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Sven Högermann bereitet umfassende Geschichte des Ortes Helpups vor

Viel Wissen, aber noch keine Chronik vorhanden

 

Oer­ling­hau­sen-Hel­pup (k­d). Ein Hal­len­bad und ein Hal­te­punkt der Bahn, zwei Eis­ca­fes und zwei Su­per­märk­te, drei Gast­stät­ten und drei Sport­plätze fin­den sich in Hel­pup. Ist es um die In­fra­struk­tur auch gut be­stellt, so exis­tiert bis­lang keine ge­schicht­li­che Dar­stel­lung des Or­tes. Das möchte der Hel­pu­per Sven Hö­ger­mann nun än­dern: Sein Ma­nu­skript ist fast fer­tig, die Chro­nik soll zum Jah­res­ende er­schei­nen. Noch aber sucht er Zeit­zeu­gen, um Zwei­fels­fra­gen klären zu kön­nen.

»­Ge­schichte hat mich schon im­mer in­ter­es­siert, das ist mein Hob­by­«, sagt Sven Hö­ger­mann. Aus die­sem Grund hat sich der 30-jäh­rige Ver­wal­tungs­an­ge­stellte auch ein­ge­hend mit der ei­ge­nen Fa­mi­lie be­fasst. So konnte er 390 Jahre zurück­ver­fol­gen und hat »nur für den Haus­ge­brauch« eine Fa­mi­li­en­chro­nik ver­fasst. Die Hö­ger­manns wa­ren eng mit Hel­pup ver­bun­den und früher in der Land­wirt­schaft, als Zieg­ler und Händ­ler tätig. »Ich habe da­bei fest­ge­stellt, dass wir mit vie­len alt­ein­ge­ses­se­nen Fa­mi­lien im Ort ver­wandt sin­d«, erzählt der Hob­by­his­to­ri­ker. Als er dann eine Chro­nik Hel­pups such­te, mel­de­ten die Bi­blio­the­ken je­doch Fehl­an­zei­ge.

»­Die al­ten Leute wis­sen zwar sehr viel, aber nie­mand hat et­was auf­ge­schrie­ben«, lau­tet die Er­fah­rung von Sven Hö­ger­mann. Fast zwangs­läu­fig ent­wi­ckelte er dann die Idee, selbst ein sol­ches Werk zu ver­fas­sen. »Das ist ein The­ma, das mich sehr in­ter­es­siert, denn ich bin in Hel­pup auf­ge­wach­sen und werde auch wei­ter­hin hier woh­nen blei­ben«, sagt er.

Und so hat er sich selbst an die Auf­gabe ge­macht, die Ge­schichte zu er­for­schen. Ne­ben Ak­ten und an­de­ren schrift­li­chen Quel­len stützt sich Sven Hö­ger­mann vor al­lem auf per­sön­li­che Er­in­ne­run­gen von Zeit­zeu­gen. Das war nicht im­mer ein­fach. »Lip­per kön­nen ja schön stur sein«, meint der Dreißig­jäh­ri­ge. »Da­mit diese Ge­spräche ü­ber­haupt zu­stande ka­men, habe ich zum Bei­spiel mei­nen Großva­ter ein­ge­spannt.«

Leicht les­bar und ver­ständ­lich wird das Werk sein. Die Zeit­spanne reicht von der Früh­ge­schichte bis in die Jetzt­zeit, zum Bei­spiel wid­met sich ein Ka­pi­tel dem Was­ser­park in Währen­trup. Die al­ten Höfe und Haus­stät­ten wer­den ebenso vor­ge­stellt wie die Ge­schichte der Kir­chen­ge­mein­de, der Ver­eine und In­sti­tu­tio­nen. So wird man Aus­führun­gen ü­ber das eins­tige Frei­bad »Vo­gel-Sang«, den ehe­ma­li­gen Hel­pu­per Schüt­zen­ver­ein und die längst ge­schlos­sene Re­kord-Ce­ment-In­dus­trie GmbH fin­den kön­nen.

­Die ur­sprüng­lich selbst­stän­di­gen Ge­mein­den Währen­trup, Wel­len­trup (in Tei­len) und Ma­cken­bruch müs­sen eben­falls in der Chro­nik berück­sich­tigt wer­den, da sie am 1. April 1957 zur Ge­meinde Hel­pup ver­schmol­zen sind. Vor 40 Jah­ren, am 1. Ja­nuar 1969, wurde der Ort zu ei­nem Teil der Stadt Oer­ling­hau­sen. Tho­mas Pusch steu­ert zwei Ar­ti­kel ü­ber Währen­trup bei, Heinz-Adolf Bo­kel schreibt ü­ber das Mit­tei­lungs­blatt Hel­pup und Ro­land Linde be­rich­tet ü­ber die Ent­ste­hung des Or­tes Wel­len­trup. Der Müns­te­ra­ner His­to­ri­ker Linde hat es auch ü­ber­nom­men, die his­to­ri­schen An­ga­ben auf wis­sen­schaft­li­che Kor­rekt­heit zu prü­fen, ins­be­son­dere die An­ga­ben ü­ber den Al­ten Krug in Hel­pup. »Es ist mir ganz wich­tig, dass die Da­ten alle ge­si­chert sin­d«, be­tont Sven Hö­ger­mann. Seit ge­nau ei­nem Jahr schreibt er an dem Ma­nu­skript, jetzt ist es fast fer­tig. Das Buch wird etwa 150 Sei­ten um­fas­sen und soll als »­Buch auf Be­stel­lung« so kos­tengüns­tig wie mög­lich ge­druckt wer­den. »Es ist eine Lieb­ha­be­rei, denn reich wer­den kann man da­mit nicht«, sagt Sven Hö­ger­mann. Auf Spon­so­ren hat er ganz be­wusst ver­zich­tet, »da­mit mir nie­mand vor­schreibt, was hin­ein­kommt und was nicht.« Der Ti­tel steht be­reits fest: »Und sie rie­fen Help-up.«

Um feh­lende An­ga­ben und Da­ten ver­vollstän­di­gen zu kön­nen, bit­tet Sven Hö­ger­mann (Tel. 05202 2046) um Hin­weise ü­ber die Zie­ge­leien Rei­neke und Holl­mann/­Koch­siek so­wie ü­ber den Schüt­zen­ver­ein, um Fo­tos aus der Zeit der Wei­ma­rer Re­pu­blik und des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus so­wie um Da­ten und Bil­der der ehe­ma­li­gen Vor­ste­her der Orte Ma­cken­bruch und Währen­trup.

vom 10.01.2009 | Ausgabe-Nr. 2B

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