LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Kultur

Konzert des »Solace Gospel Choir« – 15 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda

Für die Versöhnung – gegen das Vergessen

Det­mold. Am Diens­tag, 17. No­vem­ber, wird der So­lace Gos­pel Choir aus Ru­anda (O­st­afri­ka) in der Mar­tin-Lu­ther-Kir­che, Det­mold, Schü­ler­straße um 19.30 Uhr einen Kon­zertabend mit Lie­dern, Be­rich­ten und Tän­zen aus Ru­anda ge­stal­ten.

Zum Ge­den­ken an den Völ­ker­mord 1994 in dem kleins­ten Land Afri­kas führt der Chor eine zwei­wöchige Deutsch­land­tour­nee durch. Er ist ein Zweig der ru­an­di­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­tion So­lace Mi­nis­tries (»Trost­diens­te«). Die Mit­ar­bei­ter trös­ten nicht nur mit Wor­ten, son­dern ge­ben viel­fäl­tige prak­ti­sche Hilfe an Men­schen wei­ter, die hilf­los und mut­los sind.

Was ist das Be­son­dere an die­sem Chor? Die Choir Group von So­lace ist viel mehr als nur ein Chor. Die meis­ten Mit­glie­der sind Ü­ber­le­bende des Völ­ker­mords und brin­gen mit ih­ren Lie­dern zum Aus­druck, was tief in ih­ren Her­zen ist: Neue Hoff­nung, Ver­ge­bung und Ver­söh­nung.

­Durch ihre Lie­der und Tänze wol­len die jun­gen Leute einen Ein­druck des neuen Ru­anda ver­mit­teln, aber auch den Völ­ker­mord dem Ver­ges­sen ent­reißen und ü­ber die Fol­gen in­for­mie­ren. An Ein­zel­schick­sa­len wird auf­ge­zeigt, wie Men­schen nach ex­tre­men Lei­dens­er­fah­run­gen in der Ver­ge­bung neue Kraft und Hoff­nung ge­won­nen ha­ben.

Ru­an­da, das süd­li­che Nach­bar­land Ugan­das, in dem einst die Er­we­ckung Ost­afri­kas be­gann, hat zahl­rei­che blu­tige Bür­ger­kriege hin­ter sich, den letz­ten im Jahr 1994. Trau­ma­ti­siert von furcht­ba­ren Er­fah­run­gen brau­chen die Men­schen dort viel Ver­ständ­nis, Hilfe und Ge­duld, um aus ih­rer Re­si­gna­tion her­aus­zu­kom­men. So­lace Mi­nis­tries hat es sich zur Auf­gabe ge­macht Men­schen zu trös­ten, sie zum Spre­chen zu brin­gen und durch prak­ti­sche Hil­fen wie­der le­bens­fähig zu ma­chen.

Im »­So­lace-Cen­ter« wer­den viel­fäl­tige Dienste wie: Be­ra­tung für Er­wach­sene und Kin­der (Trauma-, Le­bens-, Rechts­be­ra­tung), Ver­sor­gung Kran­ker mit Me­di­ka­men­ten und Nah­rungs­mit­teln, Se­mi­nare und Schu­lun­gen, Tref­fen von Selbst­hilfe-Grup­pen (zum Bei­spiel HIV-in­fi­zierte Frauen in Folge von Ver­ge­wal­ti­gun­gen während des Ge­no­zids) an­ge­bo­ten.

­Die Ein­tritts­gel­der für das Kon­zert in der Mar­tin-Lu­ther-Kir­che ge­hen in vol­ler Höhe an die ru­an­di­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­tion »­So­lace Mi­nis­tries« Nähere In­for­ma­tio­nen un­ter Tel. 05231/57581 oder 05235/99131.

vom 11.11.2009 | Ausgabe-Nr. 46A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten