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»Prince of Peace« – Projekt der Musikschule Lage vereinte über 200 lippische Musikschaffende

Grandiose Spitzenleistung aller Mitwirkenden

Lage-Hei­den (a­me). Es war ein Mam­mut­pro­jekt: Sie­ben der mo­d­erns­ten Chöre der Re­gion – Lip(ps) Li­ve, Chor 2000, Voice Pearls, Su­gar Voi­ces, Gos­pel X, Can­tus no­vus und Uni­ted Voi­ces – hat­ten sich zu­sam­men­ge­tan, um ge­mein­sam mit ei­nem Or­che­s­ter aus Schü­lern, ehe­ma­li­gen Schü­lern und Leh­rern der Mu­sik­schule Lage so­wie ei­ni­gen Gäs­ten in der Kir­che Hei­den un­ter der mu­si­ka­li­schen Lei­tung von Do­ris Fin­dorff-Ra­sche das Gos­pe­lo­ra­to­rium »Prince of Pe­a­ce« auf­zu­führen. So wa­ren al­lein rund 200 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger an­ge­tre­ten. Der vor­dere Teil des Kir­chen­schiffs war aus­ge­füllt, der Zu­schau­er­raum sah dement­spre­chend aus – es gab nur noch Steh­plät­ze.

Das Werk, eine Kom­po­si­tion von Ralf Gröss­ler, war im April 2007 in der Alex­an­der­kir­che Wil­des­hau­sen urauf­ge­führt wor­den. Dort war es an fünf auf­ein­an­der fol­gen­den Ta­gen je­weils rest­los aus­ver­kauft ge­we­sen. Kein Wun­der! Wer ein­mal ein Werk die­ses Kir­chen­mu­si­kers hört, wird im­mer wie­der die Oh­ren spit­zen, wenn es wie­der et­was von ihm zu hören gib­t.

In Hei­den wur­den der erste und zweite Teil des vier­tei­li­gen Ge­samt­werks auf­ge­führt. Mit der Cho­ral­fan­ta­sie ü­ber den Cho­ral »­Nun kommt der Hei­den Hei­lan­d« eröff­nete das Or­che­s­ter das Kon­zert. Eine span­nungs­ge­la­dene und gleich­zei­tig Trost spen­dende Ou­ver­türe. Die Trom­meln spra­chen eine deut­li­che Spra­che: Da kün­digt sich et­was an. Die Strei­cher setz­ten ein und mal­ten einen kla­ren Son­nen­auf­gang ir­gendwo hoch ü­ber den Wol­ken. Schö­ner konnte das Or­che­s­ter die Bitte der Chöre »­Come to us, Lord Je­sus« nicht un­ter­strei­chen. So ging dem Zuhö­rer also gleich zu Be­ginn das Herz auf­.

Als dann mit »Y­our sa­viour was born« die So­lis­tin Ul­rike Wah­ren ein­setz­te, gab es in Folge zum ers­ten Mal Zwi­schen­ap­plaus und von da an nach je­dem wei­te­ren Stück des Abends.

­So­lis­tin, Chor und Or­che­s­ter bil­de­ten eine klang­li­che Ein­heit. Dies war be­son­ders zu Be­ginn des zwei­ten Teils bei »I am the way« wun­der­bar zu er­le­ben. Das war Mu­sik und Ge­sang mit Gän­se­haut­ga­ran­tie. Ein wei­te­res High­light setzte die Sa­xo­pho­nis­tin Beate Bus­se. Hier konnte man nur noch Au­gen und Oh­ren auf­rei­ßen – ein­fach fan­tas­tisch!

­Die Stim­mung des Abends in Worte zu fas­sen, ist kaum mög­lich. Dass hier haupt­säch­lich Hob­by­mu­si­ker agier­ten, war ir­gend­wann im Ver­lauf des Abends an nur sehr ver­ein­zel­ten Stel­len wahr­nehm­bar, aber of­fen ge­sagt so mar­gi­nal, dass man doch fas­sungs­los vor die­ser Leis­tung stand und ganz tief den Hut zog. Das Pu­bli­kum ju­belte und machte sei­ner Be­geis­te­rung lauthals Luft.

­Nicht ver­ges­sen wer­den darf der Bei­trag von Jan Stai­gr. Er re­fe­rierte zwi­schen dem ers­ten und zwei­ten Teil des Kon­zerts ü­ber die hei­lende Kraft Bach­scher Mu­sik. Ein klu­ger Vor­trag, dem wirk­lich nichts hin­zu­zu­fü­gen ist.

­Der Abend en­dete mit Blu­men­sträußen und zwei Zu­ga­ben. Ul­rike Wah­ren nannte Lippe »­die Hoch­burg des Gos­pel« und ließ das Pu­bli­kum mit den Fin­gern schnip­pen. Bleibt am Schluss nur zu dan­ken für einen wun­der­ba­ren und in je­der Be­zie­hung außer­ge­wöhn­li­chen Abend, mit dem die Mu­sik­schule Lage wie­der ein­mal höchste Ehre ein­ge­legt hat. Oder wie der Lip­per jetzt sa­gen möch­te: »­Die sind echt gut. Die gehör‘n nach‘n Fern­sehn hin­!«

vom 06.12.2008 | Ausgabe-Nr. 49B

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