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Fantasy-Geschichte rund um die Externsteine von Robin Jähne verfilmt

Mystische Natur und die Magie der Liebe

 

Kreis Lip­pe. Die Ex­t­ern­steine sind in je­dem Jahr ein An­zie­hungs­punkt für hun­dert­tau­sende Be­su­cher. Theo Grem­me, einen be­kann­ten Au­to­ren von Kurz­ge­schich­ten, in­spi­rier­ten sie zu ei­ner fes­seln­den Fan­tasy-Ge­schich­te. Der Na­tur­fil­mer Ro­bin Jähne setzte diese Ge­schichte in einen kurz­wei­li­gen Film um, wel­cher der Phan­ta­sie noch viel Raum lässt – in ein »au­dio­vi­su­el­les Hör­buch«. Der Film fei­erte jetzt seine lip­pi­sche Pre­mie­re.

Die Ent­ste­hung des Pro­jek­tes ist be­reits eine ei­ge­ne, span­nende Ge­schich­te. Als Theo Gremme vor mehr als zwölf Jah­ren an ei­ner Ta­gung bei den Ex­t­ern­stei­nen teil­nahm, war er von den Fel­sen so be­ein­druckt, dass er in­ner­halb kur­zer Zeit die ers­ten Skiz­zen zu der Ge­schichte no­tier­te. »Ta ’­Sag­hi« sollte sie heißen. In ihr geht es um einen in­dia­ni­schen Zau­ber, wel­cher bei ei­ner be­stimm­ten astro­no­mi­schen Kon­stel­la­tion an den Ex­t­ern­stei­nen frei wird.

»Es gibt tatsäch­lich alle paar Jahre die Si­tua­tion, dass der Voll­mond durch den Spalt am Wa­ckel­stein auf den Grab­fel­sen scheint«, so Grem­me. In der Ge­schichte tritt ge­nau dann der Zau­ber der »Ta ’­Sag­hi« in die Welt, der sich Men­schen fin­den lässt, die für­ein­an­der be­stimmt sind.

Gremme da­zu: »­Mir war auf­ge­fal­len, dass un­glaub­lich viele Leute nicht den rich­ti­gen oder gar kei­nen Part­ner ha­ben. Wie gut wäre es da, wenn es eine Art Zau­ber gä­be, der da­bei hilft, den Rich­ti­gen oder die Rich­tige zu fin­den – das wirk­lich pas­sende ge­ra­dezu schick­sal­hafte Ge­genstück. Die Idee war also schon da, und mit den Ex­t­ern­stei­nen war auch der ideale Ort der Hand­lung ge­fun­den.«

An den Ex­t­ern­stei­nen lernte Gremme auch den lip­pi­schen Fo­to­gra­fen und Fil­mer Ro­bin Jähne ken­nen. Der war gern be­reit, mys­ti­sche Bil­der für eine Per­for­mance-Le­sung zu ma­chen. Und von der weiß Gremme ganz be­son­dere Er­eig­nisse zu be­rich­ten: »­Die Leute wa­ren fas­zi­niert - die Ge­schichte musste also einen Nerv ge­trof­fen ha­ben. Merk­wür­dige Dinge ge­sch­a­hen in den Wo­chen nach der Le­sung - ei­nige von den Leu­ten. die ich kannte und die bei der Le­sung wa­ren, trenn­ten sich von ih­ren Part­nern oder fan­den ge­nau ihr Ge­genstück - das war schon et­was un­heim­lich.«

»Im­mer wie­der gab es An­fra­gen, ob die Ge­schichte nicht mit den Bil­dern auf DVD er­hält­lich sei. Also plan­ten wir eine Dia­schau auf der Sil­ber­scheibe mit ei­ni­gen Film­se­quen­zen – dar­aus wurde dann ein gan­zer Fil­m«, be­rich­tet Ro­bin Jäh­ne. Ge­dreht wurde mehr als ein Jahr lang mit pro­fes­sio­nel­ler Aus­rüs­tung.

Die Idee da­bei: »Wir woll­ten der Phan­ta­sie Frei­raum las­sen – nicht die ganze Hand­lung vor­kau­en«, er­läu­tert Jäh­ne. Der Tier­fil­mer, der be­reits mit zahl­rei­chen Na­tur­fil­men Be­kannt­heit er­lang­te, baute viele mys­ti­sche Na­tur­se­quen­zen ein, eine Mond­fins­ter­nis, Ne­bel­stim­mun­gen oder den jun­gen Uhu, der zu­fäl­lig an ei­nem Dreh­tag de­ko­ra­tiv auf ei­nem Ast saß. Auch eine spe­zi­elle Zeitraf­fer­tech­nik setzte Jähne ein.

­Ziel war es, mit den Auf­nah­men kein Auf­se­hen zu er­re­gen, die un­ge­störte At­mo­s­phäre zu er­hal­ten.

Die Dar­stel­ler für die Spiels­ze­nen ka­men aus Jäh­nes Freun­des­kreis, die be­reits ent­spre­chende Dre­her­fah­run­gen hat­ten. Prot­ago­nist Det­lef Wulf­kuhle war be­son­ders fas­zi­niert von der be­son­de­ren At­mo­s­phäre an den Stei­nen, be­son­ders bei den Nacht­auf­nah­men mit Voll­mond. »­Mit ih­rem ge­schicht­li­chen Hin­ter­grund wa­ren die Ex­t­ern­steine im­mer schon ein An­zie­hungs­punkt für die Men­schen, mit dem Film kann man ihre Fas­zi­na­tion auch Men­schen nahe brin­gen, die die­ses Na­tur­mo­nu­ment nicht ken­nen«, bi­lan­ziert Det­lef Wulf­kuh­le.

Für den mu­si­ka­li­schen Teil konnte Jähne den Kla­ri­net­tis­ten Flo­rian Stu­ben­voll ge­win­nen. Er kom­po­nierte eine Ti­tel­me­lo­die mit pen­ta­to­ni­schen Ein­flüs­sen. »­Pen­ta­to­nik ist eine Art ur­sprüng­li­che Skala mit nur fünf Tö­nen und ohne Halb­ton­schrit­te, wie sie bei Na­tur­völ­kern – wie den In­dia­nern – oft ver­wen­det wird«, so Stu­ben­voll.

Auch für Au­tor Theo Gremme wa­ren die Dreh­ar­bei­ten ein Er­leb­nis: »Ich glau­be, je­der Au­tor träumt da­von, dass eine Ge­schichte von ihm ir­gend­wann ein­mal ver­filmt wird. Ro­bin Jähne war sehr pro­fes­sio­nell bei der Re­gie und Ka­me­raführung. Bei den Dreh­ar­bei­ten, beim Schnitt und der Ent­ste­hung des So­undtracks mit da­bei zu sein, war ein­fach span­nend und auf­re­gen­d.«

40 Mi­nu­ten dau­ert der Film, der auf DVD und VHS-Kas­sette für 11,90 Euro bei Ro­bin Jäh­ne, Well­ner­weg 16, 32760 Det­mold, oder un­ter der E-Mail­adresse na­tur­fil­m@ro­b­in­jaeh­ne.de er­hält­lich ist.

vom 24.11.2007 | Ausgabe-Nr. 47B

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