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Ein Geschenk im Sinne des Gründers

Adlerwarte Berlebeck und Adolf-Deppe-Stiftung feiern in diesem Jahr runde Geburtstage

Er ist erst zwölf Wo­chen alt und hat be­reits eine wich­tige Auf­ga­be. Die Rede ist von ei­nem jun­gen Schrei­see­ad­ler, der auf der Ad­ler­warte für die Zucht ein­ge­setzt wer­den soll. Bis er al­ler­dings zur Er­hal­tung sei­ner Art bei­tra­gen darf, wer­den noch ein paar Jahre ver­ge­hen – Schrei­see­ad­ler sind erst mit etwa sie­ben Jah­ren er­wach­sen und ge­schlechts­reif. "­Der Wunsch, einen Brut­part­ner für un­ser Schrei­see­ad­ler­weib­chen zu be­kom­men, be­steht schon län­ger", erzählt Klaus Han­sen, Lei­ter der Ad­ler­warte Ber­le­beck. Zum 80. Ge­burts­tag der Ad­ler­warte hat es jetzt ge­klappt. Eine Rolle mag da­bei auch ge­spielt ha­ben, dass die Adolf-Deppe-Stif­tung eben­falls einen run­den Ge­burts­tag fei­ert, al­ler­dings "er­st" 40 Jahre alt wird. Als Sol­dat im 1. Welt­krieg kam Adolf Deppe an der Ost­front in den Kar­pa­ten in den ers­ten Kon­takt mit Falk­nern. Seine Liebe zu Greif­vö­geln war ge­bo­ren. Nach dem Krieg reiste er nach Bul­ga­ri­en, in die Tür­kei, nach In­dien und Af­gha­nis­tan und er­lernte dort die Falk­ne­rei. Zurück in Deutsch­land machte er die Falk­ne­rei erst zu sei­nem Hobby und dann zur Lei­den­schaft als er 1939 zu­sam­men mit sei­ner Frau Ka­tha­rina die Ad­ler­warte in Ber­le­beck grün­de­te. Sein Stein­ad­ler Pe­ter wurde da­mals der erste Be­woh­ner. An­fang der 1970er Jahre ga­ben Adolf und Ka­tha­rina Deppe die Ad­ler­warte dann in die Hände der Stadt Det­mold. Drei Jahre nach dem Tod ih­res Man­nes grün­dete Ka­tha­rina Deppe am 6. De­zem­ber 1979 die Adolf-Deppe-Stif­tung, die sich bis heute der För­de­rung ver­schie­de­ner Na­tur­schutz­pro­jekte in Lippe ver­schrie­ben hat. So wer­den un­ter an­de­rem der NABU Det­mold, die Bio­lo­gi­sche Sta­tion Schie­der, die Heer­ser Mühle in Bad Sal­zu­flen, das Rot­mi­lan­pro­jekt und eben auch die Ad­ler­warte von der Stif­tung un­ter­stützt und ge­för­dert. Durch­schnitt­lich 20.000 Euro ste­hen pro Jahr für die ein­zel­nen För­der­pro­jekte zur Ver­fü­gung. "­Die­ses Jahr ha­ben wir die För­der­summe auf 30.000 Euro er­höht, schließ­lich möch­ten wir im Ge­burts­tags­jahr ein ganz be­son­de­res Zei­chen set­zen", er­klärt Ste­phan Prinz zur Lip­pe, der dem drei­köp­fi­gen Vor­stand der Stif­tung an­gehört. Klaus Han­sen weiß die lang­jäh­rige För­de­rung durch die Stif­tung sehr zu schät­zen. "Wün­sche brin­gen uns im­mer auch nach vorne und ei­nige un­se­rer vie­len Wün­sche konn­ten wir uns dank der För­der­gel­der auch er­fül­len", so Klaus Han­sen. In die­sem Jahr wurde so be­reits das Deppe-Haus auf der Ad­ler­warte mo­der­ni­siert, ein Erste-Hilfe-Raum ein­ge­rich­tet und ne­ben dem Schrei­see­ad­ler, durfte auch ein Eu­ropäi­scher See­ad­ler sein Quar­tier in Ber­le­beck be­zie­hen. Ganz nach dem Wunsch Adolf Dep­pes, et­was für den Auf­fang- und Ar­ten­schutz zu leis­ten. Dazu gehört auch die Er­wei­te­rung des Zucht­stands, was nicht im­mer ganz ein­fach ist, da die ge­ne­ti­schen Li­nien nicht zu eng wer­den dür­fen, es aber nur eine be­grenzte An­zahl von in Ge­fan­gen­schaft ge­zo­ge­nen Greif­vö­geln gibt, und Raub­vö­gel bei der Part­ner­wahl durch­aus wäh­le­risch sind. Wei­ter auf Seite 2.

vom 24.07.2019 | Ausgabe-Nr. 30A

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