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Sommerfest wird zum literarischen Indoor-Picknick

Regen im Büchereigarten lässt die Besucher in der Stadtbücherei nur noch näher zusammenrücken

Mit witzigen Imitationen und ulkigen Märchen-Interpretationen sorgt Philipp Schmidt-Rhaesa beim Sommerfest in der Stadtbücherei Lemgo für viel Gelächter. Foto: Alina Hetland

Mit wit­zi­gen Imi­ta­tio­nen und ul­ki­gen Mär­chen-In­ter­pre­ta­tio­nen sorgt Phil­ipp Schmidt-Rhaesa beim Som­mer­fest in der Stadt­büche­rei Lemgo für viel Geläch­ter. Fo­to: Alina Het­land  weitere Bilder »

Denn auch wenn da­mit Drei­ers Rede um den Teil mit der "Freude ü­ber das gute Wet­ter" gekürzt wer­den muss­te, er­wies sich der Um­zug ins In­nere der Büche­rei kei­nes­wegs als Stim­mungs­dämp­fer. Im Ge­gen­teil: Zwi­schen den zahl­rei­chen Bücher­re­ga­len, der Aura li­te­ra­ri­scher Viel­falt und der Vor­freude auf das an­ste­hende Rah­men­pro­gramm, fan­den sich die Be­su­cher in je­der freien Ni­sche zu klei­nen spon­ta­nen Run­den zu­sam­men. Um­ge­drehte Bücher­kis­ten dienten als Tisch­chen, Sitz­kis­sen mach­ten die Trep­pen­stu­fen zur Klön-Ecke und zu­sätz­li­che Stühle den Flur zur lan­gen Ta­fel. "­Platz ist in kleins­ten Hüt­te", meinte auch Büche­rei­lei­ter Axel Koch und freut sich ü­ber die en­ga­gierte Spon­ta­neität sei­ner Gäs­te. Mit der Eröff­nung des reich­hal­ti­gen Büf­fets war schließ­lich je­der Ver­druss ü­ber das Wet­ter ver­ges­sen: Ge­mein­sam mit der "Ess­e­cke Sol­fen" hatte der erst­mals kom­plett in Ei­gen­re­gie ver­an­stal­tende För­der­ver­ein der Büche­rei eine man­nig­fal­tige ku­li­na­ri­sche Aus­wahl zu­sam­men­ge­stellt. Die fa­mi­liäre At­mo­s­phäre in der Stadt­büche­rei zu kom­plet­tie­ren ver­mochte außer­dem das Rah­men­pro­gramm aus Mu­sik, hu­mo­ri­ger Le­sung und ei­ner "et­was an­de­ren" Mär­chen­stun­de. Mit Vor­freude er­war­tet wur­de, be­reits aus dem Vor­jahr be­kannt, Phil­lip Schmidt-Rhea­sa, des­sen Stim­mi­mi­ta­tio­nen und nicht ganz ernste An­ek­do­ten zum Thema "Mär­chen" für herz­haf­tes La­chen und Bei­fall bei den Be­su­chern sorg­ten.Für Syl­via Volk­mann-Fasse hin­ge­gen war es die erste Ver­an­stal­tung vor ei­nem sol­chen Pu­bli­kum, da sie üb­li­cher­weise mit Schwerst­be­hin­der­ten ar­bei­te. Ihre Ant­wort auf die Fra­ge, was ge­rade das Mär­chen als li­te­ra­ri­sche Gat­tung reiz­voll macht, war da­her auch vom päd­ago­gi­schen Ge­dan­ken ge­prägt: "Im Mär­chen wer­den uns an­schau­lich und auf freund­li­che Weise die mensch­li­chen Schwächen ge­zeig­t." Das Schönste am Mär­chen aber sei, dass je­der ge­nau das höre, was für ihn wich­tig sei. Durch die me­ta­pho­ri­sche Erzähle­bene werde je­der Mensch ge­nau da ab­ge­holt, wo er geis­tig, emo­tio­nal oder the­ma­tisch ge­rade ste­he. Dy­na­misch erzählt wurde so die Fa­bel vol­ler Tiere zur Pa­ra­bel auf den Men­schen und regte wie­derum zum in­ter­essan­ten Aus­tausch un­ter den Bücher­freun­den an – ge­nau das, was das Som­mer­fest be­wir­ken soll, kon­sta­tierte Axel Koch zu­frie­den.

vom 14.08.2019 | Ausgabe-Nr. 33A

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