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IAA 2019: Ein Sportwagen auch für Eis und Schnee

Kreis Lip­pe. 26 Se­kun­den wa­ren einst ent­schei­dend. Da­mals am 25. Ja­nuar 1973 als Jean-Claude An­druet und seine Co­pi­lo­tin Bi­che in ih­rem Al­pine A110 den Sieg bei der Ral­lye Monte Carlo ho­len. Ihr Wa­gen hatte im ver­schnei­ten Mo­naco sei­nem Na­men alle Ehre ge­macht. Die Ge­schichte be­ginnt al­ler­dings be­reits 20 Jahre vor­her. Der Renn­fah­rer Jean Rédélé hatte meh­rere Mo­delle für Au­to­ren­nen ent­wor­fen. Das Mo­dell mit dem Na­men A106 setzt sich dann ab Mitte der 50er Jahre bei vie­len Ral­lyes durch, was den Aus­schlag gab, Lang­stre­cken­ren­nen ins Auge zu fas­sen. Der Name Al­pine geht auf Jean Rédélés Sieg beim Al­pen­po­kal im Jahr 1954 zurück. Ab 1963 ging Al­pine dann zum ers­ten Mal beim 24-Stun­den-Ren­nen von Le Mans an den Start. In den fol­gen­den Jah­ren wird das Auto im­mer wei­ter­ent­wi­ckelt. Die A221 be­kommt schließ­lich einen V8-Mo­tor mit 3 Li­ter Hub­raum. "Warum?", soll Charles de Gaulle auf der Au­to­mo­bil­messe da­mals ge­fragt ha­ben, wor­auf­hin Jean Rédélé la­pi­dar mit "da­mit Frank­reich ge­winnt" geant­wor­tet ha­ben soll. Auf diese Weise fährt Al­pine 1968 meh­rere Siege in der Klas­sen­wer­tung und der ener­ge­ti­schen und leis­tungs­ab­hän­gi­gen In­dex­wer­tung ein. An­fang der 1970er Jahre ü­ber­nahm Renault die Ak­ti­en­mehr­heit bei Al­pi­ne, we­nige Jahre später legte Rédélé sein Amt bei Al­pine nie­der und die Mar­ken­rechte gin­gen vollstän­dig an Renault. In dem Werk in Diep­pe, in dem da­mals – und heute wie­der – die Wa­gen ge­fer­tigt wur­den, zog in der Zwi­schen­zeit die Pro­duk­tion von Renault-Fahr­zeu­gen für den Rennsport. Al­ler­dings be­schloss man 2012 die Marke Al­pine wie­der­zu­be­le­ben, so­dass man nach zwei­jäh­ri­ger Pla­nungs­phase mit der Pro­duk­tion an­fing und im März 2017 den neu auf­ge­leg­ten A110 auf dem Gen­fer Au­to­sa­lon prä­sen­tie­ren konn­te. Im letz­ten Jahr war der Al­pine 110 nur auf Be­stel­lung zu be­kom­men. Mitt­ler­weile ist das Auto mit dem ge­wis­sen Kult­sta­tus auch in Se­rie lie­fer­bar und selt­sa­mer­weise in Deutsch­land ein­fa­cher zu be­kom­men als in Frank­reich. "Das Auto ge­nießt in Frank­reich einen ähn­li­chen Kult­sta­tus wie hier in Deutsch­land der 911er von Por­sche", weiß Klaus-Arne Bro­dow­ski, der viele Jahre der ein­zige Stütz­punkt­händ­ler von Al­pine in Lippe war. Zwei der al­ten, his­to­ri­schen Al­pine-Mo­delle sind auch heute noch in Barn­trup und Blom­berg vor­han­den. Und natür­lich darf auch der neu auf­ge­legte A110 nicht feh­len. (km)

vom 14.09.2019 | Ausgabe-Nr. 37B

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