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» Kalletal

Folk, Rock und Pop mit »Seven Boots« und dem Duo »Isabel & Jay Minor«

Stürmische Gitarren auf wogendem Musikmeer

Kal­le­tal-Bro­sen (b­j). Wenn das Ban­ner der ge­kreuz­ten Quer­flöte und Gi­tar­ren­bund un­ter dem To­ten­kopf am Fir­ma­ment des Mu­sik­him­mels auf­taucht, sind die Rock­pi­ra­ten »­Se­ven Boots« nicht weit. Jüngst hiss­ten sie ih­ren »­Jolly Ro­ger« in der De­ele Bro­sen und nah­men de­ren zahl­rei­che Be­su­cher mit ih­rem ro­cki­gen Folk ge­fan­gen.

Mit im mu­si­ka­li­schen Boot saßen »I­sa­bel & Jay Mi­nor«. Das Sup­port-Duo hatte sich die Frei­beu­ter in al­ter Tra­di­tion mit­ge­bracht. Mit ih­rer aus­ge­feil­ten Ge­sangs­stim­me, die sich von zart-ro­man­tisch bis druck­voll mit fa­cet­ten­rei­chem Aus­druck zeig­te, be­geis­terte das junge Mäd­chen auf An­hieb das Pu­bli­kum, während Papa Jay an Key­board und Gi­tarre den Ton an­gab. Ihre Viel­sei­tig­keit zeigte sich in ei­ge­nen Kom­po­si­tio­nen, wie in Co­ver­songs, dar­un­ter der Cindy Lau­per Hit »Time af­ter ti­me«.

Nach der sanft-me­lan­cho­li­schen Ruhe folgte der Strom-Gi­tar­ren-Sturm. »­Se­ven Boots«, vier Mu­si­ker die ihr Hand­werk ver­ste­hen, schrubb­ten mit eng­lisch­spra­chi­gem Fol­k­rock das De­e­len-Deck und ließen ihre Hö­rer mit ih­rem aus­ge­feil­ten Sound Kiel­ho­len. In eine be­stimmte mu­si­ka­li­sche Schatz­kiste las­sen sich "­Se­ven Boots" nicht pa­cken, doch zeugt ihre Viel­sei­tig­keit von wei­ten Rei­sen ü­ber das Meer der Mu­sik­ge­schich­te. Er­in­nerte ihr mehr­stim­mi­ger Ge­sang eben noch an die Bea­tles auf Ir­land-Aus­flug, fühlt sich der Hö­rer im nächs­ten Mo­ment, bei der Be­ar­bei­tung der Gi­tar­re, in die bes­ten Zei­ten der Dire Straits zurück­ver­setzt. Auch der leichte Boo­gie-Woo­gie-Rhyth­mus stand den Vir­tuo­sen gut, die ne­ben­bei noch einen Ab­ste­cher in Rich­tung ame­ri­ka­ni­schen Blues-Rock un­ter­nah­men.

Front­mann Rai­ner Opiela gab mit sei­ner Quer­flöte die Marsch­rich­tung an. Da­bei blieb er, auch wenn er mit dem für eine Rock­band un­ge­wöhn­li­chen In­stru­ment ganz in der Tra­di­tion von »Je­thro Tull« steht, mit bei­den Bei­nen auf dem Bo­den.

»­Se­ven Boots« pack­ten im­mer wie­der neue Ü­ber­ra­schun­gen aus dem no­ten­rei­chen Beu­te­kof­fer. Nicht zu­letzt der sel­ten zu se­hende Chap­man-Stick: Von dem Jazz-Gi­tar­ris­ten Em­mett Chap­man in den 1960er Jah­ren ent­wi­ckelt, be­steht die­ser al­lein aus ei­nem Griff­brett, 8 bis 12 Sai­ten, die nur leicht an­ge­tippt wer­den und ein bis zwei Ton­ab­neh­mern. Bas­sist Ron Hei­ring­hoff ko­lo­rierte di­verse Songs der Band mit dem elek­tri­schen Sai­ten­in­stru­ment und ern­tete an­er­ken­nen­den Ap­plaus.

vom 05.11.2008 | Ausgabe-Nr. 45A

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