LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Oerlinghausen

Schützenkönigin Anja Salitter wurde am Marterpfahl gefesselt

»Indianer« beim Winterball

Oer­ling­hau­sen (k­d). Für einen Abend wurde das Stadt­ho­tel in Oer­ling­hau­sen aus sei­nem Dorn­rö­schen­schlaf wach­geküsst. Dies war der be­son­dere Wunsch der Schüt­zen­ge­sell­schaft, um den Saal im ers­ten Stock für ih­ren Win­ter­ball zu nut­zen- Und wie in frühe­ren Zei­ten ging es am ver­gan­ge­nen Sams­tag ü­beraus le­ben­dig zu. Rund 200 Gäste konnte Oberst Rei­ner Kös­ter in dem voll­be­setz­ten Saal be­grüßen. Er freute sich ü­ber das große In­ter­esse und die gute Stim­mung. »Wir sind froh, dass das Stadt­ho­tel für uns wie­der zugäng­lich ist«, sagte er. »­Die Räum­lich­kei­ten sind großzü­gig ge­stal­tet, so dass wir auch die Schüt­zen­tra­di­tion gut rü­ber­brin­gen kön­nen.« Da­nach eröff­nete das am­tie­rende Kö­nigs­paar Sören Grote und Anja Sa­lit­ter den Ball, und so­gleich stürz­ten sich zahl­rei­che Tanz­be­geis­terte auf das Par­kett. Das Trio »Party Sym­pho­nie Or­che­stra« hatte die rich­ti­gen Hits vor­be­rei­tet, so dass es nie­man­den lange auf dem Stuhl hielt. Von der an­ge­reg­ten At­mo­s­phäre ließen sich auch der stell­ver­tre­tende Bür­ger­meis­ter Erich Schmitt und je eine Ab­ord­nung der Dalb­ker Schüt­zen­ge­sell­schaft, der Bun­des­wehr-Pa­ten­kom­pa­nie aus Au­gust­dorf an­ste­cken. Be­son­ders be­grüßt wur­den Ma­jor Paul Smith so­wie zehn Mit­glie­der des 7. Trans­port­re­gi­ments RLC mit ih­ren Part­ne­rin­nen. Die in Bie­le­feld sta­tio­nier­ten Englän­der wa­ren in die­sem Som­mer ge­mein­sam mit fünf Oer­ling­hau­ser Schüt­zen für ei­nige Tage nach Lon­don ge­fah­ren, um ih­nen die Be­son­der­hei­ten der Haupt­stadt ein­mal aus ei­ner an­de­ren Per­spek­tive näher­zu­brin­gen. Den Wach­wech­sel am Buck­ing­ham Pa­lace zum Bei­spiel er­leb­ten die Bergstäd­ter aus nächs­ter Nähe mit.

Tra­di­ti­ons­gemäß sor­gen die neun Thron­da­men im Laufe des Abends für eine hu­mor­volle Ein­la­ge. Da sich die Kö­ni­gin stark für das Werk des Schrift­stel­lers Karl May in­ter­es­siert, er­gab sich das Motto für die Sho­wein­lage fast von selbst. Und im Handum­dre­hen fand sich Anja Sa­lit­ter an ei­nem Mar­ter­pfahl fest­ge­bun­den wie­der, nach­dem eine Gruppe von In­dia­nern den Saal ge­stürmt hat­te.

Wäre Karl May je­mals nach Lippe ge­kom­men, hätte er die Chance ge­habt, das in­zwi­schen ver­ges­sene Berg­volk der »­Thron-Apat­schen« ken­nen­zu­ler­nen. Diese Wis­sens­lü­cke konnte je­doch Bernd Ober­schelp (als Karl May) recht schnell schließen. In be­red­ten Wor­ten klärte er den Schüt­zenkö­nig Sören Grote ü­ber die Be­din­gun­gen auf, um die Re­gen­tin wie­der zu be­frei­en. Im all­ge­mei­nen To­hu­wa­bohu konnte seine Ma­jestät zunächst die Auf­gabe »­bitte drei Fes­seln lö­sen« akus­tisch nicht ver­ste­hen und fürch­tete schon, es müsse »drei Fäs­ser löh­nen«.

­Die erste Auf­gabe be­stand dar­in, mit ei­nem Schwarm der berüch­tig­ten »­Kampf-En­ten aus dem Schop­ke­tal« einen Tanz auf­zu­führen. Im zwei­ten Teil musste er das berühmte »rote Pferd« aus dem Schla­ger vor ei­ner Biene be­schüt­zen. Und schließ­lich galt es noch, die Künste der Cow­boys mit dem Lasso nach­zuah­men. Mit hef­ti­gem Ap­plaus be­schei­nigte das Pu­bli­kum dem ge­plag­ten Schüt­zenkö­nig, alle Prü­fun­gen her­vor­ra­gend be­stan­den zu ha­ben. Da­mit durfte er seine Kö­ni­gin wie­der los­bin­den. »Ich danke den Thron­da­men«, so Gro­te. »und ich hof­fe, dass wir im nächs­ten Jahr auch wie­der an die­ser Stelle fei­ern - dann möchte ich selbst aber nicht mehr hier im Ram­pen­licht ste­hen.«

Hu­mor­volle Ein­lage beim Schüt­zen­ball: Auch als wilde Ge­sel­len hin­ter­ließen die Thron­da­men und ihre Part­ner einen ü­ber­zeu­gen­den Ein­druck.

vom 05.12.2007 | Ausgabe-Nr. 49A

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten