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Freibad: Politik wünscht weitere Einsparungen

Verein spricht von »Erpressung« und droht mit Auflösung

Au­gust­dorf (bo). Der Aus­schuss für öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen hält eine wei­tere Kos­ten­re­du­zie­rung im Frei­bad »für zwin­gend er­for­der­lich«. Mit den Stim­men der CDU wurde die Ver­wal­tung be­auf­tragt, Vor­schläge für wei­tere Kos­ten­ein­spa­run­gen zu er­ar­bei­ten. Ge­gen die­sen Auf­trag stimm­ten SPD und FWG. Aus­lö­ser der Be­ra­tun­gen wa­ren die Emp­feh­lun­gen der Ge­mein­de­prü­fungs­an­stalt. Die Gut­ach­ter hat­ten das Frei­bad un­ter die Lupe ge­nom­men und hiel­ten es »für äußerst zwei­fel­haft, dass sich die Ge­meinde ihr Frei­bad leis­ten kann«, heißt es in ei­ner Mit­tei­lung der Ver­wal­tung. Es wurde ein Zu­schuss­be­darf von jähr­lich rund 82.500 Euro er­mit­telt. Da auch wei­tere In­ves­ti­tio­nen getätigt wer­den müs­sen, emp­fah­len die Ex­per­ten, den Fort­be­stand des Ba­des auf den Prüf­stand zu stel­len. Die Ver­wal­tung führt wei­ter aus, dass die Prü­fungs­an­stalt dazu rät, den Bau ei­nes Na­tur­frei­ba­des wie­der in Er­wä­gung zu zie­hen. Die Be­triebs­kos­ten ei­nes Na­tur­frei­ba­des fie­len im Ver­gleich zu de­nen ei­nes herkömm­li­chen Frei­ba­des we­sent­lich nied­ri­ger aus. Außer­dem wurde der Ge­meinde ge­ra­ten, die Be­triebs­führung des Frei­ba­des mög­lichst auf den Frei­bad­för­der­ver­ein zu ü­ber­tra­gen. Der­zeit habe die Ge­meinde we­der das Geld für eine Grundsa­nie­rung des be­ste­hen­den Frei­ba­des am In­sel­weg, noch für einen Neu­bau, meint dazu die Ver­wal­tung. Statt des­sen solle ver­sucht wer­den, einen Ba­de­see in der Sen­ne­ge­meinde zu schaf­fen. CDU und SPD wa­ren sich den An­ga­ben zu Folge ei­nig, dass das Frei­bad am In­sel­weg so­lange wie mög­lich be­trie­ben wer­den sol­le. Pe­ter Gröp­ler (F­WG) ent­geg­ne­te, dass ohne Maß­nah­men dem Frei­bad­för­der­ver­ein die Per­spek­tive und die Mo­ti­va­tion ge­nom­men wer­de.

Nach die­sen Be­ra­tun­gen der Po­li­tik sieht der Vor­stand des Frei­bad­för­der­ver­eins (FFV) die Stim­mung zwi­schen dem Ver­ein und Ver­wal­tung so­wie CDU-Frak­tion »er­heb­lich ge­stör­t«. Man habe sich in der Be­schluss­vor­lage der Ver­wal­tung »er­heb­li­che Er­mü­dungs­er­schei­nun­gen vor­wer­fen las­sen« müs­sen, heißt es von Sei­ten des FFV: »­Die­ser Vor­wurf ist ein Schlag ins Ge­sicht al­ler Mit­glie­der und Hel­fer.« Durch zu­neh­men­den Druck sei­tens Ver­wal­tung, CDU und Bür­ger­meis­ter solle die Be­triebs­führung auf den FFV ü­ber­tra­gen wer­den so­wie Kos­ten wei­ter re­du­ziert wer­den. »­Diese Er­pres­sung, her­vor­ge­ru­fen durch ent­spre­chende Be­schlüsse der CDU-Mehr­heits­frak­tion, för­dert in kei­ner Weise die ver­trau­ens­volle Zu­sam­men­ar­beit un­ter­ein­an­der«, schreibt der Ver­eins­vor­stand. Sollte der Be­schluss nicht zurück­ge­nom­men wer­den, werde der FFV-Vor­stand zurück­tre­ten. Dar­aus re­sul­tie­rend könnte eine Auf­lö­sung des Ver­eins die Folge sein. Um der so­zia­len Ver­ant­wor­tung ge­genü­ber den Kin­dern und Ju­gend­li­chen ge­recht zu wer­den, sollte der Er­halt des Frei­ba­des viel­mehr ver­bun­den sein mit jähr­li­chen Haus­halts­mit­tel zur schritt­wei­sen Re­no­vie­rung: »Als kin­der­reichste Kom­mune NR­W’s ist die Schließung des Frei­ba­des kein so­zia­ler Plus­punk­t.« Zur Kos­ten­re­du­zie­rung sei mehr­fach ein Block­heiz­kraft­werk mit Kos­ten und Vor­stel­lung ei­nes In­ves­tors vor­ge­schla­gen wor­den. Aber, so der Ver­ein: »­Bis heute ist die­ser An­trag nicht in den ent­spre­chen­den Aus­schüs­sen be­ra­ten wor­den.« Alle An­träge von FWG, SPD oder FFV wür­den viel­mehr re­gel­mäßig mit CDU-Mehr­heit ver­hin­dert. »In den Köp­fen be­stimm­ter Da­men und Her­ren schwebt im­mer noch der Neu­bau ei­nes Na­tur­frei­ba­des«. Da­bei wür­den Ver­wal­tung, CDU so­wie Bür­ger­meis­ter wis­sent­lich ver­ges­sen, dass eine Sa­nie­rung des be­ste­hen­den Ba­des oder eine Um­wand­lung in ein Na­tur­frei­bad »als die beste und kos­tengüns­tigste Va­ri­ante be­schrie­ben wur­de. Nur um­ge­setzt wurde bis heute nichts«, so der FFV: »Alle Bür­ger soll­ten zum Wohle un­sere Kin­der und Ju­gend­li­chen un­sere Po­li­ti­ker an ihre so­ziale Ver­ant­wor­tung er­in­nern.« Gleich­zei­tig möchte der FFV aber auch um noch mehr Un­ter­stüt­zung bei den Sai­son­vor­be­rei­tun­gen bit­ten. Spon­so­ren so­wie In­ves­to­ren wer­den auch wei­ter­hin ge­sucht. In­fos gibt es im In­ter­net un­ter htt­p://ffv-au­gust­dor­f.de

vom 12.12.2007 | Ausgabe-Nr. 50A

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