf­sprin­gen und in im­mer neuen wech­seln­den Kon­stel­la­tio­nen auf­ein­an­der­tref­fen, kann die Fahrt los­ge­hen.

Oft ist der Wunsch der Va­ter des Ge­dan­kens. Die Phan­ta­sie ist eine Sa­che, da ist es ein­fach je­man­den zu meu­cheln, ihn zu er­schießen, zu er­ste­chen oder aus dem Fens­ter zu stoßen; aber zur rea­len Um­set­zung des Plans feh­len dann schließ­lich doch der Mut und das Kön­nen.

Ar­lene und Mit­chell, die Haus­frau und der Zahn­arzt, in heißer Liebe zu ein­an­der ent­brannt, wol­len sich Ar­le­nes Ehe­mann Paul ent­le­di­gen. Ir­gend­wie klappt es nicht so rich­tig. Wenn man dann noch in die­sem Fall vom Mor­dop­fer Paul in spe als schlech­ter Zahn­arzt be­schimpft wird: »­Die Brü­cke im Mund hat ein Blut­bad an­ge­rich­tet«, dann macht das Ge­wis­sen das Mor­den noch schwe­rer.

Als Ar­lene ih­ren Ge­lieb­ten acht Mo­nate später mit ei­ner an­de­ren in fla­granti er­wi­scht, will sie nun mit ih­rem Ehe­mann Paul den Zahn­arzt um­brin­gen. Auch das geht nicht so rich­tig, weil sich plötz­lich die bei­den Män­ner, Paul und Mit­chell, sym­pa­thisch fin­den. Sie ver­lässt beide und geht mit ei­nem Guru auf Rei­sen. Beide Män­ner sin­nen auf Ra­che und wol­len Ar­lene am Gal­gen auf­hän­gen; aber der Gal­gen war nur zweite Wahl. Fa­zit vom Zahn­arzt Mit­chell: »Ein wirk­lich fun­diert egois­ti­scher Mensch wird sich nie um­brin­gen«.

Diese Kri­mi­nal­komö­die, ü­ber­setzt und für die Bühne be­ar­bei­tet von Ger­hard Bron­ner, be­rei­tete den Zu­schau­ern einen amüsan­ten Abend und wurde mit viel Bei­fall be­lohnt.

Auf­grund der großen Nach­frage (bis zum Jah­res­wech­sel sind alle Vor­stel­lun­gen im Grabbe-Haus aus­ver­kauft) wird die neue Be­zie­hungs-Krimi-Komö­die »Mör­der­ka­rus­sell« (an­stelle von »Fas­ten Seat Belts«) an Sil­ves­ter zwei Mal im Det­mol­der Som­mer­thea­ter mit sei­nen ü­ber 300 Plät­zen auf­ge­führt. Schon ge­kaufte Kar­ten für »Fas­ten Seat Belts« gel­ten wei­ter­hin auch für »Mör­der­ka­rus­sell«, kön­nen natür­lich aber auch um­ge­tauscht oder er­stat­tet wer­den. Kar­ten un­ter 05231/974803 oder ww­w.­lan­des­thea­ter-det­mol­d.­de.

vom 28.11.2009 | Ausgabe-Nr. 48B

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