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Herzwoche 2008: Klinikum Lippe-Detmold veranstaltet Arzt-Patienten-Seminare

»Wie machen sich Herzklappenfehler bemerkbar«

 

Kreis Lippe (no­k). Herz­klap­pe­ner­kran­kun­gen ste­hen im Mit­tel­punkt ei­ner Ak­ti­ons­wo­che der Deut­schen Herz­stif­tung. Lei­tende Ärzte und »Herz­spe­zia­lis­ten« des Kli­ni­kums Lippe-Det­mold möch­ten diese Kam­pa­gne nut­zen, um ge­sund­heits­be­wusste Men­schen zu in­for­mie­ren. In drei Vor­trags- und Dis­kus­si­ons­run­den wer­den Prof. Dr. med. Ul­rich Teb­be, Dr. Dirk Här­tel, Dr. Jo­han­nes Brock­mei­er, Dr. Ales­san­dro Cu­neo, Dr. Ste­fan Hoch­reuther und Dr. Ralf Fel­gen­dre­her ü­ber Herz­klap­pen­feh­ler, de­ren Er­ken­nung und Be­hand­lung, The­ra­pie­ver­fah­ren, Ope­ra­tio­nen so­wie an­sch­ließende Reha-Maß­nah­men re­fe­rie­ren. Zu den je­weils in zwei Re­fe­rate ü­ber Er­kran­kun­gen der Aor­ten­klappe und der Mi­tral­klappe so­wie ei­nem Fra­gen-und Ant­wort-Block ge­glie­der­ten Vor­trags­aben­den in der Fach­hoch­schule Det­mold (11. No­vem­ber, 19 Uhr), im Kli­ni­kum Lemgo (12. No­vem­ber, 19 Uhr) und im Blom­ber­ger Bür­ger­haus (13. No­vem­ber, 19 Uhr) sind in­ter­es­sierte Lip­per ein­ge­la­den. Die Teil­nahme ist kos­ten­los.

»Es gibt weitaus mehr Herz­klap­pen­feh­ler und -er­kran­kun­gen als sie in un­se­rer Sta­tis­tik ge­führt wer­den. Das liegt ganz ein­fach dar­an, dass sich lei­der nur we­nige Men­schen re­gel­mäßi­gen kar­dio­lo­gi­schem Un­ter­su­chun­gen stel­len und so­mit oft­mals ü­ber­haupt nicht wis­sen, dass mög­li­cher­weise ein Herz­klap­pen­feh­ler ihre Leis­tungs­fähig­keit ein­schränk­t«, er­klärt Prof. Dr. Ul­rich Tebbe im Ge­spräch mit die­ser Zei­tung. Nicht nur äl­tere Men­schen seien zum Bei­spiel durch Kal­k­ab­la­ge­run­gen von sol­chen Er­kran­kun­gen be­trof­fen. Herz­klap­pen­feh­ler könn­ten durch­aus auch an­ge­bo­ren sein. Nicht zu­letzt des­halb emp­fiehlt der Kar­dio­loge ins­be­son­dere auch dem im­mer größer wer­den­den Feld der Ex­tremsport­ler (Ma­ra­thon­läu­fer, Moun­tain-Bi­ker, Tri­ath­le­ten) und leis­tungs­ori­en­tier­ten Hob­by­s­port­ler, sich ei­ner re­gel­mäßi­gen Un­ter­su­chung zu un­ter­zie­hen. Das Kli­ni­kum Lippe-Det­mold bie­tet dazu mo­d­ernste Tech­no­lo­gien. Ein ganz wich­ti­ges Gerät ist für die Ärzte des Kli­ni­kums das neu an­ge­schaffte Ul­tra­schall­gerät. »­Die Ul­tra­schall­un­ter­su­chung ist we­nig be­las­tend für den Pa­ti­en­ten und gibt in den meis­ten Fäl­len ge­naue Er­kennt­nisse ü­ber die Klap­pen­funk­tion«, er­läu­tert Prof. Teb­be. Eine wei­tere Un­ter­su­chungs­mög­lich­keit bie­tet die Schluckecho­kar­dio­gra­phie. Un­er­kannte Herz­klap­pen­feh­ler kön­nen nicht nur die Le­bens­qua­lität, son­dern auch die Le­bens­er­war­tung er­heb­lich ein­schrän­ken. Des­halb sei es wich­tig, denk­bare Sym­ptome wie ab­neh­mende Leis­tungs­fähig­keit oder »Luft­not« nicht als nor­male Al­ter­ser­schei­nun­gen ab­zu­tun, mahnt Dr. Dirk Här­tel. Bei recht­zei­ti­ger Dia­gno­se, re­gel­mäßi­gen Kon­troll­un­ter­su­chun­gen und ge­ziel­ter The­ra­pie­maß­nah­men könne man auch mit ei­nem Klap­pen­feh­ler weit­ge­hend nor­mal le­ben.

­Die häu­figste Er­kran­kung bei äl­te­ren Men­schen ist die Aor­ten­klap­pens­te­nose (Ver­en­gung der Haupt­schlag­ader). Vom Al­ter un­ab­hän­gig ist die Mi­tral­klap­pen­in­suf­fi­zi­enz (Un­dich­tig­keit der Mi­tral­klap­pe). Bei den Vor­trä­gen im Rah­men der Herz­wo­che wird das Ärz­te­team ins­be­son­dere auf diese bei­den Klap­pen­feh­ler ein­ge­hen und Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten auf­zei­gen. Kranke Herz­klap­pen kön­nen wie­der her­ge­stellt oder durch künst­li­che Klap­pen er­setzt wer­den. Beim Herz­klap­pe­n­er­satz zeich­net sich der­zeit ein neues Ver­fah­ren ab, bei dem die Klap­pen mit­tels Ka­the­ter­tech­nik, und so­mit ohne Ope­ra­tion, ins Herz ein­ge­bracht wer­den. Die­ses Ver­fah­ren be­schränkt sich der­zeit aber aus­sch­ließ­lich auf Aor­ten­klap­pen. Auch hierü­ber wer­den die Herz­spe­zia­lis­ten des Kli­ni­kums Lippe-Det­mold in­ner­halb der Herz­wo­chen­ak­tion be­rich­ten. Mög­li­cher­weise gibt es für Prof. Ul­rich Tebbe dann schon ganz neue Er­kennt­nis­se, denn in Kürze wird die erste Det­mol­der Pa­ti­en­tin nach die­sem Ver­fah­ren be­han­del­t.

»­Mit der Vor­trags­se­rie möch­ten wir un­se­ren Pa­ti­en­ten ent­ge­gen­kom­men, Hemm­schwel­len ab­bauen und in lo­cke­rer At­mo­s­phäre in­for­mie­ren«, resü­miert das Ärz­te­team und hofft zu­gleich auf mög­lichst großes In­ter­es­se. An­ge­glie­dert ist der Herz­wo­chen­ak­tion auch noch eine wei­tere Ver­an­stal­tung am 22. No­vem­ber in Bad Sal­zu­flen. Hier han­delt es sich um eine ganz­tä­gige Ver­an­stal­tung (9 Uhr bis 15.30 Uhr in der Kon­zert­hal­le), die in Ko­ope­ra­tion vom Bad Oeyn­hau­ser Herz­zen­trum und dem Kli­ni­kum Lippe-Det­mold durch­ge­führt wird.

vom 08.11.2008 | Ausgabe-Nr. 45B

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