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Traditionelle Advents- und Weihnachtsstellung im Lügder Heimatmuseum

Die Natur modelliert Nühlens Krippen

Lügde (af­k). Zur Ad­vents- und Weih­nachts­zeit gehören auch Krip­pen. Die In­ter­pre­ta­tion der räum­li­chen Ver­hält­nisse von Christi Ge­burt hat ü­ber die Jahr­hun­derte viele Krea­tive zu Bau­ten un­ter­schied­lichs­ter For­men in­spi­riert. Es ist schon eine kleine Tra­di­tion, dass der Hei­mat- und Mu­se­ums­ver­ein Lügde für die Ad­vents- und Weih­nachts­zeit Aus­stel­lun­gen or­ga­ni­siert, die in die be­son­dere Stim­mung die­ser Zeit pas­sen. Das wird auch in die­sem Jahr der Fall sein, denn vom kom­men­den Frei­tag, den 30. No­vem­ber an, bis zum 6. Ja­nuar wer­den im Hei­mat­mu­seum 15 Krip­pen des Pyr­mon­ters Heinz Nühlen zu se­hen sein. Der heute 65-Jäh­rige ist seit sie­ben Jah­ren Frührent­ner. Vor fast ge­nau ei­nem Jahr, im No­vem­ber 2006, hatte er be­gon­nen, Krip­pen zu bau­en. »Im­mer wenn das Wet­ter schlecht war, bin ich daran ge­gan­gen«, be­rich­tet er. Da­mit er­klärt sich auf, warum in­ner­halb so kur­zer Zeit auch der­art viele Krip­pen in ver­schie­de­nen Größen ent­stan­den sind.

»Krip­pen ha­ben mich schon im­mer fas­zi­nier­t«, ge­steht Nühlen, der bei sei­nen Auf­ent­hal­ten in Bay­ern jede Ge­le­gen­heit nutzt, um die zum Teil ganz­jäh­ri­gen Krip­pen-Aus­stel­lun­gen dort zu be­su­chen. Von dort ließ er sich zunächst auch ein Buch mit ei­ner Bau­an­lei­tung für den Krip­pen­bau kom­men. Rund 80 Stun­den baute er an sei­nem ers­ten Werk. Aber schnell ent­deckte er, dass es für ihn viel in­di­vi­du­el­lere For­men gibt. »Ich ver­wende aus­sch­ließ­lich Na­tur­ma­te­ria­li­en«, erzählt der aus Ohr bei Ha­meln stam­men­de, heute im Pyr­mon­ter Orts­teil Löwen­sen le­bende ehe­ma­lige BHW-Tech­ni­ker, der seine stun­den­lan­gen Spa­zier­gänge dazu nutzt, Baum­stum­pen und Moos zu sam­meln. Diese Ma­te­ria­len wer­den dann auch nicht wei­ter be­ar­bei­tet, schon gar nicht be­han­delt, ver­si­chert Nühlen: »Es bleibt al­les natür­lich. Auch ver­wende ich keine La­cke oder ähn­li­ches. So wird jede Krippe ein Uni­kat.« Dazu braucht der ge­schickte Krip­pen­bauer natür­lich auch keine Zeich­nun­gen mehr.

Der in­zwi­schen schon ge­schulte Blick nach al­tem Wur­zel­werk im Wald­bo­den ver­schafft ihm den Grund­stock für seine Krip­pen. Hier ent­schei­det sich durch die ge­wach­se­nen Di­men­sio­nen der Wur­zeln auch die Größe. Die Wur­zeln kön­nen natür­lich nicht so­fort be­ar­bei­tet wer­den son­dern müs­sen zunächst la­gern und trock­nen. Von klei­ne­ren Ex­em­pla­ren auf Grund­flächen von 30 mal 30 Zen­ti­me­ter bis zu größe­ren mit ei­ner Höhe bis zu 80 Zen­ti­me­tern auf ei­ner Grund­platte von 110 mal 80 Zen­ti­me­ter sind hier Krip­pen ent­stan­den, die jetzt auch in der Lüg­der Aus­stel­lung zu se­hen sind.

Aus­ge­stat­tet sind alle Krip­pen von Heinz Nühlen mit hinzu ge­kauf­ten Fi­gu­ren. Je­des Ex­po­nat ist be­leuch­tet.

Die Krip­pen ste­hen auch zum Ver­kauf – »zu zi­vi­len Prei­sen«, wie der Pyr­mon­ter ver­si­chert. Selbst wenn je­mand eine Krippe aus der Aus­stel­lung im Hei­mat­mu­seum ha­ben möch­te, werde es mög­lich ge­macht, dass diese dann am Hei­ligabend beim Käu­fer un­ter den Tan­nen­baum steht.

­Die Krip­pen­aus­stel­lung ist nach der Eröff­nung am 30. No­vem­ber zu den üb­li­chen Mu­se­umsöff­nungs­zei­ten von Diens­tag bis Sonn­tag je­weils nach­mit­tags zu be­sich­ti­gen.

vom 28.11.2007 | Ausgabe-Nr. 48A

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