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Grünanlagen am Stadtrand laden jetzt zu einer Entdeckungsreise

Vielfalt des Staff-Landschaftsparks ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit

Der Landschaftspark der Staff-Stiftung bietet blühende Wiesen, Streuobstwiesen, eine große Artenvielfalt und aufgrund der Hanglage grandiose Ausblicke auf Lemgo und weit ins Lipperland.     Foto: LMH

Der Land­schaftspark der Staff-Stif­tung bie­tet blühende Wie­sen, Streu­obst­wie­sen, eine große Ar­ten­viel­falt und auf­grund der Hang­lage gran­diose Aus­bli­cke auf Lemgo und weit ins Lip­per­land. Fo­to: LMH  weitere Bilder »

Die ur­sprüng­li­chen Ei­gen­ar­ten der lip­pi­schen Kul­tur­land­schaft sind heute im Park wie­der­zu­fin­den. Streu­obst- und Wild­blu­men­wie­sen wech­seln sich ab, ge­zielt ge­pflanzte Baum­grup­pen setz­ten vi­su­elle Ak­zen­te. We­nige Wege führen durch den Park. Auf ih­nen kann man Rund­gänge un­ter­neh­men und Ein- und Aus­bli­cke auf die Land­schaft ge­nießen. Bänke bie­ten Ge­le­gen­heit zum In­ne­hal­ten. Das Feucht­bio­top um den Rad­siek­bach wurde mit Ste­gen, Brü­cken und Trep­pen zugäng­lich ge­macht und ist ü­ber den Fuß­weg durch den Hu­de­wald an­ge­schlos­sen. Die Kunst­werke wie der Gra­nit­stein "Blaues Leuch­ten" von Dors­ten Diek­mann, die 14 Ton­nen schwe­ren Stahl­blö­cke "Lemgo Vec­tor­s" von Ri­chard Serra und die Ei­chen­keim­linge von Wolf­gang Bun­t­rock und Frank Nor­diek sind wahre Hin­gucker. 
­Was sich heute so har­mo­nisch prä­sen­tiert, ist das Er­geb­nis jahr­zehn­te­lan­ger Ar­beit. In Zu­sam­men­ar­beit mit der Stadt Lemgo hatte die Staff-Stif­tung 1988 einen NRW-of­fe­nen Ide­en­wett­be­werb zur Ge­stal­tung des Land­schaftsparks aus­ge­lobt. Ge­for­dert wurde eine öf­fent­lich zugäng­li­che, ebenso großzü­gig wie zurück­hal­tend ge­stal­tete Par­k­land­schaft, die als Nah­er­ho­lungs­raum im Vor­feld des Wal­des von den Bür­gern ge­nutzt wer­den kann. Das Pla­nungs­büro Dre­cker aus Bott­rop ge­wann den Wett­be­werb und wurde mit der Aus­führungs­pla­nung be­auf­tragt. 
­Zu­vor war die Land­schaft lange wirt­schaft­lich ge­nutzt wor­den. Die ur­sprüng­li­che Ve­ge­ta­tion wurde da­bei aus der Fläche ver­drängt. Auf Fel­dern zum An­bau von Mais, Ge­treide und Rü­ben wur­den re­gel­mäßig Dünge- und Pflan­zen­schutz­mit­tel ein­ge­setzt. Re­gen schwemmte im­mer wie­der be­las­tete Bo­den­an­teile weg und be­frach­tete da­mit die städ­ti­sche Ka­na­li­sa­tion. Weil es we­der Ge­büsch noch Gras­land und keine natür­li­che Vor­flut gab, kam es im­mer wie­der zu Ü­ber­schwem­mun­gen in ei­nem süd­lich an­gren­zen­den Wohn­ge­biet. 
­Der Land­schaftspark sollte und soll sich mög­lichst na­tur­nah ent­wi­ckeln. Mit ei­nem Saat­gut­lie­fe­rer wur­den ei­gens auf den Park ab­ge­stimmte Mi­schun­gen zu­sam­men­ge­stellt. Sal­bei, Mal­ven, Acker­wit­wen­blu­men, Lab­kraut oder auch Mar­ge­ri­ten – doch die ers­ten Ver­su­che gin­gen da­mals re­gel­mäßig schief. Es dau­erte zwei Jahr­zehn­te, bis Pflan­zen und Kräu­ter den für sie pas­sen­den Stand­ort ge­fun­den hat­ten – und auch die vier Gärt­ner der Staff-Stif­tung ha­ben of­fen­sicht­lich den rich­ti­gen Weg ge­fun­den. Das Gros der Wie­sen ent­wi­ckelt sich, ohne dass sie noch Saa­ten ein­streuen müs­sen, und las­sen die Flächen fast das ganze Jahr ü­ber in wech­seln­der Far­ben­viel­falt leuch­ten. Nur auf den sehr nähr­stoff­rei­chen Bö­den säen die Gärt­ner nach, wer­den Bü­schel­schön, Fär­ber­dis­tel oder auch Son­nen­blu­men als his­to­ri­sche Kul­tur­pflan­zen an­ge­baut. 
­Be­su­che loh­nen sich durch­aus öf­ter, denn der Land­schaftspark wan­delt sich stark mit den Jah­res­zei­ten. Man kann ihn frei er­kun­den, aber es gibt eine Par­kord­nung. Die Be­su­cher wer­den ge­be­ten, ei­nige Re­geln zur ei­ge­nen Si­cher­heit und zum Schutz von Na­tur und Land­schaft zu be­ach­ten. Nicht ge­stat­tet ist das Be­fah­ren mit Mo­tor­fahr­zeu­gen, Rei­ten, Ba­den in Tei­chen (für Men­schen und Hun­de), of­fe­nes Feu­er, Gril­len und Zel­ten, Klet­tern (auf Bäu­men, An­wachs­hil­fen, Mau­ern, Stein­hau­fen und Holz­stößen) so­wie die Ab­lage von Ab­fall und Müll je­der Art. Hunde sind an der Leine zu führen. Gern ge­stat­tet ist Blu­men­pflü­cken an den Wie­sen­rän­dern und das Auf­sam­meln von Fallobst. Orts­un­kun­dige ge­ben als Adresse Wa­ter­fohr 24 in Lemgo ein. 
­Die Villa wurde einst von Al­fred Staff und Wer­ner Staff Starke be­wohnt, heute ist sie Sitz der Staff-Stif­tung. Der so­ge­nannte Wohn­park rund um die Villa ist für die Öf­fent­lich­keit nur auf Nach­frage zugäng­lich. Wei­tere In­fos gibt es un­ter "ww­w.­staff-stif­tung.­de". 
(LM­H).

vom 17.08.2019 | Ausgabe-Nr. 33B

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