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Arbeitsschutz gilt auch für jugendliche Ferienjobber

Wer sich Taschengeld dazuverdienen möchte, muss Regeln beachten

Kreis Lip­pe/­Det­mold. Viele Schü­le­rin­nen und Schü­ler in Nord­rhein-West­fa­len möch­ten in den kom­men­den Wo­chen durch Fe­ri­en­jobs ihr Ta­schen­geld auf­bes­sern. Da­bei müs­sen sie be­son­ders ge­schützt wer­den. "Ju­gend­li­che dür­fen ar­bei­ten, aber da­bei ist ei­ni­ges zu be­ach­ten. Das Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­setz schützt junge Men­schen vor Ar­beit, die zu früh be­ginnt oder zu spät auf­hört, die zu lange dau­ert, die zu schwer, ge­fähr­lich oder sonst für sie un­ge­eig­net ist. Im In­ter­esse der jun­gen Leute müs­sen diese Re­geln un­be­dingt be­ach­tet und ein­ge­hal­ten wer­den", sagt Su­sanne Arndt-Zy­gar von der Be­zirks­re­gie­rung Det­mold, De­zer­nat für be­trieb­li­chen Ar­beits­schutz. Kin­der­ar­beit ist grundsätz­lich ver­bo­ten. Nur we­nige Aus­nah­men sind mög­lich. Ü­ber 13 Jah­ren dür­fen Schü­ler das ganze Jahr ü­ber mit Zu­stim­mung der El­tern leichte Ar­bei­ten wie Zei­tungs­aus­tra­gen, Ba­by­sit­ten oder Nach­hilfe aus­führen. Dies ist bis zu zwei Stun­den täg­lich an bis zu fünf Werk­ta­gen in der Wo­che mög­lich. Ab 15 Jah­ren dür­fen Schü­ler un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen in den Schul­fe­rien be­schäf­tigt wer­den: So­lange die Ju­gend­li­chen noch voll­zeit­schul­pflich­tig sind, darf das Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis vier Wo­chen mit bis zu fünf Ar­beits­ta­gen je Wo­che, also 20 Ar­beits­tage im Ka­len­der­jahr nicht ü­ber­schrei­ten. Die vier Wo­chen kön­nen auf ver­schie­dene Fe­rien ver­teilt wer­den. Die Ar­beits­zeit darf nicht mehr als acht Stun­den am Tag und wöchent­lich nicht mehr als 40 Stun­den be­tra­gen. Da­bei sind die Pau­sen­zei­ten ein­zu­hal­ten. Nach vier­ein­halb Stun­den Ar­beits­zeit muss eine Pause von min­des­tens 15 Mi­nu­ten ge­währt wer­den. Bei ei­ner Ar­beits­zeit von vier­ein­halb bis sechs Stun­den be­trägt die vor­ge­schrie­bene Pau­sen­zeit min­des­tens 30 Mi­nu­ten. Bei ei­ner Ar­beits­zeit von ü­ber sechs Stun­den be­trägt die vor­ge­schrie­bene Pau­sen­zeit min­des­tens 60 Mi­nu­ten. Zwi­schen 20 und 6 Uhr so­wie an Sams­ta­gen, Sonn- und Fei­er­ta­gen ist die Ar­beit für Ju­gend­li­che nicht er­laubt. Für ei­nige Bran­chen wie Ga­stro­no­mie, Land­wirt­schaft so­wie Tätig­kei­ten im Ge­sund­heits­dienst und im Bä­cke­rei­hand­werk gel­ten Aus­nah­men. Ge­ne­rell sind nur ein­fa­che, für Ju­gend­li­che ge­eig­nete Jobs er­laubt. Das sind Ar­bei­ten, die die Leis­tungs­fähig­keit der Schü­ler nicht ü­ber­stei­gen, die nicht mit Un­fall­ge­fah­ren ver­bun­den sind und bei de­nen sie kei­nen schäd­li­chen Ein­wir­kun­gen zum Bei­spiel durch Lärm oder Ge­fahr­stof­fen aus­ge­setzt sind. Ge­eig­nete Jobs sind bei­spiels­weise das Ein­sor­tie­ren von Wa­ren in Re­ga­le, Aus­hilfstätig­kei­ten in der Ga­stro­no­mie, Te­le­fon­diens­te, das Aus­tra­gen von Zei­tun­gen und Wer­be­ma­te­rial oder ähn­li­ches. Ak­kord­ar­beit und ge­fähr­li­che Jobs wie etwa das Ar­bei­ten an ei­ner Kreissä­ge, in Kühl­häu­sern oder der Um­gang mit ge­fähr­li­chen Stof­fen wie Lau­gen oder Säu­ren ist nicht er­laubt. Der Ar­beit­ge­ber hat die Ju­gend­li­chen vor der Ar­beits­auf­nahme zu un­ter­wei­sen und auf mög­li­che Un­fall- und Ge­sund­heits­ge­fah­ren hin­zu­wei­sen. Und auch wich­tig: Ju­gend­li­che sind bei Fe­ri­en­jobs ü­ber den Ar­beit­ge­ber un­fall­ver­si­chert. Mehr In­for­ma­tio­nen rund um Fe­ri­en­jobs fin­den In­ter­es­sierte auch un­ter ww­w.­mags.n­r­w/ju­gend­ar­beits­schutz. Fra­gen zum Thema Ju­gend­ar­beits­schutz be­ant­wor­ten die An­sprech­per­so­nen vom De­zer­nat 56 – Be­trieb­li­cher Ar­beits­schutz der Be­zirks­re­gie­rung Det­mold. Diese sind per Mail un­ter post56@­bez­reg-det­mol­d.n­r­w.de er­reich­bar.

vom 24.07.2019 | Ausgabe-Nr. 30A

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