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»Rauchende Argumente« bei der Verbandsversammlung des Dehoga Lippe in Lügde

Nichtraucherschutzgesetz tritt zum 1. Januar 2008 in Kraft

 

Lüg­de/­Kreis Lip­pe. Das neue Nicht­rau­cher­ge­setz für NRW und die da­mit ver­bun­de­nen Exis­tenz­sor­gen der hei­mi­schen Ga­stro­no­men wa­ren ein­mal mehr zen­tra­les Thema der jüngs­ten De­le­gier­ten­ver­samm­lung des De­hoga Lip­pe. Wei­tere The­men wa­ren die Min­des­lohn­de­batte und Än­de­run­gen im Ar­beits- und Ju­gend­schutz. Darü­ber hin­aus zeich­nete der lip­pi­sche Ver­band­sprä­si­dent Die­ter Mesch Ge­schäfts­füh­rer Jür­gen Ge­damke für sein lang­jäh­ri­ges En­ga­ge­ment aus.

Schlimme Be­fürch­tun­gen hegt die Ver­bandss­pitze zum In­kraft­tre­ten des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes. Zum 1. Ja­nuar 2008 müs­sen auch die nord­rhein-west­fä­li­schen Ga­stro­no­mie­be­triebe »­dunst­frei« sein. Für Gast­stät­ten ist al­ler­dings noch eine Ü­ber­gangs­frist bis zum 1. Juli 2008 vor­ge­se­hen. Das Ge­setz gelte dann also auch für sämt­li­che Schank- und Spei­se­wirt­schaf­ten, un­ab­hän­gig von der Be­triebs­art, Größe und An­zahl der Räu­me, er­klärte Mesch den Mit­glie­dern. Im­mer­hin, so der Ver­band­sprä­si­dent, sehe der bis­her vor­lie­gende Ent­wurf Aus­nah­me­re­ge­lun­gen vor, durch die die Ein­rich­tung von Rau­cherräu­men in der Ga­stro­no­mie er­laubt sein sol­le. Aber noch sei nicht de­fi­niert, wie ein sol­cher Rau­cher­raum be­schaf­fen sein soll, wie die Ab­gren­zung zum Nicht­rau­cher­be­reich vor­ge­nom­men wer­den müs­se.

Große Sorge be­rei­te­ten den Ga­stro­no­men vor al­lem die so­ge­nann­ten Ein­raum­be­trie­be, die da­durch einen Wett­be­werbs­nach­teil er­führen. Die be­reits ge­mach­ten Er­fah­run­gen in den Bun­des­län­dern Nie­der­sach­sen und Ba­den-Würt­tem­berg, die das Rauch­ver­bot be­reits ha­ben, er­här­ten diese Sor­ge.

Der Ver­band, so Me­sch, habe lange den lei­der ver­geb­li­chen Ver­such un­er­nom­men, eine Kenn­zeich­nung der Be­triebe zu er­wir­ken. Es sei nicht nach­voll­zieh­bar, warum man dem Un­ter­neh­mer nicht die Frei­heit las­se, sei­nen Be­trieb als Rau­cher- oder Nicht­rau­cher­lo­kal zu de­kla­rie­ren. Da­mit wäre al­len ge­dient, dem Gast und auch dem Ga­stro­no­men. Es bleibe ein Ge­heim­nis der Po­li­tik, warum die­ser Weg nicht ein­ge­schla­gen wor­den sei. Auch die ge­plan­ten großzü­gi­gen Aus­nah­men beim Nicht­rau­cher­schutz für Volks­feste und Fest­zelte könne der Ver­band nicht un­ter­stüt­zen. Es stelle sich hier die Frage nach der Grund­lage ei­nes fai­ren Wett­be­werbs. Rauch sei ü­ber­all un­ge­sund und eben auch in Fest­zel­ten.

­Der Blaue Dunst ist auch Grund­lage für eine Än­de­rung im Ar­beits- und Ju­gend­schutz, die be­reits seit dem 1. Sep­tem­ber die­sen Jah­res greift. Da­nach sei das Rau­chen in der Öf­fent­lich­keit, also auch in der Ga­stro­no­mie, für alle Ju­gend­li­chen un­ter 18 Jah­ren ver­bo­ten. Alle be­trof­fe­nen Ho­te­liers und Ga­stro­no­men müss­ten des­halb eine geän­derte Fas­sung des Ju­gend­schutz­ge­set­zes aus­hän­gen.

In der Min­dest­lohn­de­batte wies Ge­schäfts­füh­rer Jür­gen Ge­damke die De­le­gier­ten dar­auf hin, dass sich diese im hei­mi­schen Gast­ge­werbe erü­b­ri­ge, da der zu­stän­dige Mi­nis­ter in NRW kürz­lich die drei un­te­ren Lohn­grup­pen im Ent­gelt­ta­rif­ver­trag des Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­bes in NRW für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klärt ha­be. Dies be­deu­te, dass die Zah­lun­gen in die­sen Lohn­grup­pen für den Ar­beit­ge­ber ver­bind­lich sei­en. Dies sei in­so­fern für das Gast­ge­werbe güns­tig, als die dort z.T. vor­ge­se­he­nen Ver­gütun­gen un­ter dem lä­gen, was der­zeit bun­des­weit ü­ber die Höhe ei­nes Min­dest­loh­nes dis­ku­tiert wer­de. Die Hand­lungs­mög­lich­kei­ten ge­rade der klei­ne­ren Be­triebe seien dem­nach fle­xibler mög­lich und der zu er­war­tende Ar­beits­platz­ab­bau bei Ein­führung ei­nes all­ge­mei­nen Min­dest­loh­nes nicht ge­ge­ben.

vom 03.11.2007 | Ausgabe-Nr. 44B

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