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Eine weise Erfindung der Kultu...

Eine weise Er­fin­dung der Kul­tur Ra­fik Schami und Root Leeb prä­sen­tie­ren "Auf die Freund­schaft" Det­mold. Der will nur spie­len" und "­Kannst du mir das Re­zept ge­ben?" sind die am häu­figs­ten ver­wen­de­ten Sätze in Deutsch­land. Sagt Au­tor Ra­fik Schami und spielt da­mit auf "­den bes­ten Freund des Men­schen" und ge­mein­sa­mes Es­sen an. Zu­sam­men mit der Schrift­stel­le­rin und Il­lus­tra­to­rin Root Leeb hat er im Som­mer­thea­ter sein neues Buch "Auf die Freund­schaft" prä­sen­tiert. "­Die Freund­schaft ist die weise Schwes­ter der Liebe und baut auf Ge­gen­sei­tig­keit und Au­gen­höhe", be­ginnt der Au­tor, des­sen Wur­zeln in Sy­rien lie­gen. Wenn die Ge­gen­sei­tig­keit nicht mehr ge­ge­ben ist, schla­fen Freund­schaf­ten oft auch ein, wie er sel­ber er­fah­ren muss­te. "Als ich Sy­rien 1970 ver­las­sen ha­be, habe ich mir ge­schwo­ren, mei­nen Freun­den re­gel­mäßig zu schrei­ben. Am An­fang habe ich das auch ge­tan. Ir­gend­wann wurde der Kon­takt dann aber we­ni­ger. Da trifft das Sprich­wort ‚aus den Au­gen, aus dem Sinn‘ zu", erzählt Ra­fik Scha­mi. "Wohl­ge­merkt ‚aus dem Sinn‘, nicht ‚aus dem Her­zen‘." Darü­ber hin­aus sei Freund­schaft eine Er­fin­dung der Kul­tur, die zwar kul­turü­ber­grei­fend exis­tiert, aber in den un­ter­schied­li­chen Kul­tu­ren ver­schie­dene Be­deu­tun­gen hat. Im Ara­bi­schen steht von der Wor­ther­kunft die Ehr­lich­keit ei­ner Freund­schaft im Fo­kus, während im Kur­di­schen ein Freund je­mand ist, der mit ei­nem ge­mein­sam durch­hält, ähn­lich wie auch im Bas­ki­schen. Das chi­ne­si­sche Wort für Freund zielt vor al­lem auf ge­mein­same Har­mo­nie ab, während im Deut­schen ein Freund je­mand ist, der Freude und Leid mit ei­nem teilt. "Auch wenn der Hund oft als bes­ter Freund des Men­schen be­ti­telt wird, ist das Ver­hält­nis zwi­schen Men­schen und Hund nicht mit ei­ner Freund­schaft gleich­zu­set­zen", be­tont der Au­tor. Auch die Gast­freund­schaft, die in Ara­bien an der ers­ten Stelle be­deu­ten­der Werte steht, ist eine Freund­schaft, wenn auch nur eine sehr kur­ze. Al­ler­dings hat sie sich ü­ber die Jahr­hun­derte zu ei­nem Sys­tem mit kla­ren Gren­zen ent­wi­ckelt, das so­wohl Gast­ge­ber als auch Gast nützt. Während Ra­fik Schami fes­selnd aus sei­ner ei­ge­nen Er­fah­rung ü­ber Freund­schaft, Lie­be, die Gast­freund­schaft und Hunde erzählt, liest Root Leeb aus Ge­schich­ten, die Freund­schaft the­ma­ti­sie­ren oder in de­ren Hand­lung Freund­schaft eine Rolle spielt. In den Tex­ten aus "Auf die Freund­schaft" wer­den viele Fa­cet­ten ei­ner Freund­schaft ab­ge­bil­det. Mal hu­mor­voll, mal nach­denk­lich, mal in Apho­ris­men zeich­nen die Ge­schich­ten ein um­fas­sen­des Bild und be­geis­tern auch Gast­ge­ber Al­fred Wes­ter­mann vom Buch­haus am Markt, der mit der Ver­an­stal­tung das Ju­biläums­jahr zu 25 Jah­ren Buch­hand­lung ein­läu­tet. "Ich bin Rhein­län­der, die fei­ern be­kannt­lich gern und da kann ich doch nicht bis Sep­tem­ber war­ten", lacht er. Der Er­lös des Abends geht an den Kin­der­schutz­bund Det­mold, der sich ü­ber 1500 Euro freuen darf. (km)

vom 11.01.2020 | Ausgabe-Nr. 2B

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