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Lockhauser wird Deutscher Meister im Modell-Segelflug

Germany’s next Top-Modell-Flieger

 

Bad Sal­zu­flen-Lock­hau­sen (m­h). Ein­mal ist Vol­ker Tutaß ein Se­gel­flug­zeug mit vol­ler Wucht in die Wade ge­flo­gen. Es war zwar nur ein Mo­dell, das ein Wett­kampf­geg­ner beim Start aus der Kon­trolle ver­lo­ren hatte – aber schmerz­haft trotz al­le­dem. Den Wett­be­werb flog er un­ter Schmer­zen und mit Wut im Bauch zu Ende – mit Er­folg. Das war 2006, und der Lock­hau­ser war zum ers­ten Mal Deut­scher Meis­ter im Mo­dell­se­gel­flug ge­wor­den. Jetzt ist ihm die­ser Coup ein wei­te­res Mal ge­lun­gen.

Das Mit­glied der CVJM Mo­dell­flug­gruppe Lock­hau­sen (MFG) hat sich bei der Deut­schen Meis­ter­schaft in At­ten­dorn ge­gen 64 Kon­kur­ren­ten aus ganz Deutsch­land durch­ge­setzt. »Es geht haupt­säch­lich dar­um, den Flie­ger mög­lichst lange in der Luft zu hal­ten«, er­klärt er. In ei­nem Zeit­raum von zehn Mi­nu­ten muss das Flug­zeug mit Hilfe ei­ner Seil­winde und ei­nem 150 Me­ter lan­gen Seil ge­st­ar­tet, ge­flo­gen und mög­lichst punkt­genau ge­lan­det wer­den. Für Vol­ker Tutaß ist es gut ge­lau­fen – Start und Lan­dung und die Flug­zeit be­scher­ten ihm Best­punkt­zah­len. Und da­mit einen zwei­ten Ti­tel.

­Die Se­gel­flug­zeug-Mo­del­le, mit de­nen der deut­sche Meis­ter fliegt, be­ste­hen aus Koh­le­fa­ser. »Das ist das Ma­te­rial, aus dem auch die For­mel-1-Fahr­zeuge sin­d«, be­rich­tet er stolz. Die Trag­flächen ha­ben eine Spann­weite von 3,17 bis 3,60 Me­ter. Wie beim ech­ten Se­gel­flug­zeug wirkt der Rumpf da­ge­gen ge­ra­dezu micke­rig, lässt sich be­quem mit ei­ner Hand hal­ten. Doch der Cor­pus hat‘s in sich: Un­ter ei­ner Ab­de­ckung of­fen­bart sich das »Herz« des Flie­gers, seine Elek­tro­nik. Mit Hilfe ei­ner Fern­be­die­nung kön­nen darü­ber Rich­tung und Ge­schwin­dig­keit des etwa zwei Kilo schwe­ren Flug­ob­jekts ge­steu­ert wer­den.

»­Bei schö­ner Ther­mik kann man mit so ei­nem Flug­zeug auch Loo­pings und an­dere Kunst­stü­cke flie­gen«, so der 39-Jäh­ri­ge. »­Bei der Deut­schen Meis­ter­schaft kam es dar­auf aber nicht an«. Viel­mehr muss man sich bei der­ar­tig großen Wett­be­wer­ben um das Wet­ter sor­gen: »Wenn so eine Ver­an­stal­tung an­ge­setzt ist, wird auch ge­flo­gen. Wir hat­ten es schon, dass wir mit den Füßen im Was­ser stan­den«.

vom 20.09.2008 | Ausgabe-Nr. 38B

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