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Orgel-Saxofon-Konzert in der gut gefüllten Hillentruper Kirche begeisterte

Harmonie zweier »Instrumente des Windes«

 

Dören­trup-Hil­len­trup (da). Eine außer­ge­wöhn­li­che und zu­gleich span­nende Kom­bi­na­tion von Or­gel und Sa­xo­fon er­leb­ten die Be­su­cher ei­nes Kon­zer­tes in der Hil­len­tru­per Kir­che. So war es nicht ver­wun­der­lich, dass das Got­tes­haus na­hezu voll be­setzt war, als der aus Po­len stam­mende Or­ga­nist Nor­bert Itrich Prella im ers­ten Teil zunächst ei­nige So­lo­stü­cke aus dem 17. bis 18. Jahr­hun­dert an der Kir­chen­or­gel ze­le­brier­te. Be­son­ders die Mu­sik der Ba­rock­zeit be­geis­tert den heute in Nord­spa­nien le­ben­den Prel­la, der ein fa­cet­ten­rei­ches Re­per­toire von Ni­co­laus Bruhns bis Diet­rich Bux­te­hude zu Gehör brach­te.

Seine enorme Fin­ger­fer­tig­keit kam be­son­ders bei Jo­hann Se­bas­tian Bachs »Toc­cata und Fuge d-Moll« zum Aus­druck. Mit be­rau­schen­der Schnel­lig­keit flo­gen die Hände ü­ber die Tas­ta­tur und die Töne muss­ten sich be­ei­len, den Pfei­fen zu ent­schwin­den, weil die nächs­ten be­reits nach­dräng­ten. Prella schöpfte die ge­samte mu­si­ka­li­sche Band­breite der Klas­meier-Or­gel aus und ver­langte dem Kleu­ker-Werk seine ganze Ton­qua­lität ab, als hätte die­ses nur auf eine sol­che Lob­prei­sung ge­war­tet. Nach die­ser Vir­tuo­sität ließ Arisa Is­hi­ba­shi mit ei­nem ru­hi­gen Cho­ral­vor­spiel von Ge­org Böhm die Or­gel erst mal durch­at­men.

Im zwei­ten Teil des Kon­zerts brachte Nor­bert Itrich Prella sein Sa­xo­fon in einen in­ter­essan­ten Dia­log zu den Or­gel­klän­gen Is­hi­ba­shis. Ob bei ei­ner fröh­lich-be­schwing­ten So­nate von Ge­org Phil­ipp Te­le­mann oder Jo­seph Haydns »Gypsy Ron­do«, das Zu­sam­men­spiel der bei­den In­stru­mente ließ die jahr­hun­der­te­al­ten Ar­ran­ge­ments mo­dern und jaz­zig wahr­neh­men. An­ders da­ge­gen bei »A­ria«, ei­nem ge­tra­gen und trau­rig an­mu­ten­den Werk von Jo­hann Se­bas­tian Bach, bei dem sich das ge­samte Leid die­ses Klang-Epos in der ein­fühlen­den Sa­xo­fon-In­to­na­tion Prel­las aus­drück­te. Hoch kon­zen­triert und mit ge­schlos­se­nen Au­gen wog sich Arisa Is­hi­ba­shi bei Louis Vier­nes »­Me­di­ta­tion« in den Wel­len der Kom­po­si­tion, als würde Kör­per und Mu­sik zu ei­ner Ein­heit ver­schmel­zen. Ste­hend ap­plau­dierte das be­geis­terte und teils von weit her an­ge­reiste Pu­bli­kum und er­hielt von den bei­den Ak­teu­ren die er­sehnte Zu­ga­be. »Ein be­ein­dru­cken­des Hö­rer­leb­nis, das un­ter die Haut ging«, sprach Pas­tor Ober­krome al­len Zuhö­rern aus dem Her­zen. Für Prel­la, der in der kom­men­den Wo­che in Ita­lien auf­tritt, liegt der Grund für die gran­diose Har­mo­nie von Or­gel und Sa­xo­fon dar­in, dass bei­des »­In­stru­mente des Win­des« sei­en. Die­ses Kon­zert war ein wei­te­res Ju­wel in der glän­zen­den Kette von kul­tu­rel­len Aus­nahme-Ver­an­stal­tun­gen in der Kir­che von Hil­len­trup.

vom 19.11.2008 | Ausgabe-Nr. 47A

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