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Der Kommentar Von Thomas Schwarzmann

Detmold setzt Maßstäbe

Kin­der ha­ben in Deutsch­land keine starke Lob­by, Fa­mi­lien tra­gen den Groß­teil der Steuer- und Ab­ga­ben­last und hal­ten nicht nur mit ih­ren Bei­trä­gen son­dern be­son­ders durch die Er­zie­hungs­ar­beit die So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­teme am Le­ben. Den­noch sind Kin­der das Ar­muts­ri­siko Num­mer eins in Deutsch­land. Das neue Kin­der­bil­dungs­ge­setz (Ki­Biz) des Lan­des ver­schlech­tert die fi­nan­zi­elle Si­tua­tion vie­ler Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen und bür­det den Kom­mu­nen zu­sätz­li­che Las­ten auf­.

­Ge­gen die­sen Trend setzt Det­mold ein­drucks­voll ein star­kes Zei­chen: Statt El­tern­bei­träge zu er­höhen, wie es in den meis­ten an­de­ren Städ­ten des Lan­des wohl pas­sie­ren wird, wer­den El­tern in be­acht­li­chem Aus­maß ent­las­tet. Dafür hat sich die Det­mol­der Po­li­tik, aber auch Bür­ger­meis­ter Rai­ner Hel­ler, der Fa­mi­li­en­freund­lich­keit stets als ei­nes der wich­tigs­ten Hand­lungs­fel­der vor­an­ge­trie­ben hat, eine Eins mit Stern­chen ver­dient! Mit die­ser mu­ti­gen und kraft­vol­len Ent­schei­dung, die noch dazu in brei­tem Kon­sens zu­stande kam, setzt Det­mold Maßstä­be!

­Denn die Ab­leh­nung der FDP sollte man nicht leicht­fer­tig als Kli­en­tel­po­li­tik für die Bes­ser­ver­die­nen­den ab­tun. Auch wenn es auf den ers­ten Blick als ge­recht emp­fun­den wer­den mag, dass Be­zie­her höhe­rer Ein­kom­men stär­ker zu Kasse ge­be­ten wer­den – wenn die Kin­der wohl­ha­ben­der El­tern des­we­gen nicht mehr in die Kin­der­gär­ten gin­gen, wäre das eine fa­tale Ent­wick­lung. In­te­gra­tion ist nicht nur ein Thema für Kin­der von Mi­gran­ten oder aus ein­kom­mens­schwa­chen Fa­mi­lien son­dern auch für Rei­che.

vom 24.11.2007 | Ausgabe-Nr. 47B

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