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Feuerwehr birgt verletzten Falken

Selten rücken die Kameraden zur Tierrettung aus – auch kuriose Fälle sind dabei

Foto: Freiwillige Feuerwehr Lage

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Mit­ar­bei­ter ei­nes Un­ter­neh­mens im In­dus­trie­ge­biet Daim­ler­straße hat­ten den Vo­gel im Gras hin­ter ei­nem Fir­men­ge­bäude ent­deckt und die Ein­satz­kräfte alar­miert. Die Ein­satz­kräfte stell­ten vor Ort fest, dass es sich bei dem Tier um einen Fal­ken han­del­te. "­Die­ser hatte einen Flü­gel ge­bro­chen und war so­mit flug­un­fähig", be­rich­tet An­dreas Dieck­mann, Pres­se­spre­cher der La­gen­ser Wehr. Zur wei­te­ren Ver­sor­gung sei das Tier zur Ad­ler­warte in Det­mold-Ber­le­beck ge­bracht wor­den. Die Greif­vo­gel­warte küm­mert sich je­des Jahr um viele in der Na­tur ver­letzt ge­fun­dene oder ver­waiste (Jung-)Vö­gel. Sie wer­den ge­sund ge­pflegt und wie­der fit in die freie Wild­bahn ent­las­sen. "­Ge­ne­rell rückt die Feu­er­wehr eher sel­ten zu Tier­ret­tungs­einsät­zen aus­", be­rich­tet Ben­ja­min Brink­meyer, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter der Feu­er­wehr La­ge. Etwa drei bis fünf Einsätze pro Jahr seien üb­lich. Dann ginge es meis­tens um eine ein­ge­klemmte Katze oder einen Wasch­bären im Kel­ler – sel­ten seien es ku­rio­sere Fäl­le: "Wir hat­ten schon mal eine Schlange im Wand­schrank ei­nes Wohn­hau­ses. Die ent­puppte sich nach­her als un­ge­fähr­lich, trotz­dem war es auf­re­gend für die An­woh­ner", sagt Brink­meyer. "In Har­dis­sen wur­den wir vor ei­ni­ger Zeit ge­ru­fen, weil ein Pferd in ei­nem sump­fi­gen Ge­biet ver­sun­ken war." Aber ist es ü­ber­haupt rich­tig, die Feu­er­wehr zu ru­fen, wenn mög­li­cher­weise ein Tier in Not ist? "Ja", sagt Ben­ja­min Brink­mei­er, "Tiere ha­ben bei uns hohe Prio­rität." Die Ret­tung von Men­schen stehe an ers­ter Stel­le, di­rekt da­nach kä­men aber Hund, Katze und Co. "Wenn die Ein­satz­kräfte mal nicht wei­ter wis­sen, ha­ben wir bei der Feu­er­wehr viele Mög­lich­kei­ten, pro­fes­sio­nel­len Rat ein­zu­ho­len. Dann lö­sen sich die meis­ten Pro­bleme recht schnell." Die Kos­ten für eine Tier­ret­tung trägt zu­erst der Hal­ter des Tiers, sollte die­ser er­mit­tel­bar sein. Ist dies nicht der Fall und ein Tier benötigt trotz­dem ärzt­li­che Be­hand­lung, so kommt meis­tens die zu­stän­dige Kom­mune dafür auf. Rich­tig teuer hin­ge­gen kann es wer­den, wenn die Feu­er­wehr ge­ru­fen wird, um die Katze aus dem Baum zu ho­len – denn die Samt­pfo­ten schaf­fen es meist aus ei­ge­ner Kraft zurück auf fes­ten Bo­den. "Wir müs­sen den Bür­ger dann darü­ber in­for­mie­ren, dass ein Ein­satz teuer wer­den kann. Bis zu tau­send Euro muss der Tier­hal­ter in man­chen Fäl­len dafür zah­len", sagt Brink­meyer.

vom 17.08.2019 | Ausgabe-Nr. 33B

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