LIPPE aktuell - Das Mitteilungs- und Anzeigenblatt für die Region Lippe

Sprung

Inhalt

» Augustdorf

Nur noch jeder Vierte wünscht...

Nur noch je­der Vierte wünscht sich ein klas­si­sches Grab Re­prä­sen­ta­tive Um­frage be­legt Wan­del der Be­stat­tungs­kul­tur Im­mer we­ni­ger Bun­des­bür­ger möch­ten in ei­ner klas­si­schen Grab­stätte bei­ge­setzt wer­den. Zu­neh­mend be­lieb­ter wer­den An­ge­bo­te, die keine Grab­pflege er­for­dern, ins­be­son­dere auch außer­halb von Fried­hö­fen. Das er­gab eine Um­frage im Auf­trag von Ae­ter­ni­tas, der Ver­brau­cher­in­itia­tive Be­stat­tungs­kul­tur. Tra­di­tio­nelle Grab­for­men ver­lie­ren in Deutsch­land wei­ter an Zu­spruch. Be­legt wird die­ser Wan­del der Be­stat­tungs­kul­tur durch die Wün­sche der Men­schen für ihre ei­gene Be­stat­tung, wie eine ak­tu­elle Um­frage er­gab. Dem­nach be­vor­zu­gen nur noch 25 Pro­zent der Bun­des­bür­ger ein klas­si­sches, per­sön­li­che Pflege er­for­dern­des Sarg- oder Ur­nen­grab auf ei­nem Fried­hof. Im­mer mehr Men­schen zie­hen für ihre ei­gene Be­stat­tung Grab­for­men bzw. Be­stat­tungs­orte in Be­tracht, die für Hin­ter­blie­bene kei­nen Pfle­ge­auf­wand ver­ur­sa­chen. Am häu­figs­ten wer­den in der vor­lie­gen­den Um­frage pfle­ge­freie Grab­stät­ten auf Fried­hö­fen ge­nannt (21 Pro­zent), die in der Re­gel für Ur­nen­bei­set­zun­gen an­ge­bo­ten wer­den. Dazu zählen ins­be­son­dere Ge­mein­schafts­gra­b­an­la­gen, Ur­nen­wän­de, Ra­sen­grä­ber und Bei­set­zun­gen un­ter Bäu­men, die im­mer zahl­rei­cher auch auf Fried­hö­fen zu fin­den sind. 19 Pro­zent der Be­frag­ten be­vor­zu­gen hin­ge­gen die Baum­be­stat­tung in ei­nem Be­stat­tungs­wald, 6 Pro­zent eine Bei­set­zung der Urne auf See. Im­mer­hin ein Vier­tel der Be­frag­ten ent­schei­det sich für eine der Va­ri­an­ten, die nach den gel­ten­den Ge­set­zen in der Re­gel - bis auf we­nige Aus­nah­men - il­le­gal sind: Die Ver­streu­ung ih­rer Asche in der freien Na­tur wün­schen sich 14 Pro­zent, die Auf­be­wah­rung bzw. Bei­set­zung ih­rer Asche zu Hause bzw. im Gar­ten 9 Pro­zent. "Hier zeigt sich ein­deu­tig Re­form­be­darf bei den Be­stat­tungs­ge­set­zen", stellt der der Ae­ter­ni­tas-Vor­sit­zende Chri­stoph Kel­de­nich fest. Auch wenn der­zeit je­der Zweite (48 Pro­zent) ein An­ge­bot außer­halb ei­nes Fried­hofs in Be­tracht zieht: "­Die Chance der Fried­höfe liegt ins­be­son­dere in den oben er­wähn­ten pfle­ge­freien Grab­for­men", so Kel­de­nich wei­ter. Diese bie­ten in der Re­gel die Mög­lich­keit, die Na­men der Ver­stor­be­nen zu nen­nen - an­ders als an­onyme Grab­stät­ten, die in der Ver­gan­gen­heit häu­fig als ein­zige pfle­ge­freie Al­ter­na­ti­ven auf Fried­hö­fen zu fin­den wa­ren. Bei der Fra­ge, wie wich­tig den Men­schen ein Na­mens­hin­weis an ih­rer ei­ge­nen Grab­stelle ist, of­fen­bart sich ein ge­teil­tes Mei­nungs­bild: 47 Pro­zent der Be­frag­ten wäre die­ser al­les in al­lem sehr wich­tig oder wich­tig, 51 Pro­zent wäre dies hin­ge­gen we­ni­ger wich­tig bzw. ü­ber­haupt nicht wich­tig. In Er­fah­rung brin­gen wollte Ae­ter­ni­tas darü­ber hin­aus, wie viele Bun­des­bür­ger der­zeit ein Grab zu pfle­gen ha­ben. Hier er­gab sich ein An­teil von 29 Pro­zent, die sich selbst darum küm­mern, und 10 Pro­zent, die zu­stän­dig sind, aber einen Fried­hofs­gärt­ner be­auf­tragt ha­ben. 60 Pro­zent ha­ben die Frage mit nein be­ant­wor­tet. Nach ei­ner gleich lau­ten­den Um­frage aus dem Jahr 1998 pfleg­ten noch 37 Pro­zent selbst ein Grab und 5 Pro­zent hat­ten eine Gärt­ne­rei be­auf­tragt, während 58 Pro­zent für kein Grab zu­stän­dig wa­ren. Für die vor­lie­gende Stu­die be­fragte das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Forsa An­fang Sep­tem­ber 2019 im Auf­trag von Ae­ter­ni­tas 1.005 im Rah­men ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Stich­probe aus­ge­wählte Bun­des­bür­ger ab 18 Jah­ren. Alle An­ga­ben zu frühe­ren Jah­ren stam­men ebenso aus von Ae­ter­ni­tas be­auf­trag­ten re­prä­sen­ta­ti­ven Stu­dien. (Quelle Ae­ter­ni­tas)

vom 26.10.2019 | Ausgabe-Nr. 43B

Seite drucken Drucken  | Seite versenden Versenden

« weitere Artikel

Keine Zeitung erhalten