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Christ­de­mo­kra­ten kri­ti­sie­ren Kreis Lip­pe. Die CDU-Kreis­tags­frak­tion Lippe hat die Lip­pi­sche Lan­des­kir­che we­gen ih­res Ein­sat­zes für Ge­flüch­te­te, bei de­nen eine be­grün­dete Sorge vor Ge­fahr für Leib und Le­ben oder ei­ner mög­li­chen Ver­let­zung grund­le­gen­der Men­schen­rechte be­steht, kri­ti­siert. Das Kir­chen­asyl gilt als letzte Mög­lich­keit, be­trof­fe­nen Men­schen bei­zu­ste­hen, wenn staat­li­ches Han­deln im Ein­zel­fall fun­da­men­tale Rechts­nor­men ü­ber­sieht oder gar miss­ach­tet. In ih­rer Mit­tei­lung nimmt die CDU kon­kret Be­zug auf den Fall des jun­gen Gha­naers Mun­tari Adam. Die Christ­de­mo­kra­ten hal­ten fest an ih­rer For­de­rung, dass "das Aus­län­de­r­amt in Lippe auch wei­ter streng nach den Re­ge­lun­gen des Auf­ent­halts­ge­set­zes ent­schei­den und die­ses Ge­setz durch­set­zen" müs­se. "Wir sind zu­gleich be­sorgt, dass es auch in Lippe im­mer wie­der Fälle gibt, in de­nen Mit­ar­bei­ter der Aus­län­der­behörde oder der Po­li­zei bei der Aus­ü­bung die­ser Auf­gabe hef­ti­ger Kri­tik, teil­weise so­gar ge­walt­täti­gen An­grif­fen aus­ge­setzt sin­d", wird Ste­phan Gri­gat, so­zi­al­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU-Frak­tion, zi­tiert. Seine Par­tei sehe hier die Ver­wal­tungs­spitze in der Pflicht, heißt es in der Mit­tei­lung wei­ter. Im Fall Mun­tari Adams schreibt die CDU: "­Seine Ab­schie­bung in das nach dem Du­blin-Ver­fah­ren zu­stän­dige Ita­lien wurde im Kir­chen­asyl so lange ver­ei­telt, bis sie we­gen Fri­sta­blaufs un­mög­lich ge­wor­den war. Wie be­reits zu­vor in Nor­we­gen und der Schweiz wurde der Mann auch in dem in Deutsch­land durch­ge­führ­ten Asyl­ver­fah­ren rechts­kräf­tig ab­ge­lehnt. Dar­auf­hin wurde eine Kam­pa­gne zur Rück­ho­lung ge­st­ar­tet und die Lip­pi­sche Lan­des­kir­che ü­ber­reichte dem Land­rat eine ent­spre­chende Un­ter­schrif­ten­lis­te."­Die Kir­che habe hier mas­siv in das Ver­fah­ren ein­ge­grif­fen, kri­ti­siert Gri­gat. "­Sie ak­zep­tiert in der Folge nicht ein­mal das von deut­schen Ge­rich­ten rechts­kräf­tig ent­schie­dene Er­geb­nis. Wir for­dern nun den Land­rat auf, das Recht auch ge­genü­ber der Kir­che durch­zu­set­zen." Mun­tari Adam stammt aus Yen­di. Nach­dem es 2002 in der Stadt zu schwe­ren Aus­schrei­tun­gen und zur Er­mor­dung des Kö­nigs kam, ist die Si­tua­tion bis heute an­ge­spannt. Adams ge­samte Fa­mi­lie wurde in dem lo­ka­len Kon­flikt er­mor­det. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren hatte er in Blom­berg ge­lebt und sich der Lan­des­kir­che zu­folge "­gut in­te­grier­t", ehe er am 21. No­vem­ber ohne Ankün­di­gung von der Aus­län­der­behörde des Krei­ses Lippe ab­ge­holt wur­de. Dass die Kom­mis­sion des Lan­des NRW ihn als Här­te­fall ein­ge­stuft und den Kreis Lippe aus hu­ma­nitären Grün­den er­sucht hat­te, bleibt in der Mit­tei­lung der CDU un­er­wähnt. (LMH)

vom 15.02.2020 | Ausgabe-Nr. 7B

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