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Stadt investiert 2,5 Millionen in fünf Jahren in Medienentwicklung der Schulen

Computerbeherrschung wichtig wie Lesen, Schreiben, Rechnen

Det­mold (ts). Ne­ben Le­sen, Schrei­ben und Rech­nen gehören heute auch die Nut­zung des Com­pu­ters und der kom­pe­tente Um­gang mit Me­dien zu den not­wen­di­gen Grund­fer­tig­kei­ten, die vor al­lem bei der Su­che nach Ar­beits- oder Aus­bil­dungs­plät­zen vor­aus­ge­setzt wer­den. Den Schulall­tag hat diese un­be­strit­tene Tat­sa­che bis­her erst we­nig be­ein­flusst. Mit dem Me­dienent­wick­lungs­plan, den der Schulaus­schuss am Diens­tag mit nur ei­ner Ge­gen­stimme (FDP) be­schlos­sen hat, sol­len Det­mol­der Schu­len und Schü­ler in die erste Liga in Sa­chen IT-An­wen­dun­gen ka­ta­pul­tiert wer­den. Durch­schnitt­lich rund 500.000 Euro pro Jahr will man bis 2012 dafür in­ves­tie­ren.

»­Die PISA-Stu­die hat ge­zeigt, dass wir bei die­sem Thema einen enor­men Nach­hol­be­darf ge­genü­ber an­de­ren Staa­ten ha­ben. Mit dem Me­dienent­wick­lungs­plan neh­men wir zukünf­tig bun­des­weit eine Vor­rei­ter­rolle ein«, sagte Bür­ger­meis­ter Rai­ner Hel­ler bei ei­nem Pres­se­ter­min. Da­bei gehe es nicht in ers­ter Li­nie dar­um, das Ver­hält­nis Schü­ler/PC zu ver­bes­sern. »­Die Ver­bes­se­rung die­ser Kenn­zahl ist nicht das Ziel son­dern die Folge des Me­dienent­wick­lungs­pla­nes«, be­tonte Fach­be­reichs­lei­ter Klaus Vo­th­knecht. Aus­gangs­punkt sei viel­mehr, die Me­dien­kom­pe­tenz der Schü­ler zu ver­bes­sern. Die päd­ago­gi­schen Not­wen­dig­kei­ten be­stimm­ten da­her die Aus­stat­tung: »­Die Tech­nik rich­tet sich nach den Un­ter­richts­in­hal­ten«.

­Mo­derne Me­dien wie Com­pu­ter und In­ter­net sol­len zukünf­tig nicht mehr nur im In­for­ma­tik­un­ter­richt son­dern in al­len Fächern ein­ge­setzt wer­den. Wich­tig sei da­bei, nicht nur die not­wen­dige ak­tu­elle Hard­ware wie breit­ban­dige In­ter­ne­t­an­schlüs­se, schnelle Netz­werke so­wie mo­derne End­geräte wie PCs, Be­a­mer, Dru­cker und Scan­ner an­zu­schaf­fen, son­dern durch Fort­bil­dun­gen der Leh­rer aber auch durch zu­ver­läs­sige War­tung und Störungs­be­sei­ti­gung si­cher zu stel­len, dass die Tech­nik auch je­der­zeit ein­ge­setzt wer­den kann.

»­Bis­her wur­den viele Com­pu­terräume an Schu­len von För­der­ver­ei­nen und mit Hilfe von Spen­den aus­ge­stat­tet. Viele die­ser Sys­teme sind ver­al­tet und nicht mehr ein­setz­bar«, er­klärte Mi­chael Schnitt­ger, Lei­ter der Grund­schule Hei­li­gen­kir­chen. Er machte klar, dass auch an Grund­schu­len der Ein­satz von Com­pu­tern und neuen Me­dien als Hilfs­mit­tel aber auch als Un­ter­richts­ge­gen­stand kei­nes­falls eine frei­wil­lige Leis­tung son­dern Pflicht­auf­gabe der Schu­len sei. Da­bei soll­ten schon Grund­schü­ler den Com­pu­ter nicht nur als Werk­zeug zur Text­ver­ar­bei­tung, Prä­sen­ta­tion, Re­cher­che und Kom­mu­ni­ka­tion ken­nen­ler­nen, auch die kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit den neuen Me­dien sei wich­tig.

Jür­gen El­fers, kom­missa­ri­scher Lei­ter des Stadt­gym­na­si­ums, freute sich darü­ber, dass es mit dem Me­dienent­wick­lungs­plan eine ver­läss­li­che Per­spek­tive für die Schu­len ge­be. Er war sich si­cher, dass in den Leh­rer­kol­le­gien schon heute in al­len Un­ter­richts­fächern ge­nug Fach­kom­pe­tenz vor­han­den sei, um die neue Tech­nik auch sinn­voll ein­set­zen zu kön­nen.

Wenn der Me­dienent­wick­lungs­plan Ende Sep­tem­ber vom Rat ver­ab­schie­det wird, sol­len noch in die­sem Jahr die ers­ten In­ves­ti­tio­nen um­ge­setzt wer­den. Wie­viel Geld dafür aus­ge­ge­ben wird, steht aber noch nicht fest. »Wir müs­sen die Maß­nah­men eu­ro­pa­weit aus­schrei­ben, da­her ste­hen die ge­nauen Sum­men noch nicht fest. Si­cher ist aber, dass wir durch­schnitt­lich 500.000 Euro pro Jahr be­zie­hungs­weise 2,5 Mil­lio­nen in fünf Jah­ren aus­ge­ben wol­len«, er­klärte Klaus Vo­th­knecht.

vom 06.09.2008 | Ausgabe-Nr. 36B

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